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| 13:34 Uhr

Förderung der Jugendkultur im Landkreis Görlitz
Bands touren durch Jugendclubs

 Kunstministerin Eva-Maria Stange (l.) übergab den Förderbescheid an FleJuMa-Teamleiter Jens Zschernig, rechts die Vorsitzende des Kreisjugendrings, Jana Lübeck.
Kunstministerin Eva-Maria Stange (l.) übergab den Förderbescheid an FleJuMa-Teamleiter Jens Zschernig, rechts die Vorsitzende des Kreisjugendrings, Jana Lübeck. FOTO: Uwe Menschner
Weißwasser/Niesky. Das Flexible Jugendmanagement im Landkreis Görlitz will die Szene vernetzen. Da dieses Wort jedoch abgedroschen ist, setzt es auf andere Zugpferde. Das Kunstministerium hilft dabei. Erste Station ist Weißwasser Anfang September. Von Uwe Menschner

Jugendclubs sind in vielen Dörfern die letzten Träger des gemeindlichen Zusammenhalts. Doch oftmals sind es nicht die 13- bis 18-Jährigen, die sich dort zusammenfinden, sondern ihre Onkels und Tanten oder gar Väter und Mütter. Kein Wunder, dass viele der tatsächlich Jugendlichen ihre Füße nicht gern über die Schwelle eines solchen „Jugend“-Clubs setzen, wenn sie dort anstelle von Gleichaltrigen jenen Leuten begegnen, die sie ohnehin schon täglich nerven. Für Jens Zschernig ist deshalb klar: „Jugendclubs sind für die Jugend da. Die Älteren müssen dort raus, sie können ja einen Dorfclub gründen.“

Der Teamleiter des beim Kreisjugendring angedockten Flexiblen Jugendmanagements (FleJuMa) im Landkreis Görlitz sprach diese Problematik beim Besuch der sächsischen Kunst- und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) allerdings nur als Randthema an. Galt es doch in erster Linie, ein Projekt vorzustellen, für welches deren Ministerium immerhin 3000 Euro locker macht.

„Kleinprojektfonds“ heißt der in diesem Jahr erstmals gefüllte Topf, von dem sachsenweit nicht weniger als 40 Vereine und Initiativen profitieren. „Es müssen nicht immer die Riesensummen sein. Oftmals genügen schon wenige Tausend Euro, um eine gute Idee zu verwirklichen“, erklärt Eva-Maria Stange.

Dazu zählt die Idee, die Jugendclubs im Landkreis Görlitz zu vernetzen. Das klingt zunächst nicht sonderlich aufregend, und ohnehin ist „vernetzen“ heutzutage ein inflationär gebrauchtes Schlagwort. Doch in diesem Falle steckt mehr dahinter: „Wir organisieren eine musikalische Tour durch sechs Jugendclubs im gesamten Landkreis: Von Weißwasser und Kringelsdorf im Norden über Sandförstgen in der Mitte bis nach Oderwitz, Zittau und Oybin im Süden“, erklärt Jens Zschernig. Mit dabei: eine Handvoll Bands aus der gesamten Oberlausitz, die den jungen Leuten kräftig eins auf die Ohren geben wollen. Darunter in der Szene klangvolle Namen wie „Purity Law“, „Smohle“ oder „22 Times“.

Den Auftakt gibt das Open-Air-Festival „Rock das Sofa“ des Vereins Kultursofa am 7. September in Weißwasser. „Diese Veranstaltung bildet den Anker für unsere Tour. Sie ist etwas größer angelegt als die anderen und unabhängig von der JugendClubKulTour (so der Name des geförderten Projektes, d.Red.) entstanden“, so der Teamleiter.

Der Weißwasseraner Verein organisiert seit acht Jahren ein Open-Air-Festival in der Station Junger Naturforscher und Techniker, wo es auch in diesem Jahr bei freiem Eintritt stattfindet. Wie die Organisatoren informieren, haben sie sich zusammengefunden, um der Jugend, aber auch den Junggebliebenen ein Konzert unter freiem Himmel anzubieten. Auch verschiedene Kinoabende organisiert der Verein.

Am 21. September gastiert die Tour in Kringelsdorf, am 28. September in Sandförstgen. Die 3000 Euro sind speziell für die Abschlussveranstaltung am 1. November in Niesky gedacht, an der auch überregionale Bands teilnehmen werden.

Doch die musikalische Beschallung der jungen Leute stellt nicht den Kern der Aktion dar. „Mit einem Shuttleservice stellen wir sicher, dass die Jugendlichen auch die Veranstaltungen in den anderen Clubs besuchen können. Damit sorgen wir dafür, dass Kontakte entstehen – eben die angesprochene Vernetzung“, erläutert Jens Zschernig.

Damit will man die Clubs ein wenig aus dem eigenen Saft herausholen, in dem sie allzu oft schmoren. „Es gibt sicher viele Möglichkeiten, sich gegenseitig zu helfen – beispielsweise durch das Verleihen von Tontechnik oder anderem Equipment“, nennt der FleJuMa-Teamleiter ein mögliches Beispiel.

Für Eva-Maria Stange ist dies ein Paradebeispiel dessen, was mit dem Kleinprojektefonds angeregt werden soll. „Viele Projekte können mit wenig Geld große Wirkung auslösen. Die Regularien sind unkompliziert und versetzen die Akteure in die Lage, schnell mit Projekten auf aktuelle Anlässe zu reagieren.“

Der Fonds ist mit 200 000 Euro gefüllt, die Antragssumme lag bei 800 000 Euro: „Wir mussten also leider vielen Bewerbern absagen. Die Auswahl erfolgte ohne Eile nach fachlichen Kriterien“, betont die Ministerin. Im kommenden Jahr soll der Fonds nach Möglichkeit noch ein bisschen besser gefüllt sein: „Der Bedarf ist da.“

Das kleine Festival „Rock das Sofa“ findet am 7. September in der Station Junger Techniker und Naturforscher in Weißwasser statt. Angekündigt sind bei freiem Eintritt fünf Live-Bands.

 Im vergangenen Jahr sind rund 250 Besucher beim „Rock das Sofa“ gewesen. Das Open-Air-Konzert bildet den Startschuss für die Jugendclub-Tour.
Im vergangenen Jahr sind rund 250 Besucher beim „Rock das Sofa“ gewesen. Das Open-Air-Konzert bildet den Startschuss für die Jugendclub-Tour. FOTO: Christian Köhler
 Im vergangenen Jahr sind rund 250 Besucher beim „Rock das Sofa“ gewesen. Das Open-Air-Konzert bildet den Startschuss für die Jugendclub-Tour.
Im vergangenen Jahr sind rund 250 Besucher beim „Rock das Sofa“ gewesen. Das Open-Air-Konzert bildet den Startschuss für die Jugendclub-Tour. FOTO: Christian Köhler
 Kunstministerin Eva-Maria Stange (l.) übergab den Förderbescheid an FleJuMa-Teamleiter Jens Zschernig, rechts die Vorsitzende des Kreisjugendrings, Jana Lübeck.
Kunstministerin Eva-Maria Stange (l.) übergab den Förderbescheid an FleJuMa-Teamleiter Jens Zschernig, rechts die Vorsitzende des Kreisjugendrings, Jana Lübeck. FOTO: Uwe Menschner