Von Regina Weiß

Bei strahlendem Sonnenschein sind die Wandgemälde am Kromlauer Kavalierhaus kaum zu erkennen. Nicht nur, dass man für sie sowieso den Kopf in den Nacken legen muss – die Gemälde verstecken sich etwas hinter der Balkonbrüstung am oberen Stockwerk – verschwimmen auch ihre Farben.

Der Zahn der Zeit hat hier wahrlich seine Spuren hinterlassen. Und nicht nur das, vor allem die Sonneneinstrahlung macht den Malereien, die einst  Erhard Ludwig Winterstein schuf,  zu schaffen. Deshalb sind die Bilder auf der Südseite seit geraumer Zeit mit Rollos verschattet. Schön sieht natürlich anders aus.

Langzeitstudie am Kromlauer Kavalierhaus

Laut Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) läuft eine Langzeitstudie, die durch das Landesamt für Denkmalpflege Dresden betreut wird. Die Fachleute haben einen wachsamen Blick auf die Außenhaut des Kavalierhauses. Sie haben festgestellt, dass sich durch die Sonneneinstrahlungen sehr hohe Temperaturen aufbauen. Außerdem ist die UV-Strahlung auch nicht gut für die Kunst.

Jetzt wollen die Denkmalschützer schauen, wie man die Bilder am Besten bewahren kann. Laut Noack ist von einer Verglasung die Rede. Dafür braucht es Material, was Hitze- und UV-beständig ist. Was das kosten könnte, ist derzeit nicht bekannt.

Deshalb sollen Angebote eingeholt werden. Fakt ist, die Gemeinde Gablenz wird auch bei dieser Investition auf Fördergelder angewiesen sein. „Außerdem liegt unser Fokus derzeit auf dem Park“, macht Noack klar.

Innenausbau des Kromlauer Kavalierhauses

Deutlich weiter ist die Gemeinde dagegen bei ihrem Vorhaben, was den Innenausbau des Kavalierhauses angeht. In der jüngsten Ratssitzung haben die Gemeinderäte einstimmig den Bauauftrag für die Innensanierung an das Baugeschäft Dino Hoffmann in Gablenz vergeben.

Die Auftragssumme beläuft sich auf rund 58 000 Euro. Eine zweite Vergabe werde noch folgen, kündigt Noack an. Dabei geht es um Maler- und Bodenbelagsarbeiten. Die Ausschreibung dafür ist im Gange.

Bevor die Baufirma starten kann, haben auch erst mal die Belange des Denkmalschutzes Vorrang. Bedingung ist, dass der Bau innen nach Befunden untersucht wird. Möglicherweise verbergen sich noch irgendwo Malereien oder Stuck. Eine Restauratorin wird diese Aufgabe in den nächsten Tagen erledigen.

Kromlauer Kavalierhaus bekommt Hochzeitssuite

Dietmar Noack geht allerdings derzeit davon aus, dass dem Start des Innenausbaus nichts im Wege steht. Geplant ist, dass in dem Gebäude zwei Ferienwohnungen entstehen. Eine soll als Hochzeitssuite angeboten werden.

Die Idee ist mit der Umnutzung des Kromlauer Schlosses entstanden. Dort kann seit 2016 auch geheiratet werden. Im vergangenen Jahr gab es 18 Eheschließungen. In diesem Jahr hat das Standesamt Bad Muskau für Kromlau acht Termine bis in den September hinein vorgemerkt beziehungsweise vergeben. Im Sommer, so ist es der Plan der Gemeinde, sollen die Ferienwohnungen fertig sein. Dann steht dem Start für Honeymoon im Kromlauer Park nichts mehr im Wege.