Von Regina Weiß

Die Mädchen und Jungen der vierten Klassen der Grundschule Fürst Pückler staunen nicht schlecht. Sie sind die ersten, die die neue i-pads zu sehen bekommen. Was kosten die denn? Können wir die mit nach Hause nehmen? Mit solchen Fragen wird gleich mal Bürgermeister Thomas Krahl (CDU) gelöchert. Als eine der ersten Amtshandlungen in seinem neuen Amt, darf er der Schulleitung und den Schülern das erste Paket aus dem Digitalpakt Zukunft des Bundes übergeben.

Wobei Paket trifft es nicht ganz: Es sind zwei Rollkoffer, in denen sich der Klassensatz Tablets mit der entsprechenden Ladetechnik verbirgt. Drei weitere Lieferungen werden folgen, wie Bad Muskaus Hauptamtsleiter Dirk Eidtner berichtet. So bekommen die Lehrer Laptops, das Fachkabinett erhält neue Technik, und interaktive Tafeln ziehen in die Grundschule ein. Diese könnten 2020, spätestens nach den Winterferien, geliefert werden. Die Viertklässler wollen das genau wissen. Schließlich führt kein Weg vorbei an den digitalen Geräten.

Bisher war das PC-Kabinett in der Grundschule zweimal mit gebrauchten Geräten ausgestattet worden. Obwohl nur mit dem Lernprogramm bestückt, mussten die Geräte immer wieder formatiert werden. Schulleiterin Bärbel Aulich teilt die Freude ihrer Schüler. Auch sie ist froh, dass nun neue Technik Einzug hält.

Weil bereits seit Längerem Veränderungsbedarf bestanden hat, war das medienpädagogische Konzept bereits geschrieben. Hinzu kam, so Eidtner, dass der Freistaat schnell begonnen hat, das Bundesprogramm umzusetzen. Das fixe Zusammenspiel führt dazu, dass die Grundschule in Bad Muskau die erste im Altkreis Weißwasser ist, die von einer solchen Neuanschaffung profitiert. 97 000 Euro Fördermittel und rund 15 000 Euro Eigenmittel der Parkstadt werden dafür ausgegeben. Obwohl man bei der Ausschreibung kostengünstig anschaffen konnte, werden dennoch nicht alle Wünschen gleich erfüllt. Bei den interaktiven Tafeln werden erst mal sechs Klassenräume von acht ausgestattet.

Digitale Technik –  gibt es da nicht Vorbehalte? Beim einen oder anderen schon. Weil möglicherweise die Sorge besteht, jetzt geht das „Gedaddel“ auch im Unterricht weiter. Doch dem widerspricht Bärbel Aulich klar und deutlich. Fakt sei: A und O der Schule ist es nach wie vor, Kindern das Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. „Doch wir können uns dem Thema nicht verschließen. Vielmehr geht es um den richtigen Umgang mit den Geräten. Sie sollen hier nicht spielen, sondern damit arbeiten“, erklärt die Schulleiterin. So werden die Tablets und Rechner für den Unterricht genutzt, zum Beispiel um Suchmaschinen bedienen zu können. Dafür müssen die Grundschüler wissen, wie sie so ein Gerät bedienen können, wie man darauf schreiben kann. Und auch die Gefahren des Internets werden im Lehrplan nicht ausgeklammert. Auch das Konsumverhalten soll jeder Schüler reflektieren können. Ab der ersten Klasse werden die Kinder Schritt für Schritt herangeführt. Und sollte Paulchen doch mal „querschlagen“, dann könnte man auch technisch eingreifen, sagt Dirk Eidtner.

Apropos Technik. Neue PC gehen nicht ohne den passenden Internetzugang sowie die entsprechende Verkabelung. Auch das ist mittlerweile erfolgt. Nun werden die Tablets noch eingerichtet. Das heißt, ein paar Tage Wartezeit gibt es noch.

Wäre es allerdings nach den Viertklässlern gegangen, hätten die die digitale Offensive sofort gestartet. Für sie geht es aber zurück in den Matheunterricht und zu Tafel samt Kreide. Und letztere Technik wird auch künftig an der Grundschule Bad Muskau nicht abgeschafft.