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| 16:25 Uhr

Lausitzer Sterne - Weißwasser hält zusammen
Jeder "weiß-wass-er" helfen kann

Junge Weißwasseraner, die Firma Glöckner und das Soziale Netzwerk Lausitz spachteln für eine von sieben Aktionen am 23. Juni die Turnhallen-Außenwände der ehemaligen 6. Grundschule ab.
Junge Weißwasseraner, die Firma Glöckner und das Soziale Netzwerk Lausitz spachteln für eine von sieben Aktionen am 23. Juni die Turnhallen-Außenwände der ehemaligen 6. Grundschule ab. FOTO: Robert Seidel
Weißwasser. Lausitzer Sterne erfüllen Wünsche. Junge Leute packen an. Samstag ist großer Mach-Mit-Tag in Weißwasser. Von Gabi Nitsche

Gemeckert ist schnell. Jemandem die Schuld in die Schuhe schieben, weil irgendetwas nicht gleich klappt oder schiefgelaufen ist, einem was missfällt, auch. Einer, der ganz oben steht als Übeltäter mancher Negativ-Kommentatoren auf Weißwasseraner Facebook-Seiten, das ist Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), kritisiert Robert Seidel vom Sozialen Netzwerk Lausitz (SNL). „Meckern können viele, aber nicht selbst aktiv werden“, das ärgert nicht nur ihn.

Samstag lässt sich das ändern. Da kann jeder was Nützliches in seiner Heimatstadt tun. Wenn nämlich immer und überall die gleichen Ehrenamtler – und davon hat Weißwasser viele in den verschiedensten Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – im Einsatz sind, birgt das die Gefahr, Ehrenamt zu verbrennen. „Wir wollen das mit dem Sternentag aufbrechen und Leuten, die nur begrenzte Ressourcen haben, zum Beispiel Zeit, Möglichkeiten bieten, aktiv zu werden.“ Seidel bringt es auf den Punkt, was sich die Veranstalter vom Samstag erhoffen: „Weißwasser hält zusammen und jeder ‚weiß-wass-er’ helfen kann.“ Damit nicht genug: „Mit dem Förderprojekt Lausitzer Sterne bietet das Soziale Netzwerk Lausitz eine Plattform, die genau das ermöglicht: eigenständig handeln. Es beginnt immer bei uns. Wir alle können aktiv werden und etwas verändern. Gemeinsam können wir gegen die ständigen Streitereien und persönlichen Empfindlichkeiten, die unserer Stadt schaden, ein Zeichen setzen“, so  der Leiter der Lausitzer Sterne.

An sieben Standorten kann man Samstag von 13 bis 16 Uhr Gutes tun und bekommt dafür einen Stern. An der Turnhalle an der Juri-Gagarin-Straße heißt es zum Beispiel „Graffiti für die City“. Den Wunsch, die Wände „schön“ zu besprühen, hat OB Torsten Pötzsch eingebracht. Wer dabei hilft, bekommt besagten Stern. Der und viele weitere Sterne können am gleichen Tag um 17 Uhr bei einer großen Ehrenamts-Dankeschön-Veranstaltung, an der auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) teilnimmt, eingetauscht werden. Denn als Dankeschön, dass ihr Wunsch erfüllt wird, geben die Wunsch-Geber – wie der OB – ihrerseits etwas in den Sterne-Topf. Pötzsch legt als DJ OB dafür auf einer Vereinsfeier auf und bleibt für gute Gespräche gern auch ein Weilchen länger, sagt er.

In Vorbereitung auf die Graffiti-Aktion trafen sich Montag sechs junge Weißwasseraner, die Firma Glöckner und das SNL, um die alte Turnhalle der ehemaligen 6. Grundschule von porösen und brüchigen Graffiti zu befreien. Sie werden bis zum Samstag die Wand weiter abspachteln, weiß übermalen und am 23.06. können sich dann die Bürger ausprobieren und mit neuem Graffiti die Turnhalle verschönern.

Angeleitet wird das Ganze von dem 19-Jährigen Nick Ruddies.Die Aktion zeigt, dass sich etwas bewegt in Weißwasser, solange Bürger, Wirtschaft und Verwaltung zusammenhalten und aktiv werden. Denn auch die jungen Einwohner sehen hier ihre Zukunft: „Ich engagiere mich, da Weißwasser meine Heimatstadt ist, ich hier mein ganzes Leben verbracht habe und noch gern viele Jahre hier verbringen möchte. Des Weiteren will ich etwas zur Jugendkultur beitragen, um den Jugendlichen dieser Stadt Freizeitmöglichkeiten zu ermöglichen. Gern bringe ich mich daher am 23. Juni ein, auch um mich gegen das Klischee der Illegalität von Graffiti beziehungsweise gegen das Vorurteil der ‚Schmierereien’ in Weißwasser zu stellen“, begründet Nick Ruddies sein Engagement.

Hier können am Samstag außerdem Sterne eingesammelt werden:

Die Aktion Weißwasser und die Stadtgärtner wünschen sich die Verschönerung des Boulevards. Treffpunkt untere Ebene, hier wird es künstlerisch. Pflanzschalen und andere kreative Blickfänger werden gestaltet. Farben, Schalen, Pinsel sind vorhanden und werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Am Tag der Technik öffnet die Station Junger Naturforscher und Techniker ab 14 Uhr ihre Pforten für ein großes Fest und für den guten Zweck. Ein Pavillon für Ferienkinder soll vor Ort bunt und (farben-)froh gestaltet werden.

Die Mobile Jugendarbeit SKZ Telux und die Kiss Weißwasser wünschen sich Unterstützung im Jahnbad. Gemeinsam sollten Grünanlagen und Bäume auf Vordermann gebracht werden. Harken, Spaten & Co. sind vorhanden.

Beim Spinnnetz am Sorauer Platz sind neue Pablo Picassos gern gesehen. Nach Herzenslust sollen Leinwände bemalt werden. Die Werke werden zugunsten eines guten Zweckes versteigert. Geeignet ist diese Aktion für Neu-Kreative und „alte Kunsthasen“. Leinwände, Farben und Pinsel sind kostenfrei vorhanden.

Im Studio 41 an der Damaschkestraße sollen unter dem Motto „Fit und sozial“ Pfunde purzeln für den guten Zweck. Mitmachen und Gasgeben auf Laufband, Stepper oder Fahrrad sind gefragt. Für jeden Kilometer wird Geld gesammelt für einen guten Zweck. Sportsachen und Turnschuhe bitte nicht vergessen.

Das Krankenhaus und Fabrik-Nähe wünschen sich  Mützchen und Halstücher für die Neugeborenenstation. Wer Lust am Nähen hat, ist herzlich willkommen im Foyer der medizinischen Einrichtung. Nähmaschinen und Stoffe sind vorhanden und werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch  wünscht dem Aktionstag die entsprechend gute Resonanz. „Ich freue mich, dass dieser Sternetag und im Anschluss die Dankeschönveranstaltung für das Ehrenamt zustande gekommen sind. Die logistische Herausforderung ist für die Organisatoren sehr groß.“ Ab 17 Uhr findet die Veranstaltung  im SKZ Telux statt.  2017 waren 300 Leute ins Jahnbad eingeladen, und es gab viel Lob. Dieses Jahr wurden um die 400 Einladungen versandt. „Wir wollen dem Ehrenamt den Rücken stärken. Es sind viele Engagierte unterwegs, die oft untereinander unbekannt sind.

Am Samstagabend haben sie Gelegenheit, sich zu treffen und stolz festzustellen, Teil des Ganzen zu sein“, sagt Robert Seidel. „All diese Menschen, ob in Vereinen oder als Einzelpersonen sowie Unternehmer bringen sich ein, das Leben in Weißwasser besser zu machen“, ist SNL-Geschäftsführerin Manuela Thomas überzeugt.

Anpacken ist die Devise - mit Sprüchen wie diesen weisen die Lausitzer Sterne auf den Mitmach-Tag am 23. Juni hin. Foto: Joachim Rehle
Anpacken ist die Devise - mit Sprüchen wie diesen weisen die Lausitzer Sterne auf den Mitmach-Tag am 23. Juni hin. Foto: Joachim Rehle FOTO: Joachim Rehle