| 18:45 Uhr

Bürgermeistergespräch
„Ich trete wieder an“

Eine Sternstunde für Bürgermeister Dietmar Noack (2.v.r.). Bei der Vertragsunterzeichnung für die Fördermittel zum Kromlauer Park im August letzten Jahres strahlt der 63-Jährige regelrecht. Grund zur Freude nach dem zähen und langen Ringen um die Förderung durch Bürgermeister und Gemeinderat.
Eine Sternstunde für Bürgermeister Dietmar Noack (2.v.r.). Bei der Vertragsunterzeichnung für die Fördermittel zum Kromlauer Park im August letzten Jahres strahlt der 63-Jährige regelrecht. Grund zur Freude nach dem zähen und langen Ringen um die Förderung durch Bürgermeister und Gemeinderat. FOTO: Regina Weiß
Gablenz. Die Bauarbeiten im Kromlauer Park sind für die Gemeinde in diesem Jahr die Herausforderung Nummer eins. Von Regina Weiß

2017 kann durchaus als erfolgreiches für den Ort betrachtet werden.  Zum Beispiel gibt es endlich Geld für das Landeskulturdenkmal Kromlauer Park. Jetzt muss dieses konkret in die Sanierung fließen.

Was ist beziehungsweise war schwieriger: das Geld zu bekommen oder es zu verbauen?

Dietmar Noack: Das Geld zu bekommen, war nun wirklich nicht einfach. Ich bin dankbar dafür, dass es endlich geklappt hat, weil sich auch so viele Leute dafür eingesetzt haben. Es ist ein Zeichen dafür, dass sie die Wichtigkeit von Park und Rakotzbrücke erkannt haben. Doch derzeit sieht es wirklich so aus, als wäre das Bauen noch viel komplizierter.

Warum?

Noack: Weil es nicht jeder kann und wir nun denjenigen finden müssen, der es anpacken kann.  Deshalb will ich alle, die bei dem Thema mitreden,  hierher an einen Tisch einladen. Knackpunkt sind Ausschreibung und Vergabe. Es zieht sich alles. Ich denke aber, dass wir schneller  reagieren müssen. Denn dass sich Termine nach hinten schieben, ist nicht gut für die Arbeiten und für den Park.

Wie lange ist denn überhaupt Zeit für die Bau- und Sanierungsarbeiten?

Noack: Bei den Arbeiten am Rakotz­ensemble müssen wir bis Ende 2021 fertig sein. So sehen es die Bestimmungen bei den Fördermitteln vor. Den Bescheid über die 2,7 Millionen Euro haben wir zum Jahresende übrigens auch erhalten.

Haben auch Sie den Eindruck, dass der Hype um die Rakotzbrücke weiter anhält?

 Noack: Ja, auf jeden Fall. Um Silvester rum, war unser Parkplatz in Kromlau mit Autos voll wie noch nie.  Die Besucherzahlen explodieren regelrecht.

 Das neue Jahr bringt aber noch andere Herausforderungen. Am 18. Februar wählt Gablenz einen neuen Bürgermeister.

 Noack: Die CDU nominiert ihren Kandidaten am 11. Januar.

 Kennen Sie deren Kandidaten?

 Noack: Ja (lacht). Ich trete noch mal an.

Warum wollen Sie es noch mal wissen?

 Noack: Ich gebe zu, ich habe diesmal lange überlegt: Mache ich es oder mache ich es nicht. Ich habe in den zurückliegenden sieben Jahren viel angefangen. Am Ende der Legislaturperiode ist nun das Geld für den Kromlauer Park da. Dass zu Ende zu bringen, ist für mich wirklich Motivation. Ich möchte das in einem Guss fertig machen. Und es wird schwer genug, dieses Großprojekt durchzuziehen. Schließlich sind wir eine kleine Gemeinde. Neben der Vorbereitung für die Bauarbeiten müssen wir auch noch schauen, wie wir die Eigenmittel für das Förderprojekt Stadtgrün absichern. Zum einen drängt die Zeit, zum anderen wollen wir aber auch nichts übers Knie brechen. Dass wir solche Projekte können, haben wir beim Schloss in Kromlau bewiesen.

Was ist 2017 alles geworden im Ort?

 Noack: Wir haben die Friedhofshalle in Kromlau saniert. Vom Dach bis zur Fassade. In Gablenz haben wir die Straße am Wiesengrund erneuert. Sie war durch die Umleitung beim Bau der Dorfstraße stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch auf der Gora  haben Teile neuen Asphalt bekommen. Dort haben wir auch einen Wurzelschutz einbringen lassen.

Am Hüttenweg haben wir eine Stichstraße gebaut. Zudem wurden Teile der Straßenbeleuchtung an der Gora, in der Siedlung oder am Seeweg auf LED umgestellt.

Unsere Kita konnte sich über neue Spielgeräte freuen. Diese werden gut angenommen, konnte ich jetzt selbst sehen. Und das Spielgerät in der Dorfmitte wird auch bald fertiggestellt sein. Froh bin ich,  dass die Sanierung des Pfarrhauses begonnen hat.

 In diesem Jahr kann Gablenz auf 750 Jahre urkundliche Ersterwähnung schauen. Das Jubiläum soll mit Festwoche und Umzug im Juni gefeiert werden. Was könnte denn das richtige Geschenk sein – 75 Apfelbäume fürs Apfeldorf (sorbisch Gablenz)?

 Noack: Da hätten wir sicherlich ein Problem, den Platz  für die Neupflanzungen zu finden. Obwohl auf dem hinteren Kitagelände neben dem Rodelberg könnten ein paar Bäume mit alten Apfelsorten wirklich hinpassen. Aber ich denke, ein gutes Geschenk wäre ein Gutschein aus einer Baumschule. Da könnte man entscheiden, ob ein Apfelbaum oder ein Rhododendron gekauft wird.

Was bewegt die Menschen im Dorf noch?

 Noack: Definitiv die Sicherheitslage. Die ist nicht mehr gewährleistet. Es ist mittlerweile so, dass die Bevölkerung nicht mehr ruhig schlafen kann, weil sie nicht weiß, ob wieder jemand übers Grundstück schleicht und Autos aufgebrochen werden. Es kann doch nicht sein, dass darauf keiner eine richtige Antwort hat. Die Sorgen müssen aber ernst genommen werden. Es ist ein Lage, wo ich denke, dass die Grenzen für einen gewissen Zeitraum viel stärker kontrolliert werden müssen. Wenn es um den Schutz von Politikern wie beim G 20 –Gipfel geht, dann funktioniert das doch auch.

Mit Dietmar Noack sprach
Regina Weiß