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| 16:27 Uhr

Kommunales
Investitionen bleiben weiter eine Herausforderung

Die Köbelner Straße braucht eine Sanierung.
Die Köbelner Straße braucht eine Sanierung. FOTO: Regina Weiß / LR
Bad Muskau. LR vor Ort kommt in der nächsten Woche nach Bad Muskau-Köbeln

Auch wenn die Wahlen schon ein bisschen her sind, wirken sie nach. Nicht nur im politischen Gefüge in Deutschland und Sachsen, sondern auch bei Helene Schlammer und ihren Kindern. Die 87-jährige wollte unbedingt selbst im Wahllokal erscheinen. Doch sie ist auf einen Rollstuhl angewiesen. In die Feuerwehr Bad Muskau-Köbeln kam sie nur mit Hilfe ihrer Kinder Michael und Marion ins Gebäude. Das war allerdings laut Wahlschein als barrierefrei tituliert. Mit der Kritik hat sich die Bewohnerin an die RUNDSCHAU gewandt. Sicherlich in der Hoffnung, dass sich an diesem Umstand in Zukunft etwas ändern werde. Zeit bleibt bis zur nächsten Wahl. Die steht 2019 an. Dann werden neue Kommunalparlamente gewählt.

Bis dahin könnte Bad Muskau aber gewachsen sein. Schließlich wird das Zusammengehen mit der Nachbarkommune Krauschwitz angestrebt. Vom Ortseingang in Köbeln (also an der Grenze zu Brandenburg) bis nach Klein Priebus im Süden wird dann die neue Gemeinde rund 30 Kilometer lang sein und mehrere Ortsteile haben. Da kann man schon mal die Frage stellen, wie es um Bad Muskau und die Zukunft seiner bisherigen Ortsteile bestellt sein wird.

Dabei stehen aus Sicht von Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) zwei Punkte in Köbeln besonders auf der Tagesordnung. Zum einen ist es das bereits erwähnte Feuerwehrgerätehaus, zum anderen die Köbelner Straße. Beim Feuerwehrgerätehaus hatte man zuletzt auf das Programm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ (KSP) gesetzt, um dem Sanierungsstau beizukommen. Doch der Plan ging nicht auf. Möglich wäre die Suche nach einem neuen Partner. Ob das Krauschwitz sein könnte, will Bänder mit dem Innenministerium besprechen.  Ein anderer Weg könnte die im Falle eines Gemeindezusammenschlusses erhoffte Bedarfszuweisung des Freistaates sein. Von einer kompletten Entschuldung der Parkstadt geht Bänder derzeit nicht aus, aber von einer Konsolidierung der Finanzausstattung, „sodass wir wieder kreditwürdig sind.“ Das wäre schon ein großer Schritt, wo die Stadt um jede Finanzierung von Investitionen ringen muss. Klar wird sich das Feuerwehrgerätehaus, aber auch der Ausbau der Köbelner Straße sicherlich auf der Prioritätenliste wiederfinden, die beide Kommunen mit Blick auf ihre Eheschließung erstellen werden.

Wobei Bänder zugibt, dass die Straße ein großer Brocken sein wird. Eine finanzielle Beteiligung der Bürger sei derzeit nicht ausgeschlossen, es sei denn, die Stadt erschließt ein entsprechendes Förderprogramm. Doch hinter dem gesamten Vorhaben stehen derzeit noch große Fragezeichen. Ohne einen Zuschuss – vom Land oder EU – wäre das Ganze überhaupt nicht stemmbar. Hinzu kommt,  dass sich auf dieser Strecke die Straßenentwässerung als großes Problem und als Kostenfaktor darstellt. Einstmals vorhandene Entwässerungsgräben verschwanden, wurden zugeschüttet und mit Grün eingesät. Kein Wunder also, dass nach großem Regen das  Wasser auf der Straße steht. „Die Entwässerungsgräben haben eben schon ihren Sinn gehabt“, gibt Bänder zu bedenken.

LR vor Ort - Logo 4c
LR vor Ort - Logo 4c FOTO: LR
Das Feuerwehrgebäude von Bad Muskau-Köbeln steht seit längerem auf der Agenda  der Stadtverwaltung. Doch noch immer fehlt der passende Förderrahmen.
Das Feuerwehrgebäude von Bad Muskau-Köbeln steht seit längerem auf der Agenda der Stadtverwaltung. Doch noch immer fehlt der passende Förderrahmen. FOTO: Regina Weiß / LR