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Info-Zentrum für Königsbrücker Heide

Zu denjenigen, die das obligatorische Band durchschneiden durften, zählte auch Heinz Kubasch (3.v.r.), der geistige Vater des Naturschutzgebietes Königsbrücker Heide. Dort hat sich ein einzigartiger Lebensraum herausgebildet. Foto: Menschner
Zu denjenigen, die das obligatorische Band durchschneiden durften, zählte auch Heinz Kubasch (3.v.r.), der geistige Vater des Naturschutzgebietes Königsbrücker Heide. Dort hat sich ein einzigartiger Lebensraum herausgebildet. Foto: Menschner FOTO: Menschner
Königsbrück. Die Naturschutzgebiete Königsbrücker Heide und Gohrischheide (bei Zeithain, Landkreis Meißen) haben ab sofort ein eigenes Verwaltungs- und Infozentrum. Zu dem Zweck wurde im letzten Jahr die Reutersche Villa in Königsbrück ausgebaut. Von Uwe Menschner

Bei der Königsbrücker- und der Gohrischheide handelt es sich um die beiden größten Naturschutzgebiete Sachsens, beide gingen aus früheren Truppenübungsplätzen der sowjetischen Streitkräfte in der DDR hervor. Allein die Königsbrücker Heide umfasst 7000 Hektar. „Im neuen Zentrum wurde Platz für zehn Beschäftigte geschaffen, außerdem gibt es im Obergeschoss auf 120 Quadratmetern einen Ausstellungsraum über die Schutzgebiete“, so der sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU). Organisatorisch ist das Zentrum an das Amt für Großschutzgebiete angegliedert, das zum Staatsbetrieb Sachsenforst gehört. „Gerade im Jahr der Artenvielfalt steht das Naturschutzgebiet Königsbrück im Blickpunkt, leben doch hier 1600 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, von denen 20 Prozent auf der roten Liste der bedrohten Arten stehen“, so Sachsenforst-Geschäftsführer Hubert Braun. „Über den Schutz dieser einzigartigen Flora und Fauna informiert die Ausstellung ebenso wie über die mehr als hundertjährige militärische Nutzung des Areals, die erst die Voraussetzungen für seinen heutigen Charakter schuf.“ Zu den meist beachteten tierischen Bewohnern zählen Biber, Fischotter und viele Fledermausarten. Auch mit dem Eintreffen des Wolfes wird über kurz oder lang gerechnet, findet er doch in der Königsbrücker Heide fast optimale Lebensbedingungen. „Wenn es um Artenschutz geht, dann steht der Schutz des Wolfes bei mir an erster Stelle“, betonte Kupfer. Daran ändere sich auch nichts, wenn der Wolf – wie von der Jägerschaft gefordert – dem Jagdgesetz unterstellt würde. „Wir haben den Jägern ein Angebot unterbreitet, auf das sie jetzt eingehen müssen“, so der Minister. Das Verwaltungs- und Informationszentrum stellt auch den künftigen Dreh- und Angelpunkt für die Umweltbildungsangebote der Naturparkverwaltung dar. Dazu zählen unter anderem Bustouren, aber auch geführte (Rad-)Wanderungen durch Teile des Schutzgebietes, das nur in ausgewählten Randbereichen für Besucher zugänglich ist.