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| 02:42 Uhr

Junge Forscher auf den Wiesen im Biosphärenreservat

Hier erklärt Lorenz Richter (l.) von Reservat, welche Pflanzen auf der Wiese wachsen.
Hier erklärt Lorenz Richter (l.) von Reservat, welche Pflanzen auf der Wiese wachsen. FOTO: amz
Wartha. Um die Wiesen hat sich die fünfte Auflage des Rangertages im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gedreht. Knapp 200 Besucher, insbesondere Kinder, nahmen die Angebote an den sechs Stationen gern an – und manche sogar Sense und Heuharken in die Hände. amz

Wenn Lorenz Richter seine Sense schwingt, beginnen Kinderaugen zu leuchten. Schließlich soll die Wiese gemäht werden; nicht mit einem Rasenmäher oder Freischneider, sondern auf traditionelle Weise, mit einer Sense. Der junge Forstmann und Mitarbeiter der Reservatsverwaltung weiß, wie ein solches Gerät zu handhaben ist. Die Sense arbeitet sich quasi durchs Gras wie das berühmte Messer durch die heiße Butter. Die Halme fallen zu Hunderten, und die Besucher staunen.

"Heuschule" beim Opa

Gleich nebenan bringt Naturwächter Maik Robel dem Nachwuchs die nächste Technik bei. "Die linke Hand von unten, die rechte von oben." Sagt's und drückt einem Knirps die Heuharke in die Hände. "Das feuchte Gras muss nach oben. Damit Wind und Sonne es trocknen können", schiebt Robel die Begründung nach. Gar nicht so einfach. Doch der achtjährige Paul Bendrich aus Großdubrau beherrscht das Prozedere bereits wie ein "Alter", schließlich ist er schon beim Opa in die "Heuschule" gegangen, wie Mutter Doreen Bendrich berichtet. Selbst mit der Sense könne Paul umgehen.

Neben diesen Techniken lernen die Kinder und Jugendlichen ebenso, warum es wichtig ist, zu wissen, wann und wie oft eine Wiese gemäht werden sollte. Lieber später als früher lautet die Devise. Und möglichst nicht mehr als zweimal pro Jahr. Warum? "Weil sonst diverse Arten kaum eine Chance zum Blühen und zur Fruchtbildung haben", erklärt Maik Robel. Nicht zuletzt könne es passieren, dass Jungtiere, beispielsweise gerade geborene Rehkitze, durch zu zeitiges Mähen vertrieben oder gar durch maschinelle Mähwerke geschreddert würden.

Im Biosphärenreservat Oberlausitz gibt es laut Sprecher Sebastian Förster mehrere 100 Hektar Wiesen. Es werde großer Wert auf eine behutsame Bewirtschaftung gelegt. Die Reservatsverwaltung arbeite mit mehreren Partnern zusammen, beispielsweise der Agrargenossenschaft Klitten. Dort würden diverse Wiesen durch Rinder beweidet. Nicht zuletzt gelte es, auf eine größtmögliche Kleinteiligkeit zu achten. Also hier das Gras mal etwas höher, dort kürzer.

Darüber hinaus sind beim Rangertag auch die acht Kinder vom jüngsten Junior-Ranger-Camp vor Ort. Sie haben in den zurückliegenden Tagen eine Menge über die Natur in der Heide- und Teichlandschaft gelernt. So gab es Orientierungsläufe im Wald sowie Handwerkertage, an denen Futterhäuschen zusammengezimmert wurden. "Mir hat es großen Spaß gemacht", resümiert der zwölfjährige Thomas aus Dauban. "Ich kann mir sogar vorstellen, später beruflich so etwas zu machen."

Pflanzenquiz beim Förderverein

Was sich alles aus Schaf- und Ziegenwolle herstellen lässt, lernen die Kinder am Stand des Fördervereins für die Natur der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, der sich für die Umweltbildung im Schutzgebiet verantwortlich sieht. Darüber hinaus gibt es ein Pflanzenquiz, bei dem Kräuter zu bestimmen sind; unter anderem Schafgarbe, Rotklee, Pfefferminze und Kamille, erklärt Bettina Berg.

Die Besucher fühlen sich beim Rangertag sichtbar wohl. Beispielsweise die Händler aus Crosta, einem Dorf direkt in der Teichlausitz. "Unsere beiden Kinder, sechs und neun, haben wirklich grüne Daumen", sagt Michael Händler. Auch sonst seien seine Steppkes häufig an den Teichen zu finden, beispielsweise zum Fröschebeobachten. Vielleicht klappt es ja später mal mit einer Arbeitsstelle bei der Naturwacht des Biosphärenreservates. Derzeit sind in der Verwaltung um die 25 Mitarbeiter tätig. Die Internationale Ranger-Organisation (IRF) hat den 31. Juli zum Internationalen Ranger-Tag erklärt. Ranger gibt es weltweit.

www.wanderkompass.de