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| 02:55 Uhr

Im Bild: Weißwasser gestern und heute

Der Weißwasseraner Marktplatz mit dem Rathaus im Hintergrund. Auf der historischen Fotografie ist das Zwei-Kaiser-Denkmal zu sehen, was einst auf dem Marktplatz stand. Heute findet sich eine Tafel des Sockels noch neben dem Rathauseingang.
Der Weißwasseraner Marktplatz mit dem Rathaus im Hintergrund. Auf der historischen Fotografie ist das Zwei-Kaiser-Denkmal zu sehen, was einst auf dem Marktplatz stand. Heute findet sich eine Tafel des Sockels noch neben dem Rathauseingang. FOTO: Dirk Zick
Weißwasser. "Ich schaue auf das alte Foto und stehe exakt an der gleichen Stelle wie der Fotograf vor einhundert Jahren mit einer Plattenkamera", sagt der ehemalige Weißwasseraner Dirk Zick und ergänzt: "Ich zolle dem Fotografen von damals noch einmal Respekt und mache das Bild auf diesem Wege wieder aktuell." Die vom 29-Jährigen angefertigten Fotografien kursieren derzeit durch die sozialen Medien und bekommen dort große Zustimmung. Christian Köhler

Die Idee, alte Fotos nochmal im gleichen Ausschnitt zu fotografieren, ist aber nicht neu. "Das erste Mal entdeckt habe ich das Prinzip vor ein paar Jahren auf einem kanadischen Fotoblog", erinnert sich der Hobbyfotograf, der zurzeit in Rostock studiert. Im Sommer des vergangenen Jahres war er einige Wochen in Weißwasser und hatte sich - bewaffnet mit Kopien der alten Originalfotos aus dem Stadtarchiv und seiner Kamera - in Weißwasser umgesehen und diese Fotografien geschossen. "Ich will sichtbar machen, Emotionen hervorrufen und zum Nachdenken anregen", erklärt Dirk Zick sein Vorhaben.

Er habe sich schon immer für die Geschichte der Stadt interessiert, als Kind die Chronik der Stadt zum 444 Geburtstag von Weißwasser angeschaut und intensiv studiert. "Das ließ sich mit diesem kleinen Projekt super zusammenbringen. Ich kannte bereits viele alte Aufnahmen der Stadt und bin immer wieder überrascht gewesen, was sich alles im Laufe der Zeit verändert hat." Dabei staunt er, wie gut die Fotos ankommen und sich in den sozialen Medien rasch verbreiten. "Es scheint, als ob die Nostalgie ein Lebensgefühl ist, das gerade in Weißwasser und der Region anzutreffen ist." Am liebsten hätte er jedoch persönliche Aufnahmen mit Menschen gehabt, aber in der Kürze der Zeit sei dies einfach nicht möglich und umzusetzen gewesen. "Das bleibt eine Idee für die Zukunft", sagt der Fotograf.

Dirk Zick ist in Weißwasser aufgewachsen, in den Plattenbauten in der damaligen Südstadt und auch im Altbau im alten Dorf. Er hat den Bevölkerungsschwund und Rückbauten, die sich in Weißwasser in den vergangenen Jahren ereigneten, als Kind und Jugendlicher miterlebt. "Als ich 2005 die Schule abgeschlossen hatte, wollte ich sofort weg", erinnert er sich. Nie habe er in dieser Zeit mit Gedanken gespielt, in dieser Stadt zu bleiben. "Klar wollte ich weg und bin es auch sofort." Keine Zukunftsaussichten, alles sei schlecht gewesen.

Diese Einstellung habe sich jedoch im Laufe der Zeit geändert. Inzwischen kann er sich vorstellen, mit seiner Familie wieder nach Weißwasser zu ziehen, ist oft zu Besuch in der Heimat. Und so schlecht findet er die Stadt gar nicht. Als angehender Lehrer glaubt er auch, eine Zukunft in der Oberlausitz zu haben, wenn seine Frau auch eine Anstellung in der Region finden würde.

Weitere Fotos von Weißwasser und Region gibt es unter www.facebook.com /balthicaphotography und auf der Website www.balthica.de