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Kloster St. Marienthal
St. Marienthal: Jetzt sind alle Wirtschaftsgebäude des Klosters saniert

Eine Skulptur von Papst Johhannes Paul II. steht vor dem ehemaligen Pferdestall des Klosters St. Marienthal in Ostritz, dessen Außensanierung jetzt abgeschlossen wurde.
Eine Skulptur von Papst Johhannes Paul II. steht vor dem ehemaligen Pferdestall des Klosters St. Marienthal in Ostritz, dessen Außensanierung jetzt abgeschlossen wurde. FOTO: IBZ St. Marienthal
Ostritz. Begegnungszentrum investiert insgesamt 16 Millionen Euro. Viele Stiftungen haben sich an den Baukosten beteiligt.

Das Internationale Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ) hat nun auch den ehemaligen Pferdestall des Klosters St. Marienthal von außen saniert. Damit ist das letzte der 15 denkmalgeschützten, ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Anlage, die das IBZ über einen Erbbaurechtsvertrag vom Kloster gepachtet hat, äußerlich auf Vordermann gebracht.

Dem IBZ zufolge wurden bei dem Pferdestall der Außenputz, die Elektrik, der Blitzschutz und ein Teil des Dachtragwerks erneuert. Das Gebäude erhielt einen neuen Farbanstrich und es wurde eine Mauerwerksabdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit und Hangwasser angebracht. Zusätzlich wurden drei Räume saniert.

Das Gebäude dient nun der Lagerung von Hochwasserschutzelementen und Baumaterialien. Zudem sind die Dienstfahrzeuge des IBZ dort untergebracht.

Die Baukosten lagen bei rund 120 000 Euro. Zusätzlich wurden von den Hausmeistern des IBZ zahlreiche Arbeiten in Eigenleistung erbracht.

Neben dem früheren Pferdestall wurden seit 1994 folgende Gebäude des IBZ von außen saniert: Kuhstall (heute: Celsa-Pia-Haus), Getreidemühle und Mühlenscheune (Gästehaus St. Franziskus), Kanzleigebäude (Gästehaus St. Hedwig), Kälber- und Rinderstall (Gästehaus St. Clemens), Stutenstall (Werkstatt), Tischlerei (Winzerraum sowie Raum für Spiel und Sport), Fachwerkhaus (Elektro- , Heizungs- und Brandmeldezentrale), Beamtenhaus und Altstädter Hof (Mietwohnungen), Sägewerk (Schausägewerk), Wagenremise (Haus der Familie), Brauerei (Gästeempfang und Büros).

Der Vorstandsvorsitzende des IBZ, Dr. Michael Schlitt, dazu: „Zu Beginn der Sanierungsarbeiten Mitte der 1990er-Jahre hat kaum jemand daran geglaubt, dass diese ehemaligen Klostergebäude so gut saniert werden. Heute sind diese Gebäude vermutlich schöner als je zuvor in der Geschichte des Klosters. Und wir schauen voller Stolz und Dankbarkeit auf das Erreichte.“

Die Gesamtkosten für die Sanierung der Gebäude lagen bei circa 16 Millionen Euro. Da das IBZ mit innovativen Nutzungskonzepten aufwarten konnte, gelang es schrittweise, von der öffentlichen Hand (EU, Bund und Freistaat Sachsen) sowie von Stiftungen finanzielle Zuwendungen zu erhalten. Schlitt: „Mehr als zehn Stiftungen haben sich an den Baukosten beteiligt – allen voran die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die allein mehrere Millionen Euro bereit gestellt hat. Es gibt in Deutschland nur wenige Orte, an denen sich so viele Stiftungen gleichzeitig engagiert haben.“

Bei den Bauarbeiten gab es eine Vielzahl von Problemen zu lösen. Der seit 2010 vom IBZ mit der Planung und Überwachung von Arbeiten Beauftragte, Dr. Andreas Bednarek (Bernstadt), dazu: „Bei den 15 Gebäuden des IBZ handelt es sich um ein Flächendenkmal von nationaler Bedeutung. Wir mussten bei der Planung und Ausführung der Arbeiten mit einem Höchstmaß von Sorgfalt und Einfühlungsvermögen in die alte Bausubstanz vorgehen. Dabei hat die Abstimmung mit dem Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der unteren Denkmalschutzbehörde bestens geklappt. Auch die Firmen, die fast alle aus der näheren Umgebung kamen, haben hervorragende Arbeit geleistet.“

Heute werden die sanierten IBZ-Gebäude insbesondere für die Bildungsarbeit und als Tagungszentrum genutzt. Auch Touristen, Firmen und Vereine können das IBZ nutzen. „Unser Haus ist für alle Menschen offen. Wir fragen weder nach Religion, Nation oder Weltanschauung“, so Schlitt.

Insgesamt stehen für Gäste 150 Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese reichen vom Einzelzimmer im Drei-Sterne-Standard bis hin zu Vierbettzimmern und Schlafsälen im gehobenen Jugendherbergsstandard. In den Hotelportalen wird das IBZ regelmäßig mit Bestnoten bewertet.

Zusätzlich verfügt das IBZ über zwölf Seminar- und Tagungsräume für bis zu 250 Personen. Dabei steht moderne Tagungstechnik bis hin zur Simultandolmetscheranlage zur Verfügung.

Auch von innen ist die Sanierung der IBZ-Gebäude inzwischen so gut wie abgeschlossen. Es fehlt nun nur noch die teilweise Innensanierung der ehemaligen Tischlerei und des ehemaligen Beamtenhauses. „Sobald die Finanzierung für diese Sanierungen steht, wollen wir auch diese Arbeiten in Angriff nehmen“, so Schlitt.

(dh)