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| 17:34 Uhr

Nachwuchs-Turnier
Jungfüchse scheitern im Halbfinale

 Co-Trainer Richard „Ritschi“ Jandik zeigt die Marschrichtung für sein Team an. Karl, Julius und Nick (v.l.n.r.) hören gespannt zu.  
Co-Trainer Richard „Ritschi“ Jandik zeigt die Marschrichtung für sein Team an. Karl, Julius und Nick (v.l.n.r.) hören gespannt zu.   FOTO: Steffen Bistrosch
Weißwasser. Nach spannendem Kampf wird das Heimteam aus Weißwasser beim Glasmacherpokal am Ende Dritter. Von Steffen Bistrosch

Marcel Turek, Teammanager der Eisbären Juniors aus Berlin, beantwortete die Frage, mit welchem Ziel seine Jungs nach Weißwasser gekommen seien, mit klaren Worten: „Natürlich, um den Pokal in Berlin zu behalten!“ Die Mannschaft gehe hoch motiviert ins Rennen. Robert Zimmermann, Trainer der Dresdener Eislöwen, muss sein Team vor Spielen in Weißwasser nicht extra motivieren. „Die Teams kennen sich, wir verfügen über eine eingespielte Truppe, die Hälfte der Mannschaft besucht die Sportschule in der Landeshauptstadt, durch das hohe Trainingspensum haben wir inzwischen eine hohe Qualität.“ Das Erreichen des Halbfinales erklärte er zur Pflichtaufgabe. Torsten Hanusch, der Weißwasseraner Trainer der U11, machte das Halbfinale ebenfalls zur Pflicht. Er denke und hoffe jedoch nur von Spiel zu Spiel. Den Pokal am Ende in den Händen halten zu dürfen, wäre sensationell. Diese Aussage passte auch zu den anderen fünf Teams (Weißwasser „B“, Crimmitschau, Bayreuth, Jonsdorf und Berlin Blues) die das Teilnehmerfeld für die siebzehnte Auflage des Glasmacherpokals komplettierten, aber kaum realistische Hoffnung auf den Sieg hegten. Pünktlich um Acht Uhr morgens gab Stadionsprecher und Zeitnehmer Marco Braun den Spielbeginn frei. Während der spannenden zwölf Spiele der Vorrunde füllten sich die Zuschauerränge in der Eishalle zusehends. Am Ende des langen Tages werden es wohl an die tausend Besucher gewesen sein, die an diesem verregneten Samstag den Weg in die Halle fanden. Das von den Eltern organisierte Rahmenprogramm unter anderem mit Kuchenbasar, Kesselgulasch und vor allem der riesigen Tombola wurde prima angenommen. Viele ehemalige Spieler, Eissportanhänger, Eltern, Verwandte oder einfach Neugierige trafen sich in der Eisarena. Eine tolle Gelegenheit, um wieder einmal in Erinnerungen schwelgen zu können. Andere, wie Patricia und Ronny Kowalick aus Neustadt kamen mit ihren drei Kindern das erste Mal überhaupt in die Eishalle. Zum einen, um ihre „Verwandtschaft“ einmal spielen zu sehen und zum anderen, weil die Zwillinge Lotte und Bastian hier bald das Eislaufen lernen sollen. Bei der Gelegenheit konnten sie sich gleich eine intensive Trainingseinheit der „großen“ Füchse ansehen, die in der Turnierpause eine Stunde lang Anschauungsunterricht aufs Eis legten. Aus Niesky kamen Stephan und Ursula Lachnitt, um den Enkel Felix spielen und hoffentlich ein Tor schießen zu sehen. Mit dabei die befreundeten Armin und Margitta Husa. Sie alle sind jedes Jahr hier, um die Entwicklung der Kinder zu beobachten und natürlich die Profis zu sehen.

Harald Giese aus Bayreuth begleitet Sohn Hannes. Er ist das erste Mal überhaupt in Weißwasser, sagt er, und „das Turnier ist richtig schön“ mit der perfekten Organisation auf und neben dem Eis. Sie hoffen natürlich, dass die Bayreuther recht weit kommen im Turnierverlauf und Hannes das eine oder andere Tor erzielt. Es zähle vor allem der Spaß am Mannschaftssport, dafür lohne auch die weite Reise. Nicht ganz so weit musste Ulf Seidel fahren. Der Crimmitschauer bezeichnet sich selbst als Dauergast in Eisstadien. Sein achtjähriger Junge Kian spielt bei den Eispiraten, der große Sohn Janek hat ebenfalls viele Jahre aktiv gespielt. Aus der Zeit kenne er sowohl den neuen als auch den alten Fuchsbau bestens. Er komme immer gern in die Lausitz.

Uwe und Katrin Mischkewitz aus Dresden begleiten ihren Sohn Carlo. Sie sind durch die Meisterschaftsspiele öfter hier in der Stadt. Am allerbesten finden sie die Temperaturen in der Halle. An so einem langen Tag frieren sie nicht, wie anderswo. Sie haben hier übernachtet, sie loben das Turnier und wollen selbstverständlich wiederkommen. Am liebsten als Titelverteidiger. Auf dem Eis kommt es derweil zum Aufreger des Tages im entscheidenden Spiel um die Halbfinalplätze. Auf Feld A standen sich die sächsischen Konkurrenten aus Weißwasser und Dresden in einem hochklassigen und ausgeglichenen Match gegenüber. Kurz vor Ende des Spiels kam es beim Stand von 3:3 zum Eklat aus Sicht der Gastgeber. Einem Dresdener Spieler rutschte der Puck in Höhe der Mittellinie seitlich über die Bande, der Schiedsrichter (aus der Landeshauptstadt) warf das Spielgerät unmittelbar vor das Weißwasseraner Tor ein. Der freistehende Dresdener Spieler hatte keine Mühe, den Puck am überraschten Füchse-Torwart vorbeizuschieben. Die wohl spielentscheidende Szene, die noch lange und für zum Teil hitzige Diskussionen sorgte. Wegen des Spielausgangs trafen die Jungfüchse bereits im Halbfinale auf die Eisbären und unterlagen trotz Halbzeitführung unglücklich.

Im anderen Halbfinale setzte sich Dresden gegen Crimmitschau durch. In den weiteren Platzierungsspiele belegten die Panther Jonsdorf Rang 8, Platz 7 ging an Weißwasser „B“, Platz 6 an die Berlin Blues und Platz 5 holten die Bayreuth Tigers. Im anschließenden Spiel um Platz drei gewannen die Jungfüchse gegen die Eispiraten und im Finale setzte sich die Eisbären Juniors Berlin im Penaltyschießen gegen die Dresdener Eislöwen durch. Marcel Turek vom Gewinnerteam lobte nach der Siegerehrung den tollen Gastgeber, die Organisation, die coolen und spannenden Spiele. Gleichzeitig lud er das heimische U11 Team zum GASAG Cup nach Berlin ein. Diesen Pokal dürfen sich die Jungfüchse dann gerne holen kommen. Versuchen werden sie es, versprach Trainer Torsten Hanusch. Denn wer es nicht versucht, der hat schon verloren. Bereits in zwei Wochen heißt es dann: „Wir fahren nach Berlin!“