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Hunde mit Auto Gassi geführt

Weißwasser/Mücka. Das Verfahren wegen Beleidigung und Bedrohung gegen einen 74-Jährigen aus Mücka ist gegen eine Geldstrafe von 500 Euro am Weißwasseraner Amtsgericht eingestellt worden. Der Mann war laut Anklage mit seinen Vierbeinern im Wald Gassi gegangen – allerdings nicht wie üblich per Fuß, sondern mit seinem Auto. Christian Köhler

Das wiederum passte dem Waldbesitzer überhaupt nicht. Bei einer Auseinandersetzung soll der Senior den Waldbesitzer bedroht und beleidigt haben.

"Ich habe meine Fütterung für das Wild kontrolliert", erzählte der Waldbesitzer und Jäger im Zeugenstand. Dann seien an einer Schranke plötzlich mehrere Hunde um ihn herumgelaufen. Im Anschluss habe er den Senior mit seinem Auto gesehen, wie er fahrend seine Hunde ausführte. "Er hat mich beleidigt", berichtete der Jäger, als er den Fahrer lediglich darauf aufmerksam machen wollte, dass er sich in "seinem" Wald befindet. Anschließend habe der Jäger den Autofahrer fotografiert und sei ihm gut zehn Minuten durch den Wald gefolgt.

Verteidiger Gerd Konietzka verstand dabei keinen Spaß: "Warum haben Sie denn ein Foto von meinem Mandanten gemacht", wollte er wissen, "und sind ihm dann auf dem öffentlich gewidmeten Weg gefolgt?" Er habe lediglich wissen wollen, so der Waldbesitzer, wer in "seinem" Wald ist. Zudem könne es "ja wohl nicht sein, dass jemand seine Hunde mit dem Auto Gassi, und das auch noch in meinem Wald, führt".

"Mein Mandant ist schwer erkrankt und als ehemaliger Hundezüchter kann er nicht anders seine Hunde ausführen", entgegnete Konietzka. Da außer den beiden Männern niemand im Wald war, stehe Aussage gegen Aussage. Weil zudem der Senior auf einem öffentlich gewidmeten Weg unterwegs gewesen war, regte das Gericht eine Verfahrenseinstellung gegen die Zahlung von 500 Euro an. Staatsanwaltschaft und Verteidigung stimmten dem zu.