Rico Jung ist selbst Mitglied des ESW. Mehrfach im Gespräch über seinen Einsparplan für den Eishallenbetrieb betont der Finanzreferatsleiter im Rathaus von Weißwasser diesen Umstand. Vielleicht, um damit klar zu machen, dass die Gemeinschaft der Eishockey-Freunde nichts Schlimmes befürchten muss. Rathaus und ESW müssten "vernünftig miteinander" arbeiten. Das sagt er ebenfalls mehrfach. Dabei sei der Betreiberwechsel schon mal gut über die Bühne gegangen.

Am Silvestertag übergab der Verein dem Referatsleiter die Schlüssel, der nun seine Einsparziele umsetzen kann. Das Ziel: Statt 430 000 Euro wie im ersten Betriebsjahr soll die Betreibung der neuen Eisarena künftig nur noch 300 000 Euro jährlich kosten. Dabei spare die Stadt allein schon durch den Betreiberwechsel an sich 70 000 Euro, erklärt Jung. Zum einen falle die Umsatzsteuer auf die städtischen Zuschüsse weg, die ja nun nicht mehr an den Verein gezahlt werden. Zum anderen bedürfe es keiner Haftpflichtversicherung mehr für mögliche Schäden verursacht durch das Eishallen-Personal. Die drei Eismeister und der Objektleiter werden, wie andere Stadtbedienstete auch, über den kommunalen Schadensausgleich versichert.

Die vier ehemaligen Mitarbeiter des ESW, so Jung weiter, werden auf Dauer von der Stadt übernommen. Noch geschraubt werden könnte allerdings an der Vergütung. Auch sollen die Eismeister im Sommer im Wirtschaftshof arbeiten, was den Haushalt der Stadt ebenfalls entlastet.

Leicht erhöhen will der Finanzer die Preise für das Eislaufen. 1,50 Euro für Kinder und Jugendliche seien vergleichsweise wenig. Gestrichen werden könnten Freilaufzeiten, die kaum genutzt werden, etwa Montagvormittag oder Dienstagabend. Stattdessen könnte die Eisfläche vermietet werden. Bei der Vermietung wiederum sollen Vereine an Kosten, die sie selbst beeinflussen können, beteiligt werden. Derzeit nutzten 15 Vereine regelmäßig den Fuchsbau. Für sie sollen die Gebühren insgesamt aber gering gehalten werden, um die Halle gut auszulasten: "Die Eishalle soll attraktiv bleiben."

Viel verspricht sich Rico Jung von einem besseren Marketing. Auf Vermietungs- und Freilaufmöglichkeiten soll künftig öffentlichkeitswirksamer hingewiesen werden. Die Eisdisco, die es früher im Fuchsbau gab, will der Referatsleiter wieder auflegen. Jeden Samstag soll sie stattfinden und der Stadt 25 000 Euro Einnahmen jährlich bescheren.

Zunächst wohl kaum zu drücken seien die Kosten für Strom, die im neuen Fuchsbau deutlich höher liegen. Das habe vor allem mit der Eisbereitung zu tun. Um die Eisqualität zu erhöhen, werde mittlerweile eine zweite Kältemittelpumpe eingesetzt. Für die Monate November und Dezember erwartet Jung noch einen Antrag des ESW über 30 000 Euro Stromkostenzuschuss.

Rico Jungs Sparprogramm für die Eishallenbetreibung wird sich im Haushalt für 2015 wiederfinden. Der Referatsleiter geht davon aus, dass er im März oder April im Stadtrat beschlossen werden kann. Bereits im Februar soll im Haupt- und Sozialausschuss über das Investitionsprogramm beraten werden.

Zum Thema:
Eishallenbetreibung und Betreiberwechsel waren im Stadtrat kontrovers diskutierte Themen. Ein ESW-Zuschuss von anfangs 250 000 Euro wurde nach weiteren Anträgen des Vereins auf 430 000 Euro aufgestockt. Der Verein erklärte das mit normalen Problemen beim Einfahren der Anlage und wies auf das Gutachten eines Beratungsunternehmens hin, das sogar 670 000 Euro Zuschussbedarf prognostiziert hatte.