| 02:45 Uhr

ITS-Neubau in Weißwasser liegt im Plan

Beim Tag der offenen Tür im Krankenhaus konnte man sich Blutdruck messen lassen, auch vom Ehemann, unter Anleitung von Azubine Mandy Nowotnick.
Beim Tag der offenen Tür im Krankenhaus konnte man sich Blutdruck messen lassen, auch vom Ehemann, unter Anleitung von Azubine Mandy Nowotnick. FOTO: Nitsche
Weißwasser. Mit dem 1,8-Millionen-Euro-Projekt liege man im Plan. Das bedeutet laut Geschäftsführer Andreas Grahlemann, die neue Intensivtherapiestation (ITS) ist kurz vor der Fertigstellung. Gabi Nitsche

"Im Oktober zieht die Station schrittweise um, und parallel dazu öffnen wir die Palliativstation." Zurzeit läuft die organisatorische Feinabstimmung, sagt der Chef am Samstag beim Tag der offenen Tür im Kreiskrankenhaus Weißwasser.

Viele Besucher sind gekommen, um einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Wie Stefanie Michel und Sandro Biele. Anfang November soll ihr erstes Kind geboren werden und das in Weißwasser, verrät die Noch-Görlitzerin. Ihre Hebamme Ines Plocke habe ihnen diesen Termin heute ans Herz gelegt. "Wir möchten heute gucken, wo was ist." Apropos Hebammen. Anne-Kathrin Klenner kann von einer guten personellen Ausstattung sprechen. "Wir sind drei festangestellte, und dann kommen noch unsere Beleghebammen hinzu. Wir sind gut aufgestellt, um vielen Babys auf die Welt zu helfen", sagt sie lachend.

Führungen durch den Kreißsaal sind an diesem Tag gefragt. Hebamme Katrin Zuchold, die vor zwei Monaten von Forst nach Weißwasser gewechselt ist, lässt sich gern "Löcher in den Bauch" fragen. Im Vergleich zu anderen Kliniken, sagt sie, sei es ein Luxus, dass die Mütter bei einer normalen Geburt fünf Tage hier bleiben. "Sie können sich die Zeit mit dem Kind allein gönnen. Dazu kommen viele zu Hause dann gar nicht mehr." Bis Samstag waren dieses Jahr 219 Kinder geboren worden. Im letzten Jahr waren es 361 insgesamt.

Zurzeit lernen 24 junge Leute am Krankenhaus in der Gesundheits- und Krankenpflege. Mandy Nowotnick und Lillia Schmittel aus dem dritten Lehrjahr rühren tüchtig die Werbetrommel für ihren Beruf. Für die Krankenschwestern in spe gibt es keinen schöneren, sagen beide. "Die Ausbildung ist nicht leicht, man muss sich schon dahinterklemmen und den Willen haben. Aber die Liebe zum Beruf macht vieles möglich", sagt Mandy Nowotnick. Lillia und Mandy können gar nicht verstehen, dass noch Ausbildungsplätze frei sind.

Auf verständliche Art vermitteln Ärzte aus unterschiedlichen Abteilungen Wissenswertes zu häufigen Krankheiten und was man selbst tun kann, um diesen vorzubeugen. Auch moderne Operationsmethoden spielen eine Rolle und interessieren die Zuhörer sehr.

Andreas Grahlemann bringt es auf den Punkt: "Medizinisch gesehen ist das Krankenhaus gut aufgestellt." Der Geschäftsführer verweist auf fachlich hoch qualifizierte Ärzte. Weitere Anstrengungen seien nach wie vor notwendig, um auch den Kostenblock hinzubekommen. Zurzeit laufe im Freistaat Sachsen die Krankenhausplanung. "Ich denke, die Sichtweise auf die Dinge muss sich und wird sich ändern, was den stationären und ambulanten Bereich angeht." Dass das Krankenhaus ausschließlich nur stationär agieren darf, würde draußen, wo Ärzte fehlen, keiner verstehen können. Die Leute werden ungeduldig, weiß Grahlemann. Hinzu komme die Demografie. Die Bevölkerungszahl schrumpft, die Menschen werden immer älter. Grahlemann ist überzeugt, dass man in der medizinischen Versorgung nicht auf Dauer die Segmente stationär und ambulant trennen kann, sondern zusammenführen muss. Deswegen: "Das Verständnis ‚oben' muss sich ändern." Grahlemann hofft diesbezüglich auf die aktuelle Planung, was die Krankenhauslandschaft in Sachsen angeht.