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Insel der Sinne nimmt Gestalt an

Investorin Ina Lachmann (hier mit Ehemann Harry Hedrich und Zimmermann Martin Gläser) durfte, wie es Brauch ist, den symbolischen letzten Nagel einschlagen.
Investorin Ina Lachmann (hier mit Ehemann Harry Hedrich und Zimmermann Martin Gläser) durfte, wie es Brauch ist, den symbolischen letzten Nagel einschlagen. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Görlitz. Die erste private Neubauinvestition am Berzdorfer See zeigt deutliche Konturen. Für das Vier-Sterne-Hotel "Insel der Sinne" unweit von Hagenwerder war dieser Tage Richtfest. Uwe Menschner / ume1

Ina Lachmann hat ihren Lieblingsort gefunden. "In ganz Deutschland haben wir jahrelang nach einem geeigneten Platz gesucht, um unser Projekt zu verwirklichen. Als ich zum ersten Mal hier stand, wusste ich sofort: Das ist es!" "Unser Projekt" - das meint ein Vier-Sterne-Hotel mit der Bezeichnung "Insel der Sinne", das seinen Gästen - nomen est omen - ein ganz besonderes Ambiente bieten soll: "Die unmittelbare Nähe zum Wasser macht den Charakter unseres Hauses aus." Und so wird sich als Teil des "See-Lounge-Restaurants", das das Herzstück der Anlage bildet, eine Terrasse mit Bootssteg und Pavillon weit in den See hinaus erstrecken.

Die "Insel der Sinne" verfügt nach ihrer Fertigstellung über 46 geräumige Zimmer und Suiten mit Balkons und Vollverglasung. Glas bestimmt den gesamten Baukörper, lässt viel Licht hinein und eröffnet nahezu ungehinderte Ausblicke auf den Berzdorfer See und sein reizvolles Umfeld.

Auch das Thema "Wellness" wird in der "Insel der Sinne" eine wichtige Rolle spielen; die Sauna verfügt über einen direkten Zugang zum See. Ein eigener Sportbereich mit Strand und ein Seminarraum runden das Angebot ab. "Wir haben vor neuneinhalb Jahren an einem trüben, regnerischen und stürmischen Tag hier gestanden und die Magie gespürt, die von diesem Ort ausgeht", erinnert sich Ina Lachmann. Das Wir schließt ihren Mann Henry Hedrich und die gesamte Familie mit ein, die in Görlitz den sprichwörtlichen Anker ausgeworfen hat. 2016 begann die Erschließung, in diesem Jahr wuchs der Rohbau in die Höhe. Auch der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege (parteilos) freut sich über das private Engagement, das nach und nach rund um den See Raum greift. "Eigentlich hätten wir schon viel weiter sein wollen, doch nach dem Hochwasser von 2010 mussten wir uns jahrelang mit der Beseitigung der Schäden beschäftigen, konnten bis 2015 keine Bebauungspläne aufstellen", erinnert er sich.

Erst im Frühjahr 2015 erhielten die Stadt Görlitz und die anderen Seeanrainer wieder die Möglichkeit, sich um die touristische Entwicklung zu kümmern - getreu dem Konzept des Tourismusfachmanns Johann Friedrich Engel, das dieser unter die Überschrift "Kulturlandschaft und Qualität" gestellt hatte. "Und da passt eine Investition wie dieses Hotel hervorragend hinein", so der Oberbürgermeister. "Es erfüllt alle darin aufgestellten Leitlinien." Und als früherer Waggonbau-Manager ist Deinege auch nicht um eine spannende Episode verlegen: "Ich hatte einmal die Idee, einen misslungenen ICE-Waggon als Taucherattraktion hier im Wasser zu versenken. Leider wurde daraus nichts, weil die Verwaltung nicht zustimmte."

Apropos Verwaltung: Ina Lachmann bricht eine Lanze für die oftmals gescholtenen Beamten und Angestellten aus dem Rathaus oder dem Landratsamt. "Wir haben gute Unterstützung erfahren. Uns wurden keine Steine in den Weg gelegt, sondern der Weg geebnet." Und dabei musste die Investorin im Zuge des langwierigen Planungsverfahrens nicht weniger als 33 Ämter beteiligen: "Immer mit dem Ziel, dass alle mit dem Vorhaben leben können - nicht nur wir." Einen Wunsch hat Ina Lachmann aber dennoch: "Es wäre schön, wenn die Zufahrt besser hergerichtet werden könnte."

Für den Sommer sieht sie große Probleme auf sich zukommen, wenn sich dort nichts tut: "Schließlich wollen wir doch im Juni 2018 eröffnen." Dann werden sich 19 Beschäftigte um die Gäste der "Insel der Sinne" kümmern.