Herr Byron, was haben Sie am Freitag, dem 13. September gegen 19:30 Uhr vor?

Normalerweise meide ich schwarze Katzen an diesem Tag…(lacht), Nein, ich müsste natürlich zum ersten Heimspiel der Füchse in der Eisarena sein. Aber in diesem Jahr ist es etwas anders. Ich musste meinen Urlaub verschieben, da ich mich im Sommer eine Operation unterzogen hatte und längere Zeit ausfiel. Nun kann ich erst jetzt meinen Urlaub antreten und werde das Spiel gegen Freiburg am Laptop verfolgen.

Wie sieht ihr Tagesablauf an einem „normalen“ Heimspieltag der Lausitzer Füchse aus?

Bei Freitagspielen beispielsweise gehe ich zunächst tagsüber meinem Hauptberuf nach. Mittags wird dann auf Eishockey umgestellt. Ich muss recherchieren und erforderliche Vorbereitungen für den Spieltag treffen. Da sind letzte Absprachen zu tätigen oder die Abläufe zu prüfen, wenn sich etwa kurzfristig Planänderungen ergeben haben. Zwei Stunden vor Spielbeginn beginnt die Arbeit in der Eisarena u.a. mit der Einweisung der Volontäre und der Pressevertreter. Viele Hände sind zu schütteln, ich schaue bei der Mannschaft und unserem Funktionsteam vorbei. Letzte Absprachen mit der Regie sind zu treffen und wenn das Lampenfieber am größten ist, dann geht es auf dem Eis los. Bei Sonntagspielen gehe ich es ruhiger an. Da sind die meisten Arbeiten für das Spiel erledigt und man kann sich noch ein wenig entspannen. Aber auch dann geht es spätestens. 2 Stunden vor Spielbeginn in den Eishockeymodus.

Welche Jahreszeit ist Ihnen lieber oder was macht der Pressesprecher eines Eishockeyvereins im Sommer?

Ich mag Winter und Sommer gleichermaßen. Aber natürlich ist es im Winter spannender. So eine Eishockeysaison ist auch durch angenehme sommerliche Temperaturen und schönes Wetter nicht zu ersetzen. Und wer diesen Sport liebt wie ich, der fühlt sich im Winter einfach besser.

Ja, was macht ein Pressesprecher im Sommer? Da gibt es genug Arbeit im Hinblick auf die neue Saison. Man muss natürlich in erster Linie die Veränderungen des Kaders im Auge behalten. Abgänge und Zugänge veröffentlichen, Pressevertreter und Sponsoren über Neuigkeiten informieren und auf jeden Fall die Social Media Kanäle „füttern“. In diesem Sommer haben wir das erste Mal eine Interviewreihe gestartet. Darin konnten wir unsere Neuzugänge, aber auch andere Spieler und Personen aus dem Umfeld einmal näher vorstellen. Naja und durch den Wechsel unseres Ticketanbieters war die Vorbereitung des Ticketings und der Akkreditierungen nicht ganz unproblematisch. Von Langeweile ist da keine Rede.

Neben der Pressearbeit moderieren Sie auf Sprade TV. Die Füchse waren seinerzeit Vorreiter, als die Live Übertragungen von DEL 2 Spielen im Internet starteten. Wen erreichen Sie mit Sprade TV und wie fühlt es sich an, im www. zu moderieren?

Sprade TV ist für uns sehr wichtig. Damit erreichen wir all die Fans, die nicht in die Eisarena kommen können, viele aus dem Ausland oder sogar von anderen Kontinenten. Natürlich schauen immer sehr viele Fans des Gästeteams zu. Da muss man sich entsprechend auch auf die Gastmannschaft vorbereiten. Das geht nur mit Recherchen und Telefonaten, um sich wichtige Informationen zu holen. Wir haben in den letzten zwölf Monaten viel gearbeitet, um die Übertragungen so interessant und abwechslungsreich als möglich zu gestalten. Wir versuchen mit Interviews in den Drittelpausen, den Zuschauern, die ja die Übertragung buchen müssen, noch mehr Informationen rund um den Hockeysport zu bieten. Das klappt zwar noch nicht immer zu 100 Prozent, aber wir wollen mit jedem Spiel besser werden.

Auch die Anforderungen der DEL 2 an Sprade TV sind gestiegen, um einen annähernd einheitlichen Standard in der Liga zu gewährleisten. Mittlerweile sind wir mit sieben ehrenamtlichen Mitarbeitern ein recht großes Team geworden und mit Jens Heyer konnten wir auch einen Ex-Fuchs als Experten ins Boot holen.

Das Gesicht der Mannschaft hat sich erheblich verändert, die Erwartungen an das Team von Corey Neilson sind gestiegen, ein neuer Dauerkartenrekord spricht Bände, was glauben Sie, ist dieses Jahr „drin“ für die Füchse?

Ich denke, dass die Mannschaft viel Potenzial hat und eine gute Rolle in der Liga spielen kann. Nach der letzten Saison sind wir alle sicherlich ein wenig erfolgsverwöhnt, auch wenn die Playoffs für uns etwas zu früh beendet waren. In dieser Spielzeit  ist ein Platz unter den ersten sechs, das heißt die direkte Qualifikation für die Playoffs, realistisch. So hungrig wie die Jungs sind, könnte es in dieser dort sehr weit gehen. Warum soll man nicht auch mal an ein Finale mit Lausitzer Beteiligung glauben? Ich fände es super.

Mit Ronald Byron sprach
Steffen Bistrosch