ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:47 Uhr

Jobticket: Auf dem Lande noch ein Geheimtipp

Bautzen/Görlitz. Als "Erfolgsgeschichte" bezeichnet der FDP-Landtagsabgeordnete Torsten Herbst die Jobtickets im Bereich des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO). Doch abseits der Landeshauptstadt sieht es eher mau aus, wie eine RUNDSCHAU-Nachfrage bei den Verkehrsverbünden ergab. Uwe Menschner /

Das System scheint überzeugend: Unternehmen oder Behörden können ein Kontingent von Zeitkarten des öffentlichen Nahverkehrs erwerben und verbilligt an ihre Mitarbeiter abgeben. "Davon haben alle etwas", lässt Herbst (FDP) wissen: "Die Arbeitgeber können ihren Mitarbeitern ein attraktives Angebot machen, der Nahverkehr bekommt neue Nutzer, und die Arbeitnehmer sparen Geld - und vor allem auch Nerven, wenn Staus und Parkplatzsuche entfallen." Doch nicht zuletzt sei das Jobticket auch erfolgreiche Umweltpolitik: "Attraktive Anreize bewirken viel mehr als Zwang. Der öffentliche Nahverkehr wird nicht dadurch interessant und beliebt, dass man ihn nutzen muss, sondern wenn man ihn nutzen will."

Insgesamt 104 Rahmenverträge mit Arbeitgebern existieren derzeit beim VVO, mehr als 16 000 Arbeitnehmer profitieren davon.

Allerdings partizipiert der Teil des Verkehrsverbundes Oberelbe, der zum Landkreis Bautzen gehört (also der Altkreis Kamenz und die ehemals kreisfreie Stadt Hoyerswerda), kaum von dem "Run" auf die Jobtickets: "In diesem Bereich gibt es nur eine einzige Rahmenvereinbarung, und zwar mit der Vattenfall GmbH", erklärt VVO-Pressesprecher Christian Schlemper auf Anfrage. Vattenfall-Pressesprecher Thoralf Schirmer präzisiert: "Wir haben eine Vereinbarung mit den Verkehrsbetrieben Hoyerswerda abgeschlossen, die von acht Mitarbeitern genutzt wird."

Im Bereich des Zweckverbandes Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon), der den Altkreis Bautzen sowie den gesamten Landkreis Görlitz umfasst, nutzen circa 200 Mitarbeiter von acht Unternehmen das Jobticket, wie Pressesprecherin Sandra Trebesius mitteilt. Dazu zählen unter anderem die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, das Klinikum Görlitz, die AOK Plus sowie das Landratsamt Görlitz. "Die Verkehrsunternehmen sind derzeit mit vier weiteren Unternehmen im Gespräch", so die Sprecherin.