/red/trt) Wie geht gute Pflege im Landkreis Görlitz? Insbesondere um diese Frage hat sich die Diskussion in Herrnhut gedreht beim sechsten von insgesamt 13 Pflegedialogen. Mit von der Partie war Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.

 Das Durchschnittsalter im Landkreis Görlitz beträgt nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums schon jetzt 49,2 Jahre. Der Landkreis Görlitz ist damit der zweitälteste Sachsens. Die Prognose für 2030 liegt hier bei 50,9 Jahren. Mit 14 552 Pflegebedürftigen im Jahr 2015 stellte die Gruppe 5,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das waren 1,5 Prozent mehr als im sachsenweiten Vergleich - Tendenz steigend. Für Sachsen und im Speziellen für den Landkreis Görlitz ergeben sich somit neue Anforderungen an die Pflege sowie ein erheblicher Bedarf an Pflegepersonal. „Wir müssen bereits heute gemeinsam gute Ansätze diskutieren und regionale Lösungen finden, damit die Unterstützung und Pflege für die Bürger auch in Zukunft in hoher Qualität geleistet werden kann. In den Dialogen werden wir erste gute Ansätze diskutieren und neue Handlungsspielräume ausloten – immer gemeinsam mit der Region. Denn hier weiß man um die Herausforderungen und hier gibt es bereits viele gute Maßnahmen. Ich bin den Akteuren vor Ort, aber auch den Angehörigen von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen dankbar für ihren Einsatz am Nächsten“, kommentiert Ministerin Barbara Klepsch. Die Ministerin lobte die bereits existierenden Pflege-Strukturen in Sachsen. Der Weg der „vernetzten Pflegeberatung“, den der Freistaat seit der Verabschiedung des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes von 2008 geht, hat bereits einen großen Schritt in eine zukunftsfähige Pflege geschafft. So werden beispielsweise vom Freistaat Pflegekoordinatoren in den Landkreisen gefördert, die bereits alle relevanten Akteure in der Pflege zusammenbringen. „An diese guten Netzwerke wollen wir mit den Dialogen anknüpfen und genau schauen, wo wir von Beispielen aus der Praxis lernen können und wo neue Kooperationen sinnvoll sind“, so die Ministerin.

Die Pflegedialoge sind eine Veranstaltungsreihe, bei der Gesundheitsministerin Barbara Klepsch und Staatssekretärin Regina Kraushaar landesweit mit Pflegefachkräften, Trägerorganisationen, Krankenkassen und anderen Experten über die Pflege in Sachsen diskutieren. „Wir kommen ganz bewusst in die Region, zu den vielen engagierten Akteuren der Pflege vor Ort. Wir wollen zuhören, mit den Menschen diskutieren, Raum für Gespräch geben – denn wir wollen wissen, wen und was es vor Ort konkret braucht, damit wir in Sachsen für alle Menschen ein gutes Leben im Alter, bei Hilfebedürftigkeit und Pflege ermöglichen können“, sagt Gesundheitsministerin Barbara Klepsch.