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Kämmerer: Stadt betreibt Eisarena kostengünstiger als der ESW

Weißwasser. Die Stadt Weißwasser betreibt die Eisarena kostengünstiger als der Eisportverein Weißwasser (ESW). Das ist die Schlussfolgerung eines Vergleichs, den Finanz-Referatsleiter Rico Jung kürzlich den Stadträten präsentierte. Gabriela Nitsche

Demnach soll der jährliche Zuschuss für den Betreiber "Kommune" um etwa 120 000 Euro niedriger gelegen haben.

Wobei die Vergleichbarkeit, so Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) nicht so einfach sei. "Wir brauchen sicherlich noch ein Jahr", sagte Pötzsch am Ende. Laut Rico Jung trifft das mit der Nicht-Vergleichbarkeit für die erste Saison 2013/2014 nach der Arena-Einweihung zu. Der Energieaufwand wurde bis Ende August 2013 von der Stadt finanziert, in den Sommermonaten gab es keinen Wartungsaufwand, zahlreiche andere Aufwendungen trug die Stadt. Vergleichbar wäre 2014/2015 geworden. Da hatte laut Jung der ESW einen Zuschussbedarf von über 431 000 Euro angemeldet, der nach seiner Auffassung am Ende der Saison noch höher ausgefallen wäre. Auf der anderen Seite hätten Einnahmen von gut 270 000 Euro gestanden. Das bewog Weißwasser, ab Januar 2015 die Eisarena in Eigenregie zu betreiben.

Die Stadt nahm 50 000 Euro mehr ein, rechnete Jung für 2015 vor. Die Ausgaben machten insgesamt über 660 000 Euro aus. Wobei Jung betonte, dass Strom-, Reinigungs- und Versorgungekosten niedriger als beim Verein ausfielen und die Stadt auch noch Steuerabgaben rückwirkend für die ESW-Zeit zahlte. Teuer zu stehen kam Weißwasser, hieß es, der Personalübergang von Verein zur Stadt (Lohn- und Urlaubsanpassung, Pkw). Für Rico Jung liegen die Vorteile deutlich auf Seiten der Stadt. Er argumentierte unter anderen mit: geringerem Zuschussbedarf von zirka 120 000 Euro, höhere Kostentransparenz, größerer Einfluss auf Gebühren, hohe soziale Standards für Mitarbeiter, Entlastung des ESW - "der Vorstand hatte durch die Betreibung ein hohes Arbeitspensum" - stabile technische und organisatorische Betriebsabläufe. Der Nachteil sei der hohe Verwaltungsaufwand.

Andreas Friebel (Klartext) und Pressesprecher bei den Lausitzer Füchsen sah das kritischer in seiner Wortmeldung. Zu den Gesamtkosten bei der Stadt kämen noch über 40 000 Euro nicht abziehbare Vorsteuer und Geld für den Steuerberater hinzu. Am Ende würden Verein und Stadt gar nicht so weit auseinanderliegen wie es bei der Präsentation den Anschein hatte. Deswegen wären die Einnahmen interessant, die die Stadt als Betreiber dann nach ihrer Gebührenerhöhung hatte, so Friebel. Auch Dirk Rohrbach (Klartext) meldete sein Veto an. "Die höheren Stromkosten hatten Ursachen." Er forderte, sich das genauer anzugucken. Auch habe der Vorstand damals nach Gebührenerhöhung gefragt. "Es wurde gesagt, erst einmal abzuwarten." Bevor die Debatte so richtig entfachen konnte, beantragte SPD-Stadtrat Ronald Krause, deren Ende. Denn der OB hatte zuvor erklärt, dass jeder Rat die Präsentation erhalte und dann im November in den Ausschüssen diskutiert wird. "Wir sammeln uns, dann reden wir in kompakter Runde", so der OB.