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Indianer und Eisstadion im Jubiläumsjahr

Noch ein weiteres kleines Jubiläum in Bischofswerda: Die kleinsten Karl-May-Spiele finden seit 25 Jahren auf der Waldbühne statt.
Noch ein weiteres kleines Jubiläum in Bischofswerda: Die kleinsten Karl-May-Spiele finden seit 25 Jahren auf der Waldbühne statt. FOTO: dpa/Hiekel
Oberlausitz. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Auch 2017 stehen in der Region wieder einige (halb)runde Geburtstage an. So sind unter anderem zwei bedeutende Städte in den Landkreisen Bautzen und Görlitz in ihre Jubiläumsjahre gestartet: Bischofswerda feiert 790. und Niesky 275. Stadtgeburtstag. Uwe Menschner / ume1

Bischofswerda und Niesky haben einiges gemeinsam. Beide Städte verloren im Zuge der bisherigen Kreis- und Funktionalreformen ihren Status als Kreisstadt und müssen seitdem mit einer deutlich verringerten überörtlichen Bedeutung klarkommen. Während sich dieser Einschnitt in die Stadtentwicklung in Bischofswerda bereits 1994 vollzog, musste Niesky den Kreissitz erst 2008 an das bis dahin kreisfreie Görlitz abtreten. Seit diesen Zeitpunkten hadern beide Städte mit dem Abzug von Ämtern und Institutionen, die ihnen bis dahin jede Menge Publikumsverkehr und damit auch Kaufkraft gebracht hatten. Jüngstes Beispiel ist die Agentur für Arbeit, die seit dem 15. Dezember 2016 sowohl in Bischofswerda als auch in Niesky keine festen Öffnungszeiten, sondern nur noch Termine nach Vereinbarung anbietet.

275 und 790 Jahre alt

Dennoch blicken beide früheren Kreisstädte selbstbewusst und optimistisch in die Zukunft. "Wir sind Bischofswerda - lassen Sie uns diesen Slogan mit Leben erfüllen und mit einem verstärkten Wir-Gefühl in ein tolles Festjahr starten", ruft Bischofswerdas Oberbürgermeister Holm Große (parteilos) die Bürger seiner Stadt auf. Und seine Nieskyer Amtskollegin Beate Hoffmann (CDU) wünscht sich Begeisterung - "nicht nur in Bezug auf das Festjahr, sondern auch auf die Vorhaben der Stadt in diesem Jahr und darüber hinaus."

Im Vergleich zu ihrer Mitjubilarin ist Niesky mit 275 Jahren noch recht jung - handelt es sich doch um eine Neugründung der Herrnhuter Brüdergemeine aus dem Jahre 1742. Bischofswerda hingegen wurde 1227 erstmals urkundlich erwähnt, eine Siedlung besteht an dieser Stelle - einer früheren Flussinsel in der Wesenitzaue - wahrscheinlich noch weitaus länger.

Oberliga-Spiel neu aufgelegt

Was beide Städte noch gemeinsam haben? Dass sie ihre Jubiläen ein ganzes Jahr lang mit zahlreichen und vielgestaltigen Höhepunkten feiern wollen. Bischofswerda vollzieht den offiziellen Start am 26. März, dem Tag der Ersterwähnung, mit der Eröffnung einer Ausstellung von mit Drohnen aufgenommenen Luftbildern im Rathaus. Die Schiebocker Tage, das alljährliche Stadtfest, stehen vom 9. bis 11. Juni ebenfalls im Zeichen des runden Stadtgeburtstags. Einen ganz speziellen Höhepunkt bildet dabei am 10. Juni die Wiederauflage des legendären DDR-Oberliga-Fußballspiels vom 2. Mai 1987, als das heimische Fortschritt-Team den BFC Dynamo sensationell mit 2:0 bezwang.

Ein kleines im großen Jubiläum feiert die Spielgemeinschaft Gojko Mitic ("die kleinsten Karl-May-Spiele mit den jüngsten Darstellern"), die seit 25 Jahren besteht. Selbiges gilt für den Tier- und Kulturpark (60 Jahre) und den Spielmannszug (55 Jahre). Den Höhepunkt bildet das Festwochenende am 9./10. September mit einem großen Festumzug.

Niesky ist es gelungen, mit dem Sächsischen Familientag am 10. Juni einen besonderen Höhepunkt in sein Jubiläumsjahr einzubinden. Dieser beinhaltet ein Bühnenprogramm sowie zahlreiche Informations-, Spiel- und Mitmachangebote für Groß und Klein. Weitere Höhepunkte sind das Festwochenende vom 10. bis 13. August, das Herbstfest mit großem Festumzug und Feuerwerk vom 8. bis 10. September sowie die für Oktober geplante Wiedereinweihung des Nieskyer Eisstadions nach vollendetem Umbau.