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Im Gablenzer Pfarrgarten entstehen nun zwei Neubauten

Gablenz. Der Martinshof Rothenburg hat sein ursprüngliches Projekt erweitert. Jetzt sind zwölf Wohnungen für Senioren vorgesehen. Ingolf Tschätsch / igt1

Das Diakonische Werk Martinshof Rothenburg hat ein neues Projekt für das Wohnen älterer Menschen im Pfarrhaus Gablenz vorgestellt. Der Einladung zur Informationsveranstaltung in der Kirche waren dieser Tage rund 30 interessierte Bürger gefolgt. Weil durch Auflagen des Denkmalschutzes bei Umbau und Sanierung des Pfarrhauses Mehrkosten von über 100 000 Euro entstanden waren, musste die Diakonie als neuer Eigentümer der im 19. Jahrhundert errichteten Immobilie den ersten Planungsentwurf noch einmal auf den Prüfstand stellen. "Wir haben das Projekt jetzt weiter entwickelt, weil das Interesse daran nach wie groß ist", erklärte Robert Dünnbier, Kaufmännischer Vorstand der Stiftung Martinshof Rothenburg. Es sei ein Weg gefunden worden, um zum einen die gestiegenen Baukosten zu eliminieren und zum anderen den Bedarf an altersgerechtem Wohnraum noch besser zu befriedigen.

Die Lösung bestand darin, den hinteren Teil des Grundstückes - den Pfarrgarten - in das Projekt mit einzubeziehen. Dort, zum Krauschwitzer Weg hin, sollen zwei Neubauten entstehen, wie Architekt Ulrich Weineck informierte. In jedem der Häuser sind fünf behindertengerechte Wohnungen mit rund 43 Quadratmeter Fläche mit separatem Eingang vorgesehen. Eine kleine reizvoll gelegene Anlage mit parkähnlichem Charakter, weil der vorhandene Baumbestand nicht angetastet wird. Das alte, unansehnliche Nebengebäude wird abgerissen. Zusammen mit dem sanierten Pfarrhaus erhalte Gablenz somit eine Art Dreiseithof, hieß es. Das auf diese Weise aufgewertete offene Areal könne durchaus dem Charakter eines Dorfmittelpunktes entsprechen, zumal eine unmittelbare Verbindung vom Krauschwitzer Weg zur Dorfstraße geschaffen wird. Ausgehend von diesen Veränderungen wurde der Leitgedanke des Konzeptes vom Leben und Wohnen im Pfarrhaus abgewandelt in Begleitetes Wohnen am Pfarrhaus Gablenz.

Ursprünglich sah das Konzept sechs Wohnungen im Pfarrhaus vor. Von dieser Variante ist der Eigentümer wegen der kostenintensiven denkmalschutzgerechten Arbeiten abgerückt, sodass dort nur zwei Wohnungen geschaffen werden. Damit werden insgesamt zwölf Wohneinheiten - doppelt so viele als zuvor geplant - für ältere Menschen entstehen. Weitere Veränderungen bei Umbau und Sanierung des Pfarrhauses im Vergleich zu den bisherigen Vorstellungen betreffen u.a. den Eingangsbereich und die Gestaltung der Vorderansicht des Gebäudes zur Dorfstraße hin. So wird das Pfarrhaus auf dieser Seite keine Fenster erhalten, womit es seinem früheren Aussehen angeglichen wird.

Für Diskussionsstoff unter den Zuhörern bei der Vorstellung des Projektes sorgte beispielsweise die Dachform der beiden Neubauten. Sie sollte sich in das historische Gesamtbild des Kirchensembles einfügen und nicht zu modern sein, hieß es. Wie Robert Dünnbier versicherte, sei man jederzeit für Anregungen der Bürger dankbar. Schließlich handele es sich ja erst um einen Entwurf, noch keine fertige Planung. Bärbel Schuster, Bereichsleiterin Altenhilfe, wies u.a. darauf hin, dass es in der Anlage ein Büro des Martinshofes geben wird, wo Ansprechpartner für die Bewohner eingedenk des Gedankens des begleiteten Wohnens zur Verfügung stehen. Die Senioren sollen sich wohl und umsorgt wissen und durch Veranstaltungen im Pfarrhaus - wo ein Raum dafür zur Verfügung steht - am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Mittlerweile haben die ersten Arbeiten begonnen, wurde informiert. Wenn es das Wetter zulässt, sollen in dieser Woche die Dachdecker auf der Pfarrerei loslegen. Im Winter kommt der Innenausbau an die Reihe. Noch in diesem Jahr ist vorgesehen, den Bauantrag für die beiden Wohngebäude zu stellen. "Ende 2018 soll das gesamte Projekt fertig sein", so Dünnbier abschließend.