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Kalinka begeistert in Weißwasser

Für fröhliche Stimmung sorgte beim Sommerfest der Weißwasseraner "Kalinka-Chor".
Für fröhliche Stimmung sorgte beim Sommerfest der Weißwasseraner "Kalinka-Chor". FOTO: amz1
Weißwasser. Bereits zum zweiten Mal hat der Verein "Wir sind wir" zum Sommerfest auf den Weißwasseraner Boulevard eingeladen. Hunderte Besucher wollen sich diesen Höhepunkt nicht entgehen lassen. red/dh

Schließlich gibt es Attraktionen aus mehreren Kulturen, unter anderem aus Polen und Russland.

Einen besonderen Höhepunkt bildet der "Kalinka-Chor". Das Ensemble stammt aufgrund der Spätaussiedler allerdings nur indirekt aus Russland, sondern ist in Weißwasser beheimatet. Seit 16 Jahren weiß es in nah und fern zu begeistern. Die meisten Besucher warten indes auf das eine Lied, dessen Namen der Chor trägt. Als dann tatsächlich "Kalinka" über den Boulevard schallt, gibt es für viele Gäste kein Halten mehr. Einige tanzen, andere wiegen ihre Oberkörper im Takt.

Ähnlich emotional geht es bei der Gruppe "Dolina Nowego Soloca" aus der Nähe von Sorau zu. Das 25-köpfige Ensemble präsentiert stimmungsvolle polnische Volkstänze. Zudem gibt es Delikatessen aus mehreren Ländern. Dazu gehört unter anderem "Beljaschi", eine Spezialität aus Russland. "Ein einfacher Hefeteig gefüllt mit Hackfleisch", erklärt Christina Brzezinska am Stand. Den Gästen scheint diese herzhaft schmeckende Speise jedenfalls bestens zu munden. Immer wieder müssen neue "Beljaschi" angerichtet werden.

Sorbische Traditionen verkörpert dagegen Carola Geppert aus Bad Muskau. Sie präsentiert die Muskauer Tracht, die heute allerdings kaum noch getragen wird. Wesentliches Merkmal ist die markante Hapka, die filigran wirkende Haube. Geppert sagt, dass sie die Tracht selbst hergestellt hat. Anno 2018 jähre es sich bereits zum zehnten Mal, dass die Bad Muskauerin dieses Kunstwerk öffentlich präsentiert. Darüber hinaus stickt sie an "Point-de-Saxe-Tüchern". Diese kunstvoll gefertigten Taschentücher aus Dresdner Spitze sollen sich bereits am Hofe von August dem Starken großer Beliebtheit erfreut haben. Das ist schon rund 300 Jahre her. Carola Geppert wirkt im Traditionsverein Dresdner Barock mit.

Organisator des Sommerfestes auf dem Boulevard ist der Verein "Wir sind wir". Anlass bildet der feierliche Abschluss des Projektes "Freundschaft kennt keine Grenzen", berichtet Vereinsvorsitzende Natalia Kühn. Gemeinsam mit einem Verein aus dem polnischen Lugknitz sei dank eines Interreg-Programms im vergangenen halben Jahr eine Menge erreicht worden. Hauptziel sei die Begegnung von Deutschen und Polen durch gemeinsame Aktivitäten wie Singen oder Basteln. Zudem lernten gerade Kinder die jeweils andere Sprache auf spielerische Art und Weise. Indes schwebt Natalia Kühn schon das nächste Vorhaben vor. "Es wäre super, wenn wir ein grenzüberschreitendes Sportfest auf die Beine stellen würden." Dabei könnten sich mehrere Familien aus Polen und Deutschland in verschiedenen Disziplinen messen. Die Projektpartner aus Lugknitz hätten schon ihr Interesse bekundet.