In vier Fällen – von Samstag bis Montag – ermittelt nun die Bundespolizei wegen des Verdachts des Einschleusens zugunsten von ukrainischen Staatsangehörigen. Dabei hatten alle ein und dasselbe Muster, wie auch Michael Engler, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf, gegenüber der Rundschau bestätigt.
So geriet in der Nacht zum Samstag zunächst ein 37-jähriger Rumäne in den Verdacht, vier Ukrainer (24, 34, 39, 40) mit seinem Kleintransporter ins Bundesgebiet gebracht zu haben. Der Verdächtige war gegen 4.30 Uhr an der Autobahnanschlussstelle Kodersdorf gestoppt worden. Vor seiner Entlassung musste er eine Sicherheitsleistung in Höhe von 300 Euro entrichten. Die Höhe der Sicherheitsleistung bei den später nach Polen zurückgeschobenen Geschleusten bezifferte sich auf insgesamt 1100 Euro.

Gefälschte Papiere tauchen bei der Einreise auf

Am Samstagnachmittag war ungefähr an gleicher Stelle ein ukrainischer Pkw aufgefallen. Abgesehen davon, dass dessen ukrainische Insassen (27, 34, 42, 44) ausschließlich zur Aufnahme einer unerlaubten Arbeit eingereist waren, hatte der 27-Jährige eine gefälschte slowakische und der 44-Jährige eine gefälschte polnische Identitätskarte in der getragenen Kleidung versteckt. Neben dem Vorwurf, gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen zu haben, sind die Männer mit den gefälschten Dokumenten wegen Urkundenfälschung angezeigt worden.
Beim nächsten Fahrzeug sollten die ukrainischen Insassen nach Frankfurt am Main gebracht werden, um dort einen (illegalen) Arbeitsplatz auf einer Baustelle finden. Den jüngsten Fall entdeckten die Beamten am Montag. Wieder war einer Streife auf der Autobahn bei Kodersdorf ein ukrainischer Transporter aufgefallen. Mit dem Fahrzeug waren abermals mutmaßliche ukrainische Bauarbeiter unerlaubt nach Deutschland eingereist. Sowohl der Fahrer, bei dem es sich ersten Erkenntnissen nach um den Schleuser handelt, als auch dessen acht Fahrgäste wurden zur Dienststelle mitgenommen.

Görlitz

Illegal Eingereiste müssen zurück nach Polen

Ist es sonst der Klassiker, die ukrainischen Staatsangehörigen bei der Ausreise und meist mit Schwarzgeld festzustellen, macht die Bundespolizei verstärkt Feststellungen bei der Einreise. „Es fällt schon auf“, findet auch Michael Engler. Ein Zeichen dafür, dass Urkrainer auf den Arbeitsmarkt drängen.
In allen genannten Fällen ging es zurück nach Polen, verbunden mit einer mehrjährigen Einreisesperre.