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| 17:16 Uhr

Schnelles Internet
Jetzt wird auf die Tube gedrückt

Weißwasser. Ab Ende Oktober 2018 sollen rund 8000 Haushalte die neueste Technik für schnelles Internet in Weißwasser nutzen können. Die Telekom kündigt im ersten Schritt Bandbreiten bis zu 100 MBit/s an. Von Gabi Nitsche

Bis Ende 2020 ist schnelles Internt mit mindestens 100 MBit/s Standard in Weißwasser. Das hat am Freitag Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) angekündigt. Dort, wo die Wohnungsbaugesellschaft und die -genossenschaft zugange sind, können deren Mieter derartige Breitband-Geschwindigkeiten schon längere Zeit nutzen. Doch es gibt auch viele Bereiche, wo das Internet lahm ist wie eine Ente. Deswegen ist OB Pötzsch erfreut, dass die Telekom ihr Netz in Weißwasser schon 2018 ausbaut, nicht erst 2019. „Die Ansprüche der Bürger an ihren Internet-Anschluss steigen ständig. Bandbreite ist heute so wichtig wie Gas, Wasser und Strom“, sagt  Pötzsch und sieht durch den Ausbau einen digitalen Standortvorteil für Weißwasser. Positiv fürs Stadtsäckel: Das Unternehmen macht das auf eigene Kosten.

Rund 8000 Haushalte bekommen bis Ende Oktober schnelles Internet. Das neue Netz wird so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Auch das Streamen von Musik und Videos oder das Speichern in der Cloud wird bequemer. Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) und beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s. Dafür wird das Unternehmen rund 13 Kilometer Glasfaser verlegen – dafür muss nicht die Stadt aufgebuddelt werden, sondern es werden vorhandene Leerrohre genutzt – und 28 Verteiler aufstellen oder mit moderner Technik ausstatten.

„Unser Ziel lautet: Breitband für alle. Deshalb investieren wir Jahr für Jahr bis zu vier Milliarden Euro. So treiben wir auch in Weißwasser die Digitalisierung voran,“ sagt Sten Pinkert, Regionalmanager der Deutschen Telekom, der beim Pressegespräch am Freitag im Weißwasseraner Rathaus die Farben des Kommunikationsunternehmens vertrat.

Er erklärt das technische Vorgehen: Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler wird das Kupfer- durch Glasfaserkabel ersetzt. Das sorgt für erheblich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Verteiler werden zu Multifunktionsgehäusen (MFG) umgebaut. Die großen grauen Kästen am Straßenrand werden zu Mini-Vermittlungsstellen. Im MFG wird das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort über das bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen. Um die Kupferleitung schnell zu machen, kommt Vectoring zum Einsatz. Diese Technik beseitigt elektromagnetische Störungen. Dadurch werden höhere Bandbreiten erreicht.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2018 will die Telekom noch eins drauflegen. Dann will sie Super-Vectoring einsetzen. Diese Technologie ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 250 MBit/s. Pinkert verweist auf die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist die  Geschwindigkeit für das schnelle Internet. Der Weißwasseraner hat letztlich die Wahl, wie schnell er im weltweiten Netz unterwegs sein will und was er bereit ist, dafür zu bezahlen.

Doch die Initiative der Telekom im Stadtinneren war nicht die einzige gute Nachricht. Über den Breitbandausbau unter Federführung des Landkreises Görlitz, der von Bund und Land gefördert wird, kommen auch andere Gebiete zu schnellem Internet wie das Industriegebiet. Das Vorhaben soll bis 2020 realisiert werden. Da die Politik die Fördersumme von 90 auf 100 Prozent erhöhen will, könnte Weißwasser 300 000 Euro, die dafür als Eigenmittel vorgesehen waren, für andere Sachen nutzen. „Über diese Gesamtentwicklung sind wir sehr froh“, so Pötzsch.