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Inselteich erhält weitere Azaleen

Verwunschene Ecken im Kromlauer Park.
Verwunschene Ecken im Kromlauer Park. FOTO: Christian Köhler
Kromlau. Der Inselteich fällt nicht jedem Besucher des Kromlauer Parks sofort ins Auge. Dabei hat sich dort in den letzten drei Jahren viel getan. Zu verdanken ist es den fleißigen Männern und Frauen bei den Parkseminaren. Bereits die 14. Auflage findet an diesem Wochenende statt. Regina Weiß

Der Dschungel hat sich merklich gelichtet. Wer vor Jahren den wildromantischen Inselteich im Kromlauer Park umrunden wollte, der fühlte sich, als gehe er in eine dunkelgrüne zugewucherte Höhle. Basaltelemente oder gar Inseln- die ja dem Gelände den Namen geben - waren nur dank kundiger Führer zu erkennen. Doch mittlerweile ist dieses Areal aus seinem Dornröschenschlaf wachgeküsst worden.

Zu verdanken ist es den fachlichen Anleitungen der "parkverrückten" Rudolf Schröder und Siegfried Sommer sowie den fleißigen Helfern beim Parkseminar. Der Inselteich blüht im wahrsten Sinne des Wortes auf. Dafür sorgen die Japanischen Azaleen, die im vorigen Jahr schon gesetzt worden sind.

Und auch in diesem Jahr liegt am Inselteich der Schwerpunkt neben dem Gestalten der Anlage auf den Pflanzen. "Diese Pflanzen sind bereits gekauft und werden nach historischem Vorbild und einem abgesprochenen Plan gesetzt", erklärt Uwe Horbaschk, Leiter des Umweltausschusses der Gemeinde Gablenz.

Mehrere 1000 Euro kosten die Pflanzen, die in die Erde gebracht werden. Die Ausgaben sind auch dank der Geldspender, die dem Kromlauer Park die Treue halten, möglich. Besonders freut sich Uwe Horbaschk, dass in diesem Jahr auch die Deutsche Rhododendrongesellschaft Hilfe beisteuert.

Zu verdanken ist das Siegfried Sommer, der vor den Mitgliedern der Gesellschaft einen Vortrag gehalten hat. Die Begeisterung für den Kromlauer Park und die dort durchgeführten Arbeitseinsätze sorgten dafür, dass die Mitglieder der Gesellschaft gesammelt haben. "Eine tolle Geste", freut sich Horbaschk.

Dank all dieser Bemühungen kann in diesem Jahr massiver am Inselteich gepflanzt werden. Parallel dazu erfolge der Wegebau und die Inselgestaltung. Schon im Vorfeld dessen hat die Gemeinde vorbereitende Arbeiten getätigt. So sind Betonplatten, die auf einer der Inseln lagen, für den Abtransport vorbereitet. In dieser Woche werden noch Fällarbeiten erfolgen. Vier weitere Roteichen müssen weichen. Sie nehmen zum einen dem Inselteich das Licht, zum anderen sorgen sie jedes Jahr für Tausende Eicheln und damit einen stetigen Nachwuchs des "Unkrauts des Parks".

Insgesamt gibt es bei diesem Parkseminar vier Arbeitsgruppen. Neben dem Hauptschwerpunkt Inselteich wird am Azaleenkeil am Kavalierhaus Fremdbewuchs entfernt. Das ist wirklich eine Arbeit für die Unerschrockenen. Denn teilweise muss man auf allen Vieren ins Gesträuch, um ganze Arbeit leisten zu können. An der Azaleenschlucht werden die Arbeiten aus den letzten Parkseminaren fortgesetzt.

An der Nordseite des Rakotzsees geht es um die Wiederherstellung des Herkules-Blicks. Schößlinge von Robinien werden entfernt, Brom- und Himbeeren werden ausgegraben. Außerdem werden Rhododendren und Azaleen verjüngt. Soweit die Arbeitsaufgaben.

Auch beim 14. Parkseminar kommt das Beisammensein nicht zu kurz. Uwe Horbaschk nennt es das Rundum-Wohlfühl-Paket. Das Wildschwein für das Abschlussessen ist bereits geschossen.

Für den leckeren Kuchen zum Kaffee sorgen der Frauenverein Kromlau und der Heimatverein Gablenz. Den Transport zu den jeweiligen Arbeitsgruppen inklusive. "Wahrscheinlich ist es auch das, was die Leute immer wieder zu uns kommen lässt", freut sich Uwe Horbaschk. Wobei die gastronomische Versorgung in diesem Jahr zum Teil eine Herausforderung gewesen ist. Aber mit dem Katastrophenzug des DRK und seiner Gulaschkanone habe sich eine gute Lösung gefunden.

Apropos Lösung. Dass Rudolf Schröder und Siegfried Sommer - seit diesem Jahr sind diese Ehrenbürger von Gablenz - seit dem ersten Parkseminar 2003 den Verantwortlichen mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben, ist für die Gemeinde Gablenz ein großer Gewinn, betont Horbaschk. Doch beide sind längst im Rentenalter. Für den Kromlauer Park haben sie mit Heiko Liske einen fachlichen Nachfolger gefunden. Der selbstständige Landschaftsarchitekt wird laut Uwe Horbaschk jetzt in die Fußstapfen von Sommer und Schröder treten.

Zum Thema:
Das 14. Parkseminar beginnt am Freitagmittag. 13 Uhr ist Treff am Kavalierhaus. Samstag beginnt der Arbeitseinsatz um 8 Uhr. Wer noch mitmachen will, kann sich unter 03576 222828 im Tourismusbüro anmelden. Einer Tradition folgend gibt es auch in diesem Jahr am Freitagabend einen Vortrag. "Rhododendron am Naturstandort und im Garten" heißt es ab 19 Uhr im Gemeindesaal Gablenz. Den Vortrag wird Karsten Lehmann, Mitglied des Beirates der Deutschen Rhododendrongesellschaft, halten.