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In Görlitz neue Behandlung bei Glaukom-Erkrankung

Görlitz. () Bei der Behandlung der Augenkrankheit Grüner Star setzen Augenärzte im Görlitzer Klinikum jetzt eine neue Behandlungsmethode zur schonenden und langfristigen Senkung des Augeninnendrucks ein. Mehr zu dieser neuen Behandlung erfahren können Interessierte morgen beim Tag der offenen Tür im Klinikum. red/br

Das Glaukom ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland. Bei dieser Erkrankung führt ein zu hoher Augeninnendruck zum Verlust der Nervenfasern des Sehnervs. Es kommt zunächst zu Gesichtsfeldausfällen, die später bis zur Erblindung führen können. Je früher ein zu hoher Augeninnendruck erkannt wird, desto eher können die Mediziner das Fortschreiten des Glaukoms verhindern.

In einem ersten Schritt kommen meist medikamentöse Therapien mit Augentropfen zum Einsatz. Sollten diese nicht (mehr) helfen, werden operative Verfahren wie vor allem die Trabektulektomie angewendet. Ziel dieses Eingriffes ist es, die Augenflüssigkeit abzuleiten, die für den zu hohen Druck verantwortlich ist. Klassisch geschieht dies durch großflächiges Aufschneiden der Bindehaut, um darunter einen künstlichen Abflussweg zu schaffen.

Eine deutlich schonendere Methode wenden nun die Ärzte im Klinikum an. Mit dem Trabektom, das fast wie eine Nadel aussieht, braucht es nur noch einen 1,6 Millimeter großen Schnitt in der Hornhaut, um ins Auge hineinzugehen und den Abfluss im Kammerwinkel zu verbessern. Der Eingriff ist deutlich risikoärmer und dauert nur etwa zehn Minuten. "Ein weiterer entscheidender Vorteil für unsere Patienten ist, dass sie nicht in Vollnarkose versetzt werden müssen, denn eine örtliche Betäubung ist ausreichend", sagt Chefarzt Igor Prusiecki. Darüber hinaus lässt sich dieser Eingriff sehr gut mit Operationen des Grauen Stars kombinieren.

Tag der offenen Tür Sonnabend, 23. September Städtisches Klinikum Görlitz

Zum Thema:
Etwa 240 Glaukome werden jährlich im Städtischen Klinikum Görlitz behandelt. Das Klinikum hat in das neue Gerät inklusive Erstausstattung und Material 67 000 Euro investiert. Die Behandlungskosten tragen die Krankenkassen. Für die neue Behandlungsmethode geeignet sind Patienten mit leichten und mittelschweren Sehnervschädigungen, bei denen die Augendrucksenkung durch die Tropfen nicht ausreichend ist.