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| 17:19 Uhr

Wölfe in Sachsen
Jagdhund von Wolf getötet

Symbolfoto: Ein Wolf steht im Tierpark Hexentanzplatz in seinem Gehege.
Symbolfoto: Ein Wolf steht im Tierpark Hexentanzplatz in seinem Gehege. FOTO: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa
Rietschen. Der Jagdhund, der am 30. Januar auf dem Truppenübungsplatz (TÜP) Oberlausitz tot aufgefunden wurde, wurde von einem Wolf getötet. Der Rüde des Daubitzer Rudels ist nach Proben als Täter überführt.

Die genetische Untersuchung des am toten Hund genommenen Materials konnte einen vermuteten Wolfsübergriff auf den Hund bestätigen, so das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen. Der Hund wurde vom Rüden des Daubitzer Rudels getötet. „Ein Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und den in der Region zuvor aufgetretenen Übergriffen auf Hunde, Katzen und Kaninchen durch den am 2. Februar legal geschossenen Wolfsrüden besteht somit nachweislich nicht“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Der nicht angeleinte Jagdhund hatte sich im Wald von seinem Hundeführer entfernt, Wild verfolgt und war nicht mehr zurückgekehrt. Aufgrund eines am Halsband befestigten GPS-Senders konnte das Tier aufgefunden werden. Er war bereits tot.

Unter besonderen Umständen können Angriffe von Wölfen auf Hunde vorkommen. Insbesondere während der Paarungszeit (Januar bis März) könne es sein, dass die Wölfe in Hunden unerwünschte Konkurrenten sehen. Besondere Vorsicht ist auch in der Nähe von Rendezvous-Plätzen oder an Rissen geboten, die Wölfe verteidigen können. Generell sollten Hunde im Wolfsgebiet angeleint beziehungsweise nahe bei ihrem Besitzer geführt werden. Es kann vorkommen, dass Wölfe sich für diese Artgenossen interessieren, die aus Wolfssicht „dreist“ in ihrem Territorium markieren.

Es wird geraten, die Nähe des Besitzers ist der beste Schutz für den Hund. Kommt es zu einem Zusammentreffen beider Tiere, sollte man seinen Hund zu sich rufen, anleinen und sich ruhig zurückziehen. Falls der Wolf weiter Interesse am Hund zeige, sollte man laut rufen und den Wolf gegebenfalls durch das Werfen von Gegenständen vertreiben. „Eine Gefahr für den Hundeführer selbst besteht in diesen Situationen nicht“, so das Kontaktbüro. Die Wölfe interessieren sich für ihre domestizierten Verwandten, nicht für die Menschen.

Auf dem TÜP leben seit 1998 Wölfe. Das Daubitzer Territorium existiert seit dem Monitoringjahr 2005/2006.