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Breitband
Beim Breitband wird’s spannend

Landrat Bernd Lange hätte sich gewünscht, dass der Breitbandausbau voll umfänglich finanziert wird.
Landrat Bernd Lange hätte sich gewünscht, dass der Breitbandausbau voll umfänglich finanziert wird. FOTO: Regina Weiß / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Görlitz. Nachdem der Landkreis Görlitz die Förderbescheide bekommen hat, beginnt nun die Phase der Ausschreibung. Auch die Schulen sollen vom Glasfaserkabel profitieren.

Der Ausbau des schnellen Internets ist das richtige Signal für den ländlichen Raum. So jedenfalls lautet die Einschätzung von Landrat Bernd Lange (CDU) beim gestrigen Pressegespräch in der Kreisverwaltung. Schließlich sind Datenautobahnen genauso wichtig wie Straßen, nicht nur für die Wirtschaft, sondern für die hier lebenden Menschen. Nur eins habe man dabei „vergessen“.  Breitbandausbau sei Daseinsvorsorge für die Menschen. „Deshalb hätte es voll umfänglich finanziert werden müssen“, merkt der Landrat in Richtung Bundesregierung an.

 Diese beteiligt sich an der Beseitigung der weißen Internetflecken in 31 Kommunen mit 64 Millionen Euro. Das Land steuert 29,5 Millionen Euro bei. Dezernentin Heike Zettwitz hat am Freitag die Bescheide entgegengenommen (die RUNDSCHAU berichtete). Damit beläuft sich die Förderung nun auf über 90 Millionen Euro. „Und die spannende Phase beginnt jetzt“, so die Dezernentin. Denn jetzt wird das Thema sozusagen konkret fassbar. Die Gemeinden müssen sich noch einmal konkret zu den Ausbauvorhaben auf ihrem Territorium bekennen. Dabei geht es auch um die finanzielle Beteiligung. Denn rund zehn Prozent sollen die Kommunen schultern. Und dabei heben sie die Hände. Laut Heike Zettwitz sind es 80 Prozent der am Projekt beteiligten Kommunen, die die Eigenmittel nicht finanzieren können. Das Problem habe der Freistaat auf dem Tisch liegen. Und wo der gerade den ländlichen Raum neu für sich entdecke, wird in Görlitz fleißig gemutmaßt, hoffe man auf gute Karten.

Parallel dazu muss in den sogenannten neun Clustern, in die man den Förderraum aufgeteilt hat, die Ausschreibungen in Angriff nehmen. „Teilweise muss das Ganze  europaweit ausgeschrieben werden“, kündigt Heike Zettwitz an. Das Prozedere werde ungefähr ein halbes Jahr dauern. Voraussichtlich im dritten Quartal ist dann der Kreistag gefordert, wenn die Ergebnisse vorliegen. Dann werde man auch genauer wissen, was der Ausbau im Süden und im Norden kosten wird. Derzeit besteht die Hoffnung, dass sich die Kosten nach unten bewegen könnten. So sei es bisher immer der Fall gewesen, zeigen Erfahrungen, so die Kreisverwaltung. Bleibt abzuwarten, ob es im Landkreis Görlitz auch so ist.

2018 soll mit dem Verlegen erster Glasfaserkabel begonnen werden. Der Ausbau werde allerdings bis 2021 andauern. Schließlich sei er auch von den Baukapazitäten abhängig.

Bevor der Startschuss losgeht, will der Kreis noch zwei Themenfelder abklären. So sollen die Schulen und medizinische Einrichtungen an die neue Technik mit angebunden werden. Bei Schulen ist die Rede von 30 MB pro Klassenzimmer. Dabei sollen nicht nur die Schulen in den sogenannten weißen Flecken der Unterversorgung betrachtet werden, sondern alle Schulen des Kreises. Heike Zettwitz hofft, diesen Bereich in die jetzige Fördermittelrunde integrieren zu können, ohne neue Anträge stellen zu müssen. Bei den Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren sei man dagegen noch im Gespräch mit den Fördermittelgebern.

Vom Breitbandausbau, den der Landkreis koordiniert, sollen rund 9100 Haushalte profitieren. Außerdem laufen Bemühungen einzelner Gemeinden um eine separate Förderung und Eigeninvestitionen des Telekomunikationsunternehmens.