ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:17 Uhr

Lausitzer Wölfe
Im Stall gefundener Wolf ist unterentwickelt gewesen

Rietschen/Hohendubrau. Der tote Welpe weist starke Räudesymptome auf. Die Pferde und andere Tiere in dem Gebäude verhielten sich normal.

Bei dem am 18. März in einem Pferdestall am Ortsrand von Jerchwitz (Gemeinde Hohendubrau, Landkreis Görlitz) gefundenen toten Wolf handelt es sich um einen männlichen Welpen. Er war in einem sehr schlechten Gesundheitszustandt, teilt das Kontaktbüro „Wölfe in Sachen“ mit.

Nachdem die Besitzerin des Pferdehofes die Polizei über den Totfund informiert hatte, welche die Meldung weiterleitete, fand eine Vor-Ort-Begutachtung durch Mitarbeiter des Lupus-Institutes für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland und des Landratsamtes Görlitz statt.

Bei der Untersuchung des Kadavers durch das Institut konnte eingeschätzt werden, dass der Welpe erst vor Kurzem gestorben sein musste. Das Tier befand sich in einem schlechten Gesundheitszustand und war für sein Alter unterentwickelt. Es war verhältnismäßig klein und leicht, was auf eine schon länger bestehende Erkrankung hindeutet. Zudem wies er starke Räudesymptome auf. Die Todesursache ließ sich bei der äußerlichen Untersuchung nicht feststellen. Der Wolf wurde zur weiteren Untersuchung und Ermittlung der Todesursache an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin übergeben.

Der Fundort liegt im Territorium des Kollmer Rudels, wie das Rietschener Kontaktbüro weiter informiert. Fotofallenaufnahmen belegen, dass die Welpen dieses Rudels bereits im Sommer Räudeanzeichen aufwiesen. Klarheit über die Rudelzugehörigkeit des toten Wolfswelpen soll eine genetische Untersuchung am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen bringen.

Bei der Untersuchung des relativ abgelegenen, von wenigen Wohnhäusern umgebenen Pferdestalls und dessen Umgebung fanden sich keine Anhaltspunkte dafür, wie und wann der Wolf in den ständig offen stehenden Stall hinein kam, und wie lange er sich dort befand. Die im Stall in separaten Boxen untergebrachten Pferde und Kleintiere waren unversehrt und zeigten ein normales, entspanntes Verhalten.

Es handelt sich bislang um den ersten bekannten Fall, bei dem ein toter Wolf in einem Stall aufgefunden wurde. Von Füchsen ist laut Kontaktbüro bekannt, dass sie, wenn sie verletzt oder krank sind, unter bestimmten Umständen Schutz und Wärme in Heu- oder Strohlagern, manchmal auch in Stallungen suchen. Da der Fellzustand des Wolfswelpen aufgrund der Räude sehr schlecht war, ist denkbar, dass er im Stall Schutz vor der Kälte suchte.

Das Kontaktbüro bittet daum, jegliche Hinweise auf Wölfe wie Losungen (Kot), Risse, Sichtungen, Spuren und Totfunde an die jeweilig zuständigen Landratsämter zu melden oder an die nachfolgenden Stellen:

LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland (Telefon 035727 57762, E-Mail: kontakt@lupus-institut.de) beziehungsweise Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ (Telefon 035772 46762, E-Mail: kontaktbuero@wolf-sachsen.de).

(red/dh)