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In Schleife wird die Quark- und Leinölsteuer eingeführt

Der Gemeinderat sitzt gemeinsam in einem Boot. Bork I ist der Name und spielt damit auf Bürgermeister Reinhard Bork an. Bei der außerordentlichen Sitzung auf dem Halbendorfer See taucht auch Neptun auf.
Der Gemeinderat sitzt gemeinsam in einem Boot. Bork I ist der Name und spielt damit auf Bürgermeister Reinhard Bork an. Bei der außerordentlichen Sitzung auf dem Halbendorfer See taucht auch Neptun auf. FOTO: Martina Arlt/mat1
Schleife. Der Schlachtruf zum 18. Fasching im Sorbischen Kulturzentrum in Schleife "Überall ist Karneval, in Schleife ist Maskenball" war Samstagabend nicht zu überhören. Martina Arlt / mat1

Bevor das spektakuläre Programm mit den 22 Mitwirkenden begann, probte Bernd Zuchold mit dem Publikum mehrmals diesen Slogan. Der Saal war bestens gefüllt und das Publikum zeigte sich passend zum Thema mit vielen interessanten und kunstvollen Masken.

Damit diese schöne Tradition auch erhalten bleibt, sorgt sich der Vorsitzende Marco Jejkal mit den 22 Mitgliedern um interessante Programmpunkte. In zwei Teilen erlebten die Besucher tolle Darbietungen auf der Bühne. So wurde zuerst wie immer das Dorfgeschehen auf die Schippe genommen. Zu erleben war eine außerordentliche Gemeinderatssitzung auf dem Halbendorfer See. Zu dieser teambildenden Maßnahme schipperten die "Abgeordneten" auf dem Boot "Bork I".

Es wurden Themen angesprochen, die die Gemeinde auch im wahren Leben bewegen: vor allem die Finanzen. So wird in Schleife nun sogar über eine Quark- und Leinölsteuer, eine Saufabgabe und eine Steuer für blöde Namen nachgedacht. Da die Gaststätte "Schlangenkrone" keinen Wirt mehr hat, soll dieses Haus zu einem Grand Hotel umgebaut werden. Auch eine Kreisverkehrsmaut wurde in Betracht gezogen. Es sollte eine Kasse des Vertrauens geben: für eine Runde ein Euro, an jeder Ausfahrt 20 Cent. Zudem machte man sich bei der Seerundfahrt auch Gedanken über die archäologischen Untersuchungen zum Schulneubau. Tolle Idee: Die bei den Ausgrabungen gefundenen Teller könnten doch gleich für die Cafeteria im neuen Schulhaus eingesetzt werden.

Auch Bürgermeister Reinhard Bork schaute sich die närrische Kommunalpolitik mit viel Humor an. Auf jeden Fall gab es schon für den ersten Teil der spektakulären Ideen der Vereinsmitglieder jede Menge Beifall. Mit wunderschönen Tänzen trugen die Mädels zum guten Gelingen der Faschingsnacht bei. Sie begeisterten mit "Fifty Shades of Schleife" - einem Puppen- sowie Halloweentanz. Als Choreografin der Tänze zeichnete sich Michelle Kricks aus.

Im zweiten Programmteil begeisterte Zauberer Luis Heinke, wurden Tänze und Sketche gezeigt. Für die Lichttechnik des Abends war Urs Kohler verantwortlich. DJ Pit aus Rohne sorgte für Stimmungsmusik im Sorbischen Zentrum. Die Manuskripte schrieb Thomas Schmidt. Der Fasching ist Gemeinschaftsarbeit in Schleife. Mittlerweile weiß jeder, was er zu tun hat. Die Vereinsmitglieder, die im Alter von 20 bis 60 Jahren sind, sind stets bemüht, kulturelle Highlights im Ort zu schaffen. Auch die Bewirtung der Gäste übernahmen die Vereinsmitglieder Samstag in Eigenregie und hatten alles bestens im Griff. "Für die Hauptversorgung im Saal haben wir Getränke Lindner bestellt. Der Verein sorgt sich im großen Tanzzelt für die entsprechende Versorgung, auch Cocktails werden gern probiert. Das klappt alles", so Bernd Zuchold.

Am Sonntag feierten die Kinder bei Pommes, roter Brause und frischen Waffeln Fasching.