Ach ja, die Liebe. Sie bringt doch so einiges durcheinander. Lisa Engel (zart und hart: Anja Kling) steht und sitzt und liegt im neuen Krimi letztlich zwischen drei Männern. Und Oberinspektor Fichte (köstlich: Thorsten Merten) balzt mit klassischen Gedichten um seine Kollegin Anna, die sich aber ausgerechnet in Kommissar Thorsten Krüger (ganz der Alte: Christian Redl) verguckt hat. Und Krüger, nachdem er von Anna zum Tanz aufgefordert worden ist: "Ich geh mal 'n Bier holen." Und das Durcheinander, das die Liebe so provoziert, setzt sich sowohl in Krügers Kopf als auch im Film insgesamt fest. Fragt Fichte seinen Chef Krüger - es liegt ein Toter in der ausgebrannten Wotschofska - "Haben Sie 'ne Idee? Sagt Krüger: "Viel zu viele."

Und so sind es zunächst auch gefühlt viel zu viele Bilder, die über die Premieren-Leinwand im Großen Hafen von Lübbenau flimmern. Regisseur Roland Suso Richter verzichtet im fünften Krimi der Reihe des ZDF größtenteils auf jenen Mythos Spreewald und seine geheimnisvollen Bilder, ohne ihn außen vor zu lassen.

Immer wieder schickt Richter den Kommissar in bereits gesehene Szenen, die sich neu erschließen, von Krüger neu zusammengesetzt und interpretiert werden. Dem ist nicht immer einfach zu folgen; wer aber dranbleibt, wird belohnt mit der sich langsam herausschälenden Auflösung des Falles. Der ist unterfüttert mit zahlreichen Anspielungen auf die jüngere Wirtschafts-Geschichte. In einem Projekt namens "Phoenix" - einst der Arbeitstitel des Films - wollen junge Unternehmer, satt gefördert vom Land, Luftschiffe bauen und zweigen kurz vor der Pleite das verfügbare Geld ab in die eigene Tasche. Später steigen Engels in das Immobiliengeschäft ein und haben dabei ein Auge auf das alte Hotel "Wotschofska" geworfen. In dessen Ruinen liegt dann ein Toter, ein Brandstifter oder doch jemand, der schon vorher tot war?

Krüger knurrt sich zur Lösung, begleitet von schmunzelerregenden Szenen eines reuigen Täters im Moor, österlichen Traditionen und Krügers überaus rasanten Motor-Kahnfahrten. Einmal brummt der Kommissar seinen Adlatus Fichte an: "Sie haben ihren Job gemacht. Soll ich da Danke sagen?" Hat die Filmcrew ihren Job gemacht? Ja, und das recht gut. Danke!

Zum Thema:
Der Film "Feuerengel" wird am heutigen Mittwoch im Rahmen der "Filmnächte" nochmals im Großen Hafen Lübbenau gezeigt. Freie Platzwahl ist ab 19 Uhr möglich, der Film beginnt um 21 Uhr. Der Eintritt ist frei.Die Ausstrahlung des fünften ZDF-Spreewald-Krimis ist derzeit für den 4. November (20.15 Uhr) geplant. Zwei weitere Filme der Reihe um Kommissar Thorsten Krüger sind bereits in Arbeit.