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Jury hört sechs Stunden lang Dorfgeschichte(n)

Bei der Tour durch Gablenz und den Ortsteil Kromlau durfte auch ein Halt auf dem Bartelshof nicht fehlen. Hier staunten die Jury-Mitglieder über den schönen Backofen.
Bei der Tour durch Gablenz und den Ortsteil Kromlau durfte auch ein Halt auf dem Bartelshof nicht fehlen. Hier staunten die Jury-Mitglieder über den schönen Backofen. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Gablenz/Rohne. Der Kreisnorden hat beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" schon ge wonnen. Denn alle fünf Teilnehmer befinden sich dort. So auch Gablenz und Rohne. Martina Arlt und Ingolf Tschätsch

Drei Stunden Zeit haben am Freitagvormittag kaum gereicht, der achtköpfigen Jury des Kreisdurchgangs für den Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" Gablenz und Kromlau zu zeigen. Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) sowie die Gemeinderäte Johannes Rackel und Dirk Thorausch haben die Teilnehmer zu solchen Attraktionen wie dem Bartelshof mit dem historischen Backofen und der Gablenzer "FreiZeit" geführt. Aber auch solche Einrichtungen wie die Kita oder die Waldstation mit dem Jugendclub standen auf dem Besuchsprogramm.

Schwerpunkt und Abschluss bildeten der Kromlauer Park mit der Rakotzbrücke, das sanierte Schloss und das Kavalierhaus. Dabei war es für die Gablenzer gar nicht so einfach, die Zeit einzuhalten. Doch am Ende gab es in Kromlau eine Punktlandung und einige Minute Ruhepause bei einem Mittagessen.

Die Jury zeigte sich am Ende vom Gesehenen stark beeindruckt. "In Ihrer Gemeinde steckt viel Potenzial für die Zukunft", so das Resümee des Juryvorsitzenden Roland Höhne, Bürgermeister der Gemeinde Rosenbach bei Löbau.

Gablenz beteiligt sich nach 2011 zum zweiten Mal am Wettbewerb. Damals war ein dritter Platz herausgesprungen. Dennoch investierten die Gablenzer wieder viel Zeit in die Vorbereitung der Präsentation, um auch ja keinen Aktivposten und positive Veränderung zu vergessen. Wichtige Stichworte, mit denen Gablenz punkten will, sind Tourismus, attraktiver Wohnstandort und Gewerbeansiedlungen.

Nach der Ortsbegehung und -befahrung in Gablenz und Kromlau führte der Weg der Jury nach Rohne.

Für die Rohner ist die Beteiligung eine Premiere. Sie haben sich zum ersten Mal den Kriterien des Landeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" gestellt. Ortsvorsteher Matthias Jainsch war mit Vertretern aus Einrichtungen und seinen Einwohnern für die Präsentation gerüstet. Seit einem halben Jahr bereitete er mit 25 Leuten diesen Tag vor. Insgesamt zählt Rohne 480 Einwohner.

Roland Höhne machte mit allen Jurymitgliedern gern in Rohne Station und schaute sich das Dorf genauer an, das ja mit dem Tagebaugeschehen viele Jahre konfrontiert war und dennoch sorbische Bräuche und Traditionen am Leben erhalten hat.

Am Freitag zogen die Rohner alle Register. Besuche standen in der Kita Milenka, in der Mehrzweckhalle (Rohner Sportfrauen), auf dem sorbischen Friedhof, an der Tagebaukante, in der Alten Dorfschule mit dem Dorftheater, Jugendclub, Feuerwehr und Njepila-Hof auf dem Programm. Auf dem Njepila-Hof wurden die Arbeit der sorbischen Region, das Wörterbuch und Liederbuch in dieser Sprache vorgestellt. Auch die Schalmeienkapelle des Ortes spielte auf. Während des Rundganges zeigten die Rohner auch ihren Ort als Modell, alt und neu.

Lange ausruhen kann sich die Jury übrigens nicht. Am Montag steht der Dorfrundgang in Kreba-Neudorf von 10 bis 13 Uhr an. Der Schlusspunkt wird dann am Dienstag von 10 bis 13 Uhr in Klein Priebus gesetzt.

Danach qualmen dann die Köpfe der Jury. Die Teilnehmer werden nicht nur ihre Notizen auswerten, sondern auch Hunderte Fotos. Ingo Goschütz von der Entwicklungsgesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien hält alle Dorfrundgänge mit der Kamera fest.

In Rohne ging es Freitagnachmittag an der Kita Milenka los. Dort wurden die Jurymitglieder, Ortsvorsteher und alle Gäste von Tabea Schimko (6) und Paul Ladusch (5) in Tracht sowie mit Brot und Salz begrüßt.
In Rohne ging es Freitagnachmittag an der Kita Milenka los. Dort wurden die Jurymitglieder, Ortsvorsteher und alle Gäste von Tabea Schimko (6) und Paul Ladusch (5) in Tracht sowie mit Brot und Salz begrüßt. FOTO: Martina Arlt/mat1