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| 14:30 Uhr

Ausstellung
Es wird Gesicht gezeigt

 Ein Blick auf die Ausstellung im Verwaltungsgebäudes des Kraftwerks Boxberg.
Ein Blick auf die Ausstellung im Verwaltungsgebäudes des Kraftwerks Boxberg. FOTO: Regina Weiß
Boxberg . Die Ausstellung „Frauen im Lausitzer Revier“ ist bis Februar im Kraftwerk Boxberg zu sehen. Der Auslöser für die Arbeiten hat übrigens auch mit einem Überfall zu tun. Von Regina Weiß

Maria Blaschke, Christin Schöller, Carolin Kaiser, Susann Gawron und Jenny Slabina haben doppelt etwas gemeinsam. Die Frauen arbeiten nicht nur an den unterschiedlichsten Stellen im Tagebau Nochten/Reichwalde und sind demzufolge Angestellte der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag), sondern sind auch Teil der neuesten Ausstellung im Kraftwerk Boxberg. Diese heißt „Frauen im Lausitzer Revier“. Im Beisein zahlreicher Gäste ist sie am Dienstagnachmittag eröffnet worden. Bis zum Februar werden die Fotos im Verwaltungsgebäude der Betriebsstätte zu sehen sein und hoffentlich viele Betrachter finden, wie sich das Kraftwerksleiter Carsten Marschner wünscht. Die 27. Ausstellung am Standort ist in seinen Augen eine besondere, zeigt sie doch, wie die Mitarbeiterinnen an der Seite der Männer ihre Frau stehen. „Ich zolle ihnen Respekt“, so Marschner. Schön sei, dass die Arbeiten einen Querschnitt abbilden: Frauen im Drei- oder Normalschichtsystem, auf dem Bagger oder am Schreibtisch. Das Kraftwerk selbst habe einen Frauenanteil von 25 Prozent. Es stehe aber nichts im Wege, den noch einige Prozentpunkte anzuheben.

Frauen in den Fokus zu rücken, habe laut Hobbyfotograf Ullrich Heinemann aus Groß Oßnig schon etwas mit seiner Prägung im Elternhaus zu tun. „Der Hut, den ich vor meiner Mutter ziehe, kann nicht groß genug sein“, erzählt der Ausstellungsmacher seine Grundintention für die Bilder. Haushalt, Familie, Kraftwerk, Tagebau, Kinder, Ehemann – überall leisten Frauen ihre wichtige Arbeit. Im Fall der Leag einen gewichtigen Beitrag zur sicheren Versorgung mit Strom und Wärme rund um die Uhr, eben an 365 Tagen im Jahr.

Und das mit Herzblut, wie Silke Butzlaff beweist. Die Baggerfahrerin aus dem Tagebau Welzow-Süd gehört nicht nur zu den Porträtierten, sondern hat die Fotoserie mit organisiert und rund um die Termine auch selbst fotografiert. An ihr Foto, was sie auf ihrem Arbeitsplatz als Geräteführerin zeigt, habe sie sich „langsam gewöhnt“, gibt sie lachend zu.

 Für Kraftwerksleiter Carsten Marschner gab es ein besonderes Bild als Danke­schön von den Ausstellungsmachern Silke Butzlaff und Ullrich Heinemann (l.)
Für Kraftwerksleiter Carsten Marschner gab es ein besonderes Bild als Danke­schön von den Ausstellungsmachern Silke Butzlaff und Ullrich Heinemann (l.) FOTO: Regina Weiß
 Für Kraftwerksleiter Carsten Marschner gab es ein besonderes Bild als Dankeschön von den Ausstellungsmachern Silke Butzlaff und Ullrich Heinemann (l.)
Für Kraftwerksleiter Carsten Marschner gab es ein besonderes Bild als Dankeschön von den Ausstellungsmachern Silke Butzlaff und Ullrich Heinemann (l.) FOTO: Regina Weiß

Dabei ist der Ursprung alles andere als lustig gewesen. Silke Butzlaff erinnert sich an 2017 und den Überfall der Aktivisten von „Ende Gelände“. Nicht nur damals hat sie das Gefühl, dass auf ihrer Arbeit herumgetrampelt wird, dass sie die Buhmänner und -frauen der Nation sind. „Es war an der Zeit, Gesicht zu zeigen“, so Silke Butzlaff. Gleiches passiere nun auch mit der Ausstellung. „Ich bin stolz, dass sie den Frauen gewidmet ist“, sagt sie der RUNDSCHAU.

Neun Monate hat die Vorbereitung und Arbeit gekostet, wobei gut zwei Drittel der Zeit auf das Organisieren entfallen sind. 50 Frauen waren schließlich bereit, sich ablichten zu lassen. 46 Bilder werden in Boxberg gezeigt.

Doch das ist nicht das Ende des Projektes. Weitere Porträts sind geplant. Außerdem ein Kalender. „Da zeigen wir uns ganz anders“, will Silke Butzlaff noch nicht zu viel verraten. Außerdem soll das wichtige Thema nicht nur betriebsintern von sich reden machen. Mit Spremberg sei man schon für eine Ausstellung im Gespräch. Weitere Interessenten sind willkommen.

 Passend zu „Frauen im Lausitzer Revier“ – Mädchen der Freien Oberschule Boxberg begleiten die Eröffnung der Ausstellung mit ihrem Gesang.
Passend zu „Frauen im Lausitzer Revier“ – Mädchen der Freien Oberschule Boxberg begleiten die Eröffnung der Ausstellung mit ihrem Gesang. FOTO: Regina Weiß
 Ein Blick auf die Ausstellung im Verwaltungsgebäudes des Kraftwerks Boxberg.
Ein Blick auf die Ausstellung im Verwaltungsgebäudes des Kraftwerks Boxberg. FOTO: Regina Weiß
 Passend zu „Frauen im Lausitzer Revier“ – Mädchen der Freien Oberschule Boxberg begleiten die Eröffnung der Ausstellung mit ihrem Gesang.
Passend zu „Frauen im Lausitzer Revier“ – Mädchen der Freien Oberschule Boxberg begleiten die Eröffnung der Ausstellung mit ihrem Gesang. FOTO: Regina Weiß