Vor fünf Jahren hat Alexander Wagner die Leitung der gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung am Kreiskrankenhaus Weißwasser übernommen. Nun möchte er sich beruflich verändern und wohnortnaher arbeiten, bestätigt Steffen Thiele, Geschäftsführer für Klinikmanagement in der Managementgesellschaft Gesundheitszentrum des Landkreises Görlitz mbH (MGGZ), gegenüber der RUNDSCHAU.

Bis Ende Juni sei Wagner noch in Weißwasser als Chefarzt an Bord. Sein Nachfolger steht fest. "Wir haben den Chefarzt-Posten ausgeschrieben, der Vertrag mit dem Nachfolger ist bereits unterschrieben", so Thiele.

Der neue Chefarzt, dessen Name zurzeit noch nicht preisgegeben werde, da dieser Arzt noch vertraglich gebunden sei, hat sich seinen neuen Arbeitsort bereits angeschaut. Er werde so schnell wie möglich den Staffelstab übernehmen. "Je eher, desto besser", sagt Steffen Thiele und geht spätestens von Oktober aus. Auch ansonsten sei die Abteilung stabil besetzt mit vier Fachärzten und vier Assistenzärztinnen. Die Nachricht, dass Alexander Wagner Weißwasser verlassen wolle, habe auch bei einigen Patienten für Unsicherheit gesorgt. Denn der bisherige Chefarzt bietet einige spezielle Sprechstunden an, zum Beispiel für Patientinnen mit Krebserkrankungen. "Wir sind bemüht, auch hierfür eine Lösung zu finden, eventuell in Kombination der Ärzte im stationären Bereich und im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ)." Steffen Thiele ergänzt: "Ich bin optimistisch, dass wir uns bei dem Thema breiter aufstellen können."

Weitere Ärzte willkommmen

Einen Wechsel habe es jetzt auch im chirurgischen Bereich unter Chefarzt Dr. med. Carsten Brußig gegeben. Für Marek Rutkowski hat vor einigen Wochen ein neuer Oberarzt seinen Dienst begonnen. Stabil besetzt sei laut Geschäftsführer auch die Innere Abteilung, die langjährig von Dr. Steffen Busse als Chefarzt geleitet wird. Eine offene Stelle gäbe es in der Anästhesie, die besetzt werden soll. "Wir sind dran und suchen", erklärt Steffen Thiele. Das treffe auch für den Kinder- und Jugendbereich mit Chefarzt Dr. Mathias Genné zu. "Hier sehen wir auch noch Potenzial." Denn auch auf Frauen im Arztberuf trifft Familienplanung zu, sagt Thiele augenzwinkernd.

Was die Zukunft des Krankenhauses Weißwasser angeht, soll sich an den jetzigen Strukturen nichts verändern. "Wir wollen das Krankenhaus Weißwasser mit allen Bereichen, einschließlich MVZ, so weiterführen." Thiele frage sich, wie es zu Gerüchten komme, vonwegen es soll hier keine Entbindungen mehr geben. Das sei völliger Quatsch. "Wir haben jetzt erst eine zweite Hebamme eingestellt."

Neue ITS wird gebaut

Was den vorgesehenen Bau einer neuer Intensivtherapiestation (ITS) angeht, glaubt Steffen Thiele an den Baubeginn im Herbst. Ein Planungsbüro habe das Millionen-Objekt schon vor Monaten zu Papier gebracht, alle Unterlagen wurden eingereicht. "Wir haben auch die Zusage vom Ministerium, aber noch keinen Bescheid auf dem Tisch. Der Ball liegt jetzt in Dresden. Ich bin froher Hoffnung." Anfang 2017 könnte dann das Vorhaben bezugsfertig sein. Von den Baumaßnahmen sei die jetzige ITS nicht betroffen. Denn die Station entsteht in einem anderen Bereich des Krankenhauses, über der Notaufnahme im Obergeschoss.