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Im Landkreis Görlitz droht mehr als 31 000 Menschen Altersarmut

Görlitz. (red/br) Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Ostsachsen vor steigender Altersarmut. Im Landkreis Görlitz verdienten Ende vorigen Jahres 31 287 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2 500 Euro brutto im Monat.

Das sind 63,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Landkreis. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen.

Ursachen für dieses Problem sind einerseits das niedrige Lohnniveau der Region Ostsachsen und andererseits das geplante Absenken des Rentenniveaus auf bis zu 43 Prozent im Jahr 2030.

"Wir brauchen als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent", sagt Dana Dubil, Regionsgeschäftsführerin des DGB Ostsachsen. "In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden - etwa auf 50 Prozent. Außerdem werden wir die Lohnentwicklung in der Region intensiv verfolgen, denn die Bruttoeinkommen in Ostsachsen müssen weiter steigen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen."

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Dana Dubil sieht das kritisch: " Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Die Menschen wissen nicht, wovon sie die private Vorsorge bezahlen sollen und wenn doch, ist sie derzeit faktisch nichts wert. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel in der gesetzlichen Rente. Das Thema darf nicht auf die lange Bank geschoben werden, es muss jetzt gehandelt werden. Es ist eine der großen Zukunftsfragen, wie wir die gesetzliche Rente aufstellen. Die DGB-Gewerkschaften haben klare Anforderungen an die Rentenpolitik formuliert und konfrontieren damit die Kandidaten für den Deutschen Bundestag aus dem Wahlkreis 157. Nach der Wahl werden wir die Parteien dann an ihren Aussagen messen."