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In den Pausen wird gehämmert

Boxberg. Ende September sollen die Bauarbeiten für das Begegnungszentrum in Boxberg (Schulgebäude) starten. Damit es endlich losgehen kann, hat der Gemeinderat Boxberg in seiner Sitzung am Montag die Grundlage geschaffen. Regina Weiß

Sieben Bauvergaben wurden alle einstimmig beschlossen. Sie haben zusammen einen Wert von rund 650 000 Euro.

Doch die Vergabe ging nicht ohne Diskussionen ab. Das lag daran, dass bei manchen Losen die Summe weit über den einst geschätzten Baukosten landete. Norbert Reimann vom Bauamt erinnerte daran, dass die Schätzungen aus den Zeiten der Entwurfsplanung herrührten. Außerdem habe man Forderungen aus dem Brandschutzgutachten umzusetzen müssen. Weiterhin habe sich die Schulhausbaurichtlinie geändert oder "es waren andere schicke Sachen", umschrieb es Reimann.

So wird der Eingang zum Begegnungszentrum künftig unter der Aula liegen. Das hat zum Beispiel Folgen für die Aufteilung der Räume. "Der Weg ist ein Flucht- und Rettungsweg. Dort dürfen sich keine Räume befinden, wo sich dauerhaft Nutzer aufhalten", erläutert Hauptamtsleiter Arian Leffs. So wird der Hauswirtschaftsraum zur Garderobe und der Schulklub zum Hauswirtschaftsraum.

Neben den Auflagen mussten die Boxberger konstatieren, "dass recht wenig Wettbewerb herrscht". Soll heißen, teilweise gab es auf ihre Ausschreibungen nur zwei Angebote oder gar nur eins. Dass veranlasste Gemeinderat Hendryk Balko (WV Boxberg) zu der Nachfrage, wo die Gemeinde denn das Bauvorhaben ausgeschrieben habe. Im sächsischen Vergabeportal sei die Bekanntmachung erfolgt, erklärte Norbert Reimann.

Sigrun Hajdamowicz (CDU) hatte gleich bei der ersten Vergabe ihre Bauchschmerzen, lag doch zwischen dem ersten und zweiten Bieter fast eine Preisspanne von 60 000 Euro. Die Begründung des Planers, dass man den Unterschied nicht fundiert erklären könnte, empfand sie empörend. "Ich möchte, dass das Ganze eine Qualität hat." Um mit ruhigem Gewissen abstimmen zu können, brauche sie als Gemeinderätin aber die entsprechenden Informationen. Bürgermeister Achim Junker (CDU) und Nochtens Ortsvorsteher Mario Weier versuchten es mit einer Erklärung. Beim Höherbietenden sei sicherlich auch ein Stück weit Spekulation im Spiel. Baubetriebe hätten extrem gut zu tun. "Ist er dann der einzige Bieter, hat er vielleicht Glück gehabt", so Junker. Da falle es wirklich schwer, die Unterschiede bei den Bietern zu erklären.

Das Bauvorhaben wird eine Herausforderung, ist man sich in der Gemeindeverwaltung sicher. Nicht nur, dass bei laufendem Schulbetrieb gebaut wird, gehört dazu. "Gebohrt, gehämmert und gemeißelt wird in den Pausen", so Reimann. Natürlich sollen auch die Ferien genutzt werden, um richtig loszulegen. Arian Leffs verweist in diesem Zusammenhang auf das Planungsbüro Armin Ussath, dass den Boxberger Bau betreut und mit dem Umbau der Oberschule in Krauschwitz bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet hat.

Um das Vorhaben zu stemmen - es hat einen Wertumfang von rund 1,8 Millionen Euro - zapft Boxberg drei Fördertöpfe an. Geld kommt aus Brücken in die Zukunft, Leader und vitale Dorfkerne. Jeweilige Bauabschnitte müssen den einzelnen Programmen zugeordnet werden. Auch eine Aufgabe, die es in sich haben dürfte, wissen die Verwaltungs-Mitarbeiter.

Doch jetzt freut sich Bürgermeister Achim Junker erst mal, dass es losgeht. "Es ist doch eine schöne Sache, dass viele Firmen aus der Lausitz etwas davon haben", so Junker. Die Aufträge gehen an Unternehmen aus Weißwasser, Uhyst, Groß Düben, Heidenau, Schwarze Pumpe, Reichwalde und Hoyerswerda.