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| 14:26 Uhr

Aufgeschnappt
Im gallischen Dörfchen gibt es Magnum-Flaschen

Das Logo von „Goblenz“ sollten sich die Kromlauer patentieren lassen. Eine der vielen schönen Ideen vom Festumzug anlässlich der 750-Jahr-Feier. Der Name vereint sowohl Dialekt als auch den Hinweis auf den Ursprung des Dorfes als Apfelbaumort.
Das Logo von „Goblenz“ sollten sich die Kromlauer patentieren lassen. Eine der vielen schönen Ideen vom Festumzug anlässlich der 750-Jahr-Feier. Der Name vereint sowohl Dialekt als auch den Hinweis auf den Ursprung des Dorfes als Apfelbaumort. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Was den Journalisten in dieser Woche wieder Besonderes unter die Feder gekommen ist.

Die Festsitzung aus Anlass 750 Jahre Gablenz hat Jacob Ameis mit klassischen Stücken am Klavier begleitet. Als es plötzlich zu laut wurde, bat Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) um entsprechende Aufmerksamkeit für den jungen Künstler. Auffällig war, dass vor allem an den Tischen mit den ehemaligen Lehrern am meisten geschnattert wurde.

Auch Amtskollegen konnte Dietmar Noack zur Festsitzung in Gablenz begrüßen. So waren Andreas Bänder für Bad Muskau und Rüdiger Mönch für Krauschwitz zu Gast. In den hinteren Reihen sah Noack auch OB Torsten Pötzsch aus Weißwasser sitzen. „Wie immer zu spät“, verpasste ihm Noack gleich eine Spitze. Leszek Mrosek, Bürgermeister von der Gablenzer Partnergemeinde Zary-Land, hatte neben einer Delegation auch ein Gastgeschenk mitgebracht. In der Partnerschaft laufe alles bestens. „Gablenz hat mit uns einen Partner an der Seite, der sie sehr mag“, so die nette Botschaft.

Was Gablenz einst ausgemacht hat, war die Schrotholzhausbauweise im Dorf. Davon zeugen heute noch erhaltene Häuser. Vier davon stehen in der Wossinka, sechs im Hauptort. Das bekannteste ist der Bartelshof, das Kulturzentrum des Dorfes. An die Bauweise erinnern auch die Bushäuschen im Dorf. „Eins davon haben wir sogar zweimal aufgebaut“, so Noack mit einem breiten Grinsen – Stichwort „das kleinste Parkhaus der Welt“.

Mit einer Magnum-Flasche Sekt bedankte sich Dietmar Noack bei den Frauen vom Gablenzer Verein Kreativ in Ton. Diese hatten für das neue Apfel-Maskottchen zum Jubiläum in Gablenz gesorgt. Sie töpfern das auf Nachfrage gern weiter.

Nur gut, dass die Festsitzung in Gablenz in einem stabilen Festzelt stattfand. Just zu dem Zeitpunkt windete es nicht nur, sondern regnete auch Strippen. „Ich wollte die Sonne mitbringen, aber sie hat leider nicht in mein Auto gepasst“, so CDU-Landtagsabgeordneter Lothar Bienst. Doch zumindest scheint der Draht nach oben funktioniert zu haben. Beim Festumzug riss der Himmel auf, und Klärchen feierte mit.

Sind Weißkeißel und Gablenz gallische Dörfer? Zumindest sind beide der Meinung, ihre Entwicklung allein am besten bestimmen zu können. „Erhalten Sie sich ihre Eigenständigkeit“, lautete deshalb auch der Ausruf von SPD-Bundestagsabgeordnetem Thomas Jurk aus Weißkeißel an die Fest-Gemeinschaft in Gablenz.

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Klein ist auch in Gablenz relativ. Mit klein wurde die Flasche beschrieben, die Bürgermeister Achim Noack (CDU) von den Gemeinderäten Peter Weszkalnys und Johannes Rackel überreicht bekam. Er solle sie in Ruhe mit seiner Frau Mechthild genießen, lautete der Wunsch an Noack. Gemeinsam können Sie sich nun 1,5 Liter Rotwein schmecken lassen.

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Während Deutschland gegen Südkorea verlor, kam das öffentliche Leben in Weißwasser zum Erliegen. Auf der ortsdurchquerenden B 156 war fast Totenstille. Wie passend zum Spielausgang. Die Niederlage der Fußballer sorgte auch bei manchem Stadtrat in Bad Muskau für deprimierte Gesichter. „Ich hoffe, dass wir trotz der Niederlage die Sitzung heute ordentlich durchführen können“, gab Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) die entsprechende Trainer-Order vor. Die folgenden Diskussionen waren teilweise hitzig. Auch rote Karten gab es. Aber nur bei der Abstimmung. In der Pause merkte Stadtrat Erik Schobner an, dass jetzt noch Brasilien spielen würde. „Wir müssen uns ja jetzt neue Freunde suchen“, so seine Begründung, nicht mehr ewig tagen zu wollen.

Als Daniela Neumann die Idee von der Schulgala an ihre Kollegen vom Lan­dau-Gymnasium Weißwasser herangetragen hat, da hielt ihr Musiklehrer Burghart Lößner etwas von Frequenzen entgegen. Davon habe sie keine Ahnung, gab sie unumwunden zu. „Als ehemalige Leistungssportlerin in der DDR hatte ich ab der zweiten Klasse keinen Musikunterricht mehr“, so die Sportlehrerin.

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Dass die Sparkasse ihre Öffnungszeiten reduziert und ihren Service eingeschränkt hat, treibt die Rietschener um. „Es geht nur noch um Geld, leider nicht um die Menschen“, so Fechner am RUNDSCHAU-Telefon. Um so froher sei er, dass es gelungen ist, einen anderen Service im Dorf zu erhalten. „Wir sind Katja Liewald sehr dankbar, dass sie ein zweites Geschäft eröffnet hat und Post und Lotto anbietet“, lobt er. Mit ihm sind da viele Senioren im Ort einer Meinung. „Das muss einfach mal in die Zeitung“, findet der ehemalige Kino-Betreiber. Nun steht es drin.

Um 18.28 Uhr, zwei Stunden und 28 Minuten nach Beginn der Stadtratssitzung in Weißwasser, hatten die ersten Bürger die Zank-und-Streit-Veranstaltung satt und gingen. Ihr Kommentar: „Bloß raus hier, diesen Zirkus wollen wir uns nicht mehr antun.“ Die Sitzung war übrigens gegen 22.30 Uhr beendet. ⇥rw/trt

Daniela Neumann steht bei der zehnten Schulgala Kopf.
Daniela Neumann steht bei der zehnten Schulgala Kopf. FOTO: Regina Weiß
(rw)