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| 13:29 Uhr

Weißwasser
Jahnbad-Zukunft bleibt ungewiss

Weißwasser. Ob 2019 in Weißwasseraner Bad gebadet werden kann, ist offen. Ein neuer Betreiber muss her. Von Torsten Richter-Zippack

Das Weißwasseraner Jahnbad wird bereits seit fast 80 Jahren zum Baden und Schwimmen genutzt. Was allerdings ab dem kommenden Jahr mit der Einrichtung neben dem Tierpark passiert, steht derzeit noch in den Sternen. Der Grund: Zum Jahreswechsel 2018/2019 läuft der Betreibervertrag zwischen der Stadt Weißwasser als Eigentümerin des Bades und dem Soziokulturellen Zentrum Telux Mobile Jugendarbeit und Soziokultur aus. Der Verein betreibt die Einrichtung seit mehreren Jahren. Nach Angaben der Stadt ist eine Verlängerung des Vertrages um ein weiteres Jahr nicht in Anspruch genommen worden. Vereinsvorsitzender Christian Klämbt erklärt, warum: „Der jährliche Zuschuss der Stadt von 25 000 Euro ist für die Betreibung nicht auskömmlich. Selbst bei einem super Sommer mit vielen Gästen bräuchten wir pro Jahr zwischen 30 000 und 35 000 Euro. Präsentiert sich der Sommer kühl und regenreich, fallen die Kosten entsprechend höher aus.“

Einen weiteren Knackpunkt bildet die Kulturraumförderung. Bevor der Verein diese Mittel vonseiten des Freistaates Sachsen bekam, konnten Veranstaltungen, die im Jahnbad stattfanden, mit ins Budget gerechnet werden, erklärt Christian Klämbt. Dazu gehörten unter anderem die Klassik- und die Schlagernacht. Jetzt müssen diese Veranstaltungen separat abgerechnet werden.

Bereits im vergangenen Jahr ist beim Jahnbad-Betreiber ein Defizit von rund 15 000 Euro aufgelaufen. Hinzu gesellt sich die extrem angespannte Haushaltssituation in Weißwasser mit einem Minus von mehr als zwei Millionen Euro. Dabei müssten Reparaturen und Werterhaltungsarbeiten vorgenommen werden. Christian Klämbt verweist dabei unter anderem auf den Sanitärtrakt.

Zum 1. September geht die Jahnbad-Saison 2018 planmäßig zu Ende. „Dann machen wir die Einrichtung winterfest“, kündigt Klämbt an. Die Stadtverwaltung prüft indes, in welcher Betreibungsform der Badebetrieb auch ab 2019 optimal gewährleistet werden kann. „Wir wollen einen neuen Pächter finden“, gibt Oberbürgermeister Torsten Pötzsch die Marschrichtung vor. Es existiere selbst die Idee, den Zaun abzubauen und das Jahnbad für jeden zu jeder Zeit zugänglich zu machen. „Aber das wäre mit Sicherheit der Anfang vom Ende dieser Einrichtung“, warnt Torsten Pötzsch. Zunächst solle eine neue Ausschreibung folgen. Alternativ bestehe die Möglichkeit, dass die Stadt das Bad selbst betreibt.

Die nach Turnvater Friedrich Ludwig Jahn benannte Einrichtung geht auf eine ausgekohlte Mulde zurück, die sich ab dem Jahr 1906 mit Wasser fühlte. Anno 1931 startete die Einrichtung eines Freibades. Damals entstand auch der halbkreisförmige Strand, der sich trotz zahlreicher Veränderungen in den nachfolgenden Jahrzehnten bis in die heutige Zeit weitgehend erhalten hat.