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Karnevalisten schlüpfen in Pechern auch in die Rolle der Zamperer

Die Zamperer von Pechern.
Die Zamperer von Pechern. FOTO: amz1
Pechern. Ordentlich was los ist am Sonnabend in Pechern gewesen. Durch das sonst eher idyllisch-verschlafene Neißedorf zogen um die 25 Zamperer des Pecherner Carnevalvereins (PCC). amz1

Natürlich unter der Jahreslosung "Vom Apotheker bis zum Zimmermann, der PCC zeigt, was er kann!" Tatsächlich nahmen die Mitstreiter das Motto der nunmehr 62. Session wörtlich und schlüpften in verschiedenste Berufskostüme. Einer, der sich dabei nicht wirklich verkleiden musste, war indes Peter Lehnigk. Der Skerbersdorfer Hobbyimker zog sich einfach seine Imkerhaube über den Kopf, und fertig war die Verkleidung. Und doch wieder originell: Denn normalerweise dürfte man Mitte Januar bei Schnee und Eis weit und breit keinen einzigen Menschen in Imker-Montur antreffen. Die neue Saison starte ja erst wieder im März.

"Mir macht das Zampern unheimlich viel Spaß", bekannte Lehnigk. Besonders die Gemeinschaft sei wohltuend. Und viele Pecherner warteten bereits sehnsüchtig auf die bunte Truppe. Schließlich galt es, Eier, Speck und bare Münze zu verteilen und im Gegenzug mit Schnaps, Glühwein und mitunter einem Tänzchen beschenkt zu werden. Wie viel Geld beim Zampern in der Regel in die PCC-Kasse fließt, wollten die Mitorganisatoren Frank Förster und Julia Blümel zwar nicht verraten. Nur so viel: "Wir finanzieren davon unsere Faschingsveranstaltungen und weitere Höhepunkte", erklärte Frank Förster. An diesem Sonnabend kämpften sich die Pecherner durch Schneeregen- und Schneeschauer.

Mittels einer auf einen Anhänger verfrachteten Musikanlage wurde für die nötige Stimmung gesorgt. Auf einem zweiten Hänger befand sich indes die Verpflegung. "Ich hoffe, dass die 30 Liter Glühwein ausreichen", so Förster. Darüber hinaus wurden Würste, Toast und für die Kinder Schokoweihnachtsmänner serviert. Die Verpflegung war auch dringend erforderlich. Zwar leben in Pechern nur um die 200 Menschen, doch nicht selten ziemlich verstreut. Zuerst ging es auf die Gehöfte direkt an der Neiße, dann in die Ausbauten und schließlich ins Oberdorf mit der historischen Bergarbeitersiedlung. Die Protagonisten schätzten, dass dabei eine Strecke von mindestens zehn Kilometern zurückgelegt werde. Um die 50 Gehöfte würden angesteuert. Und das alles zu Fuß. So bestritten Indianer, Clowns, Jäger, eine Ärztin sowie diverse Katzen, Mäuse und Igel die Dorfrunde. "Die Kostüme wurden entweder selbst genäht oder gekauft", sagte Julia Blümel. Sie selbst hatte sich als Herbst-Elfe in Schale geworfen.

Die nächsten Höhepunkte des PCC stehen bereits fest. Am 18. Februar geht es zur Männerfastnacht nach Klein Priebus. Einen Tag später startet der Kinderfasching in Skerbersdorf. Am 25. Februar ist in Skerbersdorf Männerfastnacht und 24 Stunden später der Rentnerfasching im gleichen Ort.