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Hoyerswerdaer Rotarier packen im Park mit an

Die vier Mitglieder vom Rotary Club Hoyerswerda packen beim Parkseminar am Samstag in Kromlau tüchtig mit an.
Die vier Mitglieder vom Rotary Club Hoyerswerda packen beim Parkseminar am Samstag in Kromlau tüchtig mit an. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Kromlau. 40 Helfer am Freitag und noch einmal 70 am Sonnabend. Das 14. Parkseminar in Kromlau war schon allein von der Beteiligung her ein Erfolg. Und das trotz widriger Witterungsbedingungen, obwohl der große Regen glücklicherweise ausblieb. Der Schwerpunkt der Arbeiten lag in diesem Jahr im Bereich des Inselteiches. Ingolf Tschätsch / igt1

Sonnabendvormittag in Kromlau. Das 14. Parkseminar ist in vollem Gange. Schon ein kleines Stück nach dem Ortseingang aus Richtung Gablenz ist die vierköpfige Gruppe nicht zu übersehen, die unmittelbar an der Straße emsig mit Pflegearbeiten beschäftigt ist. Es sind Mitglieder des Rotary Clubs Hoyerswerda, die hier im Bereich des Schlosses Hand anlegen. Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) schaut gerade bei ihnen vorbei. Spaten und Astschere treten in Aktion. Manche Wurzel widersetzt sich mit aller Macht den Anstrengungen von Hubert Scholze, Wolfgang Seiffert, Dr. Christoph Wowtscherk und Angelika Kurz.

Die Hoyerswerdaer sind in diesem Jahr das erste Mal beim Parkseminar dabei, erfährt die RUNDSCHAU. Hubert Scholze, der vorhergehende Club-Präsident, hatte bei Dietmar Noack nach einer Parkführung nachgefragt. Das war schließlich die Initialzündung. "Wir waren dabei so begeistert von diesem landschaftlichen Kleinod. Haben aber auch gesehen, dass der Park Hilfe braucht und erfuhren von diesem Seminar", erzählt Wolfgang Seiffert. "Da war für uns klar, dass das ein regionales Projekt für uns Rotarier wird, bei dem wir uns einbringen", fügt Hubert Scholze hinzu. Nun also sind sie da, die Leute vom Rotary Club Hoyerswerda.

Und mit ihnen viele weitere Helfer. "40 waren es bereits am gestrigen Freitag und heute noch einmal 70. Die Zahl der Teilnehmer ist von Jahr zu Jahr leicht gestiegen", freut sich Gemeinderat Uwe Horbaschk, Vorsitzender des Umweltausschusses. Was ihn aber ärgere, ist der Fakt, dass leider immer noch zu wenig Einheimische mitmachen.

Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt heute auf dem Inselteich. Dort sind am Sonnabend auch die meisten Akteure anzutreffen. Japanische Azaleen sollen der Anlage ihr Gepräge geben. Sie werden nach historischem Vorbild und einem abgesprochenen Plan gesetzt. Kreischende Motorsägen gegenüber der ehemaligen Parkgaststätte. "Um Platz für Ersatzpflanzungen zu schaffen, müssen wir die überfälligen Roteichen fällen", sagt Gemeinderat Johannes Rackel, nachdem er die Säge für einen Moment abgesetzt hat. Eine der Helferinnen in diesem Areal ist Anja Dworschak. Sie habe vor Jahren von diesem Parkseminar gehört und komme nun gern jedes Mal freiwillig hierher, berichtet die Weißwasseranerin, auch, weil ihr die Arbeit in der Gemeinschaft Spaß mache.

Prof. Dr. Siegfried Sommer vom Sächsischen Heimatschutzverein - Ehrenbürger von Gablenz - läuft in Arbeitsmontur über das Gelände. Gemeinsam mit Rudolf Schröder vom Verein hat er 2003 das Parkseminar aus der Taufe gehoben. Nicht ahnend, dass dieses Projekt einmal so eine große Erfolgsgeschichte wird. Karsten Lehmann von der Deutschen Rhododendron-Gesellschaft hantiert gerade gemeinsam mit anderen am Inselteich mit dem Spaten. Am Freitagabend hat er im Gemeindesaal Gablenz einen Fachvortrag über Rhododendron am Naturstandort und im Garten gehalten. Ein Glücksfall für die Kommune, dass die Rhododendron-Freunde - drei sind nach Kromlau gekommen - erstmalig in diesem Jahr ihre Hilfe beim Seminar anbieten. "Der Kromlauer Park ist ja ein Begriff in Deutschland. Vor etwa sechs, sieben Jahren war ich schon mal hier", erzählt Lehmann. Da sei an diesem Standort vieles auch vom Rhododendron überwuchert gewesen, dem jetzt der Garaus gemacht wurde. "Nun wird die Fläche für die Anpflanzung von weiteren Japanischen Azaleen vorbereitet", meint der Experte.

Ein Stück weiter am Inselteich ist genau das Gegenteil der Fall. Da setzt Klaus Raup an einer Gruppe mit Basaltsäulen junge, kleine Rhododendronpflanzen in den Boden. An einer Stelle sind sie zu viel, an anderer eben zu wenig. Auf das gesunde Maß, das Gleichgewicht, kommt es eben an. Raup wohnt in Forst und ist mit seiner Frau nicht das erste Mal beim Seminar dabei - auch aus freiwilligen Stücken, "weil er den Park bei Besuchen lieben und schätzen gelernt hat."

Dass es bei diesem Parkseminar auch genug Arbeit für die ganz Unerschrockenen gibt, dafür ist Gemeinderat Jürgen Noack das beste Beispiel. Am Azaleenkeil am Kavalierhaus ist der Kromlauer Unternehmer auf allen Vieren tief im Gesträuch verschwunden, um Fremdbewuchs zu entfernen. Alles in allem: Auch diese 14. Schönheitskur bekommt dem Kromlauer Kleinod gut, dass zunehmend attraktiver wird.