Weißwasser

Jahnbad könnte Naturbad werden

Die Betonstege sollen aus dem Jahnbad verschwinden. Stattdessen sind mobile Schwimmstege denkbar. FOTO: Torsten Richter-Zippack

Weißwasser. Im Weißwasseraner Bauausschuss wird lebhaft über die Zukunft der Einrichtung diskutiert.

Zum Jahresende 2018 ist definitiv Schluss. Dann endet das dreijährige Engagement des Vereins Soziokulturelles Zentrum Telux Mobile Jugendarbeit und Soziokultur als Betreiber des Jahnbades in Weißwasser. Zu hohe Kosten und zu wenig finanzielle Unterstützung vonseiten der Stadt als Eigentümerin des Bades sind die Ursachen, begründet der Verein. Nach Angaben des Weißwasseraner Bauamtsleiters Thomas Böse zeigt die Jahnbad-Jahresrechnung für 2017 tatsächlich keine positiven Ergebnisse. Der Verein bekommt einen jährlichen Zuschuss von 25 000 Euro aus der Stadtkasse.

Der Badebetrieb soll indes auch im kommenden sowie in den folgenden Jahren weiterlaufen. Darin sind sich die Mitglieder des Bauausschusses einig. Allerdings weniger, wie dies konkret funktionieren soll. Während der jüngsten Sitzung sprachen sich mehrere Stadträte für den Betrieb einer offenen Badestelle am Jahnteich aus. Andere wiederum plädieren für einen neuen Betreiber. Darüber hinaus gibt es mehrere unentschlossene Räte.

Fakt ist, dass es erhebliche bauliche Änderungen geben werde, kündigt Thomas Böse an. Dafür stehen 375 000 Euro bereit. Allerdings müssen bis spätestens Ende 2018 die entsprechenden Anträge gestellt werden. So sollten sich die Stadträte bis zu ihrer Oktobersitzung über die Zukunft des Jahnbades im Klaren sein.

Denkbar seien der Abriss der ohnehin maroden Steganlagen im Wasser sowie des Kioskes oder aber ein Neubau der Anlage im Wasserbereich. Zudem sei es vorstellbar, das Jahnbad in eine künftig freie, jederzeit zugängliche Badestelle umzugestalten. Das Gelände solle zwar eingezäunt werden, aber entsprechende Zugänge haben. Das Hauptgebäude bleibt erhalten und werde saniert. Die Räume könnte der örtliche Tauchsportverein nutzen, ebenso sei ein Imbiss vorstellbar.

Bei einigen Stadträten rennt Thomas Böse mit seiner Naturbadestellen-Idee offene Türen ein. „Der Ansatz ist gut, das Bad zu erhalten“, sagt beispielsweise Kathrin Jung (SPD). So stünden die dortigen Spielplätze ganzjährig zur Verfügung. Bislang können sie nur während der Badesaison, die aktuell lediglich drei Monate dauert, genutzt werden. Auch Andreas Kaulfuß (CDU) kann sich für eine offene Naturbadestelle erwärmen. Dadurch würden die Betreiberkosten sinken, argumentiert er. „Allerdings muss die Sauberkeit sichergestellt sein“, mahnt der Stadtrat. Nach der Vorstellung von Kathrin Jung könnte der künftige Kioskbetreiber gleichzeitig auf Ordnung und Sauberkeit im Badbereich achten.

Genau die sieht Timo Schutza (Klartext) aber als gefährdet an: „Die Umgestaltung als Naturbadestelle ist der Abschuss des Jahnbades“, warnt er. „Dann finden dort die ersten Partys statt, es gibt Lagerfeuer und Scherben im Wasser.“ Schutza regt an, mit dem Tauchsportverein das Gespräch zu suchen. Denkbar wäre auch ein gemeinsames Projekt mit der Schwimmhalle.

Detlef Wolsch (Klartext) sieht hingegen eine offene Naturbadestelle als Vorteil. „Manche Leute stehen gegen 10 Uhr vor verschlossener Badtür, da es erst um 14 Uhr öffnet. Diese starren Öffnungszeiten würden dann wegfallen.“ Seit 1. September ist das Jahnbad geschlossen, die Saison 2018 Geschichte.