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Landkreis Görlitz
Jubiläum soll Identität stiften

Projektkoordinator Peter Schulz (l.) von der Entwicklungsgesellschaft, und Landrat Bernd Lange vor dem Logo, das zum Kreis-Geburtstag entwickelt wurde.
Projektkoordinator Peter Schulz (l.) von der Entwicklungsgesellschaft, und Landrat Bernd Lange vor dem Logo, das zum Kreis-Geburtstag entwickelt wurde. FOTO: Regina Weiß
Görlitz. Der Landkreis Görlitz feiert zehnten Geburtstag mit Büchern und Bürgerfest.

(rw) Das neue Jahr hat so angefangen wie das alte: Mit der Insolvenz vom Waggonbau Niesky setzen sich die schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft fort. Die Menschen zweifeln angesichts dieser Entwicklung, weiß Landrat Bernd Lange (CDU). „Bei allem Sch..., den wir laufend erleben müssen, bei der Härte, die das Leben mit sich bringt“, vergesse man manchmal, worauf die Bürger stolz sein können, was man sich geschaffen habe, so der Landrat.

Genau das ist der Ansatz für das Jubiläum, das in diesem Jahr im Landkreis Görlitz ansteht. Die Fusion des Niederschlesischen Oberlausitzkreises mit Löbau-Zittau sowie der Kreisfreien Stadt Görlitz zum Landkreis Görlitz jährt sich am 1. August 2018 zum zehnten Mal. Anlässlich dieses Geburtstages möchte die Kreisverwaltung mit verschiedenen Aktionen im gesamten Jahr auf das Jubiläum aufmerksam machen und damit das Interesse der Einwohner und Gäste auf den lebenswerten Landkreis lenken. Am Freitag wurden im Landratsamt in Görlitz erste Programmpunkte vorgestellt.

Zunächst wird dem Ganzen erst mal ein Stempel aufgedrückt. Das Logo, das entwickelt wurde, schlägt den Bogen von der Geschichte ins Jetzt und soll durchaus auf jeder Kreis-Post Werbung machen. Neben den zehn Jahren Landkreis geht es um die 750 Jahre Görlitzer Land. 1268 hat Markgraf Otto IV. von Brandenburg mit der vorgenommenen Teilung der Oberlausitz die Landkreisbildung schon mal 740 Jahre vorweggenommen. Was damals geschah und wie es sich heute im Landkreis Görlitz leben lässt, soll sich im Buch „Geschichte und Geschichten aus dem Landkreis“ – so der Arbeitstitel – widerspiegeln. Seine Premiere wird es am 21. April im Kunsthistorischen Museum Görlitz haben. Das rund 300 Seiten starke Werk wird vom Zentrum „Kultur//Geschichte“ gestaltet. Laut Achim Mühle, Leiter des Kulturamtes, ist eine Auflage von 3000 Stück geplant. Geht es nach Mühle und Lange dann soll das neue Werk ähnlich erfolgreich werden wie das Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreise „Von der Muskauer Heide zum Rotstein“. Dessen erste Auflage war damals innerhalb von Wochen vergriffen.

Ein zweites Buch soll die Kinder in der Grundschule ansprechen. Es ist als Malbuch für Erstklässler konzipiert. Das Gemeinschaftswerk, an dem unter anderem die Hochschule Zittau/Görlitz mitwirkt, soll Lust auf die Oberlausitz machen. Auf 45 Seiten werden sich verschiedene Motive aus den Landkreisen Görlitz, Bautzen und der Wojewodschaft Zgorzelec wiederfinden. 10 000 Stück werden zum neuen Schuljahr verteilt.

Um Kunst geht es auch beim Pleinair, das der Landkreis im Oktober plant. Nach dem Tagebau Nochten und dem Muskauer Park 2004 sowie „Stadt-Raum-Kunst“ 2012 in Görlitz  ist nun Zittau an der Reihe. 15 Künstler sollen im Süden des Kreises auf Motivsuche gehen und sich künstlerisch ausdrücken. „Die ersten Ergebnisse werden dann dort auch ausgestellt“, so Achim Mühle. Danach soll die Kunst aus dem Kreis Werbung in ganz Europa machen. Bilder vorhergehender Pleinairs waren bei Ausstellungen von der portugiesischen Atlantikküste bis zur weißrussischen Grenze zu sehen.

Höhepunkt des Jubiläums soll ein Bürgerfest sein, das die Kreisverwaltung im Rahmen des Görlitzer Altstadtfestes am 25. August feiern will. Dazu wird ins Landratsamt an der Bahnhofstraße eingeladen. „Es soll ein Fest für die ganze Familie werden“, kündigt Lange an.

„Wir wissen, dass der Landkreis überwiegend als künstliches Gebilde wahrgenommen wird. So nach dem Motto, das ist der Norden, das ist der Süden, wir passen nicht zusammen“, so Lange. Er sieht den zehnten Geburtstag gerade als Chance, Identität zu stiften. „Der Landkreis ist nicht mehr und nicht weniger als ein Zweckverband der Kommunen“, unterstreicht der Landrat.