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| 14:31 Uhr

Johanneum
Erfolg beim Schülerwettbewerb

 Beim internationalen Schülerwettbewerb zu Flucht und Vertreibung hat das Johanneum aus Hoyerswerda einen der Hauptpreise erhalten. Im Bild sind: Florian Miersch (l.), Lehrer Matthias Oswald und Erik Petsch.
Beim internationalen Schülerwettbewerb zu Flucht und Vertreibung hat das Johanneum aus Hoyerswerda einen der Hauptpreise erhalten. Im Bild sind: Florian Miersch (l.), Lehrer Matthias Oswald und Erik Petsch. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Neuntklässler des Johanneums beschäftigen sich mit Flucht und Vertreibung und stellen eine Zeitzeugin in den Mittelpunkt. Dafür haben sie einen der Hauptpreise erhalten. Von Sascha Klein

Die Stadt Marienburg im früheren Westpreußen mit ihrer eindrucksvollen Burg und die Stadt Hoyerswerda haben auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun. Auf den zweiten Blick allerdings doch: Schüler des Hoyerswerdaer Johanneums haben – auch dank der Beschäftigung mit Geschichte und Geschichten zum Thema Flucht und Vertreibung – einen Preis gewonnen. Am Freitag sind sie beim sachsenweiten Landesschülerwettbewerb „Flucht, Vertreibung und Integration / geflohen-vertrieben-angekommen?“ mit einem der Hauptpreise ausgezeichnet worden.

Nach der Preisverleihung stehen Johanneum-Lehrer Matthias Oswald und die Neuntklässler Florian Miersch aus Hoyerswerda und Erik Petsch aus Lauta noch neben ihrem Werk. Zu sehen ist ein alter Koffer. Der Inhalt hat es in sich. Rund 20 Schüler aus den neunten Klassen haben ihn mit jeder Menge Wissen gefüllt. Das meiste Wissen befindet sich jetzt auf mehreren USB-Sticks. Ganz am Anfang ihrer Arbeit stand eine Begegnung: „Wir haben uns die Museumsbaracke in Nardt angesehen und waren anschließend am Beiboot der Gustloff am Geierswalder See“, erzählt Florian Miersch.

Während dieses Ausfluges haben die Schüler eine Zeitzeugin getroffen, die alle sehr beeindruckt hat: Brigitte Wilfert. Sie stammt aus Marienburg, das heute auf polnisch Malbork heißt und rund 60 Kilometer von Danzig entfernt ist. Sie hat den Jugendlichen ihre Geschichte erzählt. Mit Mutter und Schwester hatte sie im Januar 1945 flüchten müssen, als die Rote Armee immer weiter vorrückte. Die Familie wollte mit dem Kreuzfahrtschiff „Wilhelm Gustloff“ nach Westen flüchten – und hat es knapp verpasst. Zu ihrem Glück: Die „Gustloff“ ist Ende Januar versenkt worden, mehr als 9000 Menschen starben.

So haben die Johanneums-Schüler die Geschichte von Brigitte Wilfert in den Mittelpunkt gestellt – und sie für den Schülerwettbewerb interviewt. Insgesamt sechs Teilprojekte haben die Schüler bearbeitet, sagt Lehrer Matthias Oswald – unter anderem noch die Geschichte Marienburgs und seiner mittelalterlichen Ordensburg und die Geschehnisse zum Ende des Zweiten Weltkrieges, als auch dort Zehntausende Deutsche geflüchtet sind.

Der Schülerwettbewerb, der vom Landesverband der „Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen / Schlesische Lausitz“ und vom Verein „Erinnerung & Begegnung“ veranstaltet wird, hat zum vierten Mal stattgefunden. Vorsitzender des Landesverbandes ist der Hoyerswerdaer Landtagsabgeordnete Frank Hirche (CDU). Weitere Preisträger kommen aus Bautzen, Dresden, Pirna, Radebeul, Annaberg-Buchholz, Meerane und Limbach-Oberfrohna. Es gibt zudem polnische Preisträger aus Hirschberg (Jelenia Gora), Waldenburg (Walbrzych), Gogolin und Krappeln (Krapkowice)  sowie aus dem tschechischen   Klasterec nad Ohri (bis 1945: Klösterle an der Eger). Sachsens Kultus-Staatssekretär Herbert Wolff hat dem Landesverband zugesichert, auch einen kommenden Wettbewerb erneut zu unterstützen. Dieser könnte in den Jahren 2020 und 2021 stattfinden.

 Die Auszeichnung für die Neuntklässler des Johanneums. Ganz rechts: Kultus-Staatssekretär Herbert Wolff, Landtagsabgeordneter Frank Hirche (3.v.r.) und Schulleiter Günter Kiefer (l.).
Die Auszeichnung für die Neuntklässler des Johanneums. Ganz rechts: Kultus-Staatssekretär Herbert Wolff, Landtagsabgeordneter Frank Hirche (3.v.r.) und Schulleiter Günter Kiefer (l.). FOTO: LR / Sascha Klein
 Hoyerswerda:  Schülerwettbewerb zu Flucht und Vertreibung. Das Johanneum Hoyerswerda hat einen der Hauptpreise erhalten.
Hoyerswerda: Schülerwettbewerb zu Flucht und Vertreibung. Das Johanneum Hoyerswerda hat einen der Hauptpreise erhalten. FOTO: LR / Sascha Klein
 Hoyerswerda:  Schülerwettbewerb zu Flucht und Vertreibung. Das Johanneum Hoyerswerda hat einen der Hauptpreise erhalten. Im Bild: Florian Miersch (l.), Lehrer Matthias Oswald, Erik Petsch.
Hoyerswerda: Schülerwettbewerb zu Flucht und Vertreibung. Das Johanneum Hoyerswerda hat einen der Hauptpreise erhalten. Im Bild: Florian Miersch (l.), Lehrer Matthias Oswald, Erik Petsch. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau