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Tag der offenen Töpfereien
Keramikwerkstätten in Sagar und Krauschwitz öffnen ihre Türen

In der Töpferei Hirche in Sagar bringt Kurt Hirche (4.v.l.) den Besuchern das Töpferhandwerk näher.
In der Töpferei Hirche in Sagar bringt Kurt Hirche (4.v.l.) den Besuchern das Töpferhandwerk näher. FOTO: Arlt Martina
Schauen, anfassen, staunen und kaufen: All das ist zum 13. Tag der offenen Töpfereien möglich gewesen. Von Martina Arlt

Sagar Die Tage der offenen Tür finden mittlerweile deutschlandweit statt. So herrscht auch in der Werkstatt von Udo (62) und Kurt Hirche (36) in Sagar ein Kommen und Gehen. Gern probieren sich die kleinen und großen Besucher beim kreativen Gestalten aus. Kurt Hirche bereitet an der Töpferscheibe Österliches vor, und die Gäste vervollständigten je nach Wunsch die Keramik. Als Höhepunkt an der „Bastelstraße“ gilt bei Hirches die Erdnussmaus. „Meine Tochter Nina (12) freut sich jedes Jahr schon darauf, hier selbst in der Töpferei Hand anlegen zu können. Sie sitzt den ganzen Tag und gestaltet nette kleine Dinge für das Osterfest“, sagt die Angestellte Mandy Büttner. „Wir ziehen alle hier an einem Strang. So bereiten wir jedes Jahr eine Woche lang diesen zweitägigen Tag der offenen Töpferei vor“, fügt Mandy Bittner hinzu. Seit Jahren gilt für die Töpferei Hirche das Feldblumendekor, das von vielen Liebhabern mit unterschiedlichen Gefäßen immer wieder vervollständigt wird. Küchengeschirr, Gartenkeramik, Gebrauchsgefäße und jede Menge Deko-Ideen sind in den Regalen bei Hirches zu finden. Vom Eierbecher bis zur gebrannten Milchkanne ist alles zu haben. Keramikmalerin Petra Buck zieht die Blicke mit ihrem kreativen Talent an den Gefäßen auf sich. Udos Lebenspartnerin Anke Hänel ist immer wieder die gute Seele in der Töpferei und arbeitet täglich in der Familienfirma mit. Im Vorfeld der offenen Werkstätten wurde bei Hirches auch der Holzbrandofen angefeuert. Darin werden Weinkelche, Bodenvasen und auch Pflanzkeramikgefäße bei 1280 Grad gefertigt. „Das typisch schlesisch handgemalte Feldblumendekor ist unser Markenzeichen. Mein Opa bekam damals zur Hochzeit von seinem Meister dieses Muster geschenkt, und so begann die Geschichte mit diesem Dekor“, erinnert sich Kurt Hirche. Die „Backfeen“ Brigitte Nuglan und Ursula Vetter versorgen die Gäste bei Hirches mit leckerem Kuchen. Schon in den nächsten Wochen sind Hirches wieder auf Märkten zu finden, so in Rietschen und auf dem Tippelmarkt in Görlitz.

Für Töpfermeisterin Kathrin Najorka in Krauschwitz gehört es zu einer Selbstverständlichkeit, am Tag der offenen Töpfereien die Türen weit zu öffnen. Dann können sich hunderte Leute von dieser alten Handwerkskunst überzeugen. Denn Kathrin Najorka hob diesen bundesweiten Tag mit aus der Taufe. Schon bald waren fast alle Bundesländer mit von der Partie. „Wir möchten unser Handwerk der Öffentlichkeit präsentieren. Einfach auch aufzeigen, wie viel Arbeit notwendig ist, bevor so ein Gefäß entsteht“, lautet ihre Erklärung. 35 bis 40 Mal müsse es in die Hand genommen und bearbeitet werden, es sei eben Handarbeit. „So verstehen die Leute es vielleicht besser, wenn die Ware bei uns etwas teurer ist als im Supermarkt. Bei uns wird der Ton noch aus der Grube geholt und aufbereitet“, sagt Kathrin Najorka. Ihre Töpferware entsteht im Holzbrandofen, wird mit flüssigem Porzellan überzogen und erhält dann noch eine blaue Bemalung. Auf Wunsch ist ihr Sohn Lars mit den Besuchern in Richtung Tongrube unterwegs und lädt zu Führungen ein. Stets wird Kathrin Najorka bei allen Aktivitäten von der ganzen Familie unterstützt, so auch oft von Schwester Antje Reif und ihrem Partner Rainer Grießbach. Neben Görlitz wird sich Kathrin Najorka in diesem Jahr zu Töpfermärkten nach England und Frankreich auf den Weg machen. „Dafür muss man sich mit Fotomappen bewerben. Besonders in England macht es sehr viel Spaß. Dort haben die Menschen ein sehr großes Keramikverständnis. Man muss sich Ziele setzen, schauen, wie andere Menschen leben. Es ist der Ansporn, sich in anderen Ländern umzuschauen. Man muss offen sein für Neues“, ist Kathrin Najorka überzeugt.