| 02:46 Uhr

Kaufland hält Südpassage die Treue

Eigentümer Jörg Nietschmann ist überzeugt, die Südpassage ist für die Zukunft gesichert.
Eigentümer Jörg Nietschmann ist überzeugt, die Südpassage ist für die Zukunft gesichert. FOTO: ni
Weißwasser. Mit guten Nachrichten wartet Jörg Nietschmann, geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Unternehmensgruppe, für die Südpassage in Weißwasser auf. "Bereits vorzeitig hat vor wenigen Tagen der Magnetmieter Kaufland den Mietvertrag bis September 2023 verlängert. Gabi Nitsche

" Auch Takko habe damit unverzüglich gleichgezogen. "Zwei wichtige Mieter haben somit dem Standort Südpassage bis 2023 das Vertrauen ausgesprochen", so der Eigentümer. Weitere Mieter würden in den nächsten Wochen ihre Mietverträge ebenfalls verlängern, kündigt dieser an. Die Gespräche dazu laufen oder seien bereits erfolgreich abgeschlossen.

In den vergangenen zwölf Monaten seien laut Eigentümer erhebliche finanzielle Investitionen in das Erscheinungsbild der Südpassage getätigt worden. Nietschmann zählt auf: Die Außenfassade hat einen kompletten Neuanstrich erhalten, der Fußboden in der Passage selbst wurde grundgereinigt, geschliffen und neu versiegelt. Fahrstuhl, Innenwände sowie Sanitärräume haben ebenfalls einen neuen Anstrich erhalten. Die Fahrbahnmarkierungen auf dem Parkplatz und die Behindertenparkplätze wurden überarbeitet. Sein Fazit: "Man kann also von einer umfassenden Renovierung der Südpassage sprechen."

Das Einkaufscenter in Weißwasser-Süd hat 12 000 Quadratmeter Fläche, 10 000 davon allein Einzelhandelsfläche. Centerleiter Jens Stastny berichtet von 30 Mietern.

Im Herbst letzten Jahres konnten mit einem Augenärztlich-Medizinischen Versorgungszentrum und einer Physiotherapie zwei neue Mieter zur Abrundung des Gesamtangebotes im Ärztebereich gefunden werden. "Der Vodafone-Shop als Neumieter im Erdgeschoss der Südpassage hat ebenfalls im Herbst den Umzug von der Saschowa-Wiese in die Südpassage vollzogen. Das Erdgeschoss ist nunmehr zu 99 Prozent vermietet", berichtet Jörg Nietschmann der RUNDSCHAU. Ebenso wie im Ärztebereich im ersten Obergeschoss stehe im Erdgeschoss nur eine Fläche leer. Um den Mieter-Mix abzurunden, sähe man gern einen weiteren Arzt im Obergeschoss, am besten einen Allgemeinmediziner, der in Weißwasser sowieso dringend gebraucht wird. Die Anstrengungen für das Erdgeschoss zielen auf einen Optiker. Bisher gescheitert sei das laut Stastny, weil dazu ein Optikermeister erforderlich ist, der auch vor Ort sein sollte. "Ansonsten gibt es Optiker aus Berlin und etlichen anderen Städten, die an einem Optikergeschäft bei uns interessiert sind."

Kaufland investiere ebenfalls erheblich, wissen Nietschmann und Stastny. Eine neue Pfandflaschenannahme und die Neugestaltung der Vorkassenzone einschließlich Backshop waren die ersten Maßnahmen, die nunmehr abgeschlossen sind. "Jetzt werden dort neue Regalsysteme eingebaut, das komplette Kaufland modernisiert und renoviert. Am 26. September soll seines Wissens nach alles fertig sein und sich jede Abteilung in einer eigenen Farbe präsentieren", so Stastny. Die Arbeiten würden des Nachts erfolgen. Die Zoohandlung als Untermieter von Kaufland, die durch die Markterweiterung vom ursprünglichen Platz weichen musste, hat eine neue Fläche in der Südpassage bezogen und ihr Sortiment der Nachfrage angepasst.

Großen Wert legen Eigentümer und Centerleiter auf Sauberkeit und Ordnung. "Die Kunden, die zu uns kommen, sollen sich wohlfühlen und nicht die Nase rümpfen", so der Berliner Nietschmann. Zur Putzkolonne im Außenbereich gehören vier Hausmeister, Jens Stastny inbegriffen. Dieser erklärt, dass zwei fest angestellt sind, die beiden anderen geringfügig beschäftigt sind genauso wie die Mitstreiterin für die Grünanlagen. In der Passage halten vier Beschäftigte die öffentlichen Zonen sauber.

Zum Thema:
Die RUNDSCHAU hat den Berliner Jörg Nietschmann gefragt, ob Weißwasser seiner Meinung nach in der Innenstadt aktuell ein weiteres Einkaufszentrum (EKZ) vertragen würde. Seine Antwort: "Nein." Weißwasser habe jetzt schon zu viel Einzelhandelsfläche im Verhältnis zur demografischen Entwicklung, also zur sinkenden Einwohnerzahl. Beim Standort ehemalige Schnitterbrauerei schätze er außerdem die Verkehrsführung und Parkplatz-Situation als sehr kritisch ein. Für ein EKZ brauche es einen Ankermieter. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich ein solcher findet, wenn das schon vor sieben Jahren nicht gelungen sei, als das Thema in Weißwasser auf der Tagesordnung stand. Zur Erinnerung: Damals hatte sich der Stadtrat für ein Einkaufscenter an diesem Standort ausgesprochen und 2010 den Verkauf an einen Investor beschlossen. 2011 wurde der Beschluss wieder zurückgenommen. Bei der Planungswerkstatt 2013 mit externen Fachleuten hieß es: Das Grundstück, auf dem die Schnitterbrauerei abgerissen wurde, sehen die Planer als Vorhaltefläche. Wenn am Stadtrand Handelseinrichtungen schließen müssen, könnten sie sich dort niederlassen.2017: Weißwasser sei keine boomende Region, so der Fachmann Jörg Nietschmann. Jeder könne den Euro nur einmal ausgeben. Außerdem sei es kein Geheimnis, dass nicht jeder Anbieter in Kleinstädte geht. Es werde genau gerechnet, wie die Erfolgsaussichten sind. Die Entwicklung des stationären Einzelhandels bezeichnet Nietschmann in Deutschland, aber auch darüber hinaus in Europa und in den USA als problematisch. Unternehmen hätten es schwer angesichts der Ausweitung des Online-Handels.