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Holzwurm "Willi" hat ausgetanzt

Die Sängerinnen Andrea Jans (r.), Franziska Stölzel (M.) sowie Organist Martin Baldenius in der Spreyer Kapelle.
Die Sängerinnen Andrea Jans (r.), Franziska Stölzel (M.) sowie Organist Martin Baldenius in der Spreyer Kapelle. FOTO: amz1
Sprey. Die kleine Kapelle in Sprey geht einer friedvollen Zukunft entgegen. Denn die im Herbst 2016 erfolgte Begasung hat die gewünschte Wirkung gebracht. amz1

Der kleine Holzwurm "Willi", wie die Mitglieder des evangelischen Pfarrsprengels "Am Bärwalder See" das Schadinsekt scherzhaft nannten, könne nun kein "Tänzchen mehr vollführen", wie Katja Pietzsch vom Gemeindebüro mitteilt. Bis zum heutigen Tag seien auch keine weiteren Schädlinge festgestellt worden.

Darüber hinaus freuen sich die Spreyer Kirchgänger über den extra angefertigten Sakristei-Schrank. Dadurch wurde der Altargang nach dem Abendmahl wieder möglich. Nicht zuletzt seien die sogenannten Butzenglasscheiben teilweise ausgebessert und frisch geputzt worden. Mehr noch: Die Bänke erhielten neue und rutschfeste Sitzkissen.

Indes hoffen die Gläubigen auf reichlich Besucher in der kleinen Schrotholzkapelle. Beispielsweise im Rahmen diverser Veranstaltungen. Erst am vergangenen Sonntag gab es wieder ein von Regionalkantor Martin Baldenius initiiertes Konzert, eines von vier im Jahresverlauf, mit Werken aus der Lutherzeit bis heute. Dabei konnte die frischsanierte Orgel zeigen, was in ihr steckt. Der Ödernitzer Orgelbauer Johann Soldan hatte erst kürzlich das Instrument überarbeitet, dabei einige der Pfeifen neu intoniert, die Klangfarbe verbessert und die bis dato brüchigen Luftwege wieder in Ordnung gebracht. Während Martin Baldenius die Orgel bespielte, wussten Franziska Stölzel und Andrea Jans mit Gesang die rund 40 Besucher zu begeistern. "Die Akustik in der kleinen Kapelle ist etwas ganz Besonderes", resümierte Jans. "Wenn man singt, gewinnt man den Eindruck, das Holz verschluckt die Töne, doch im Publikum kommt alles an."

Am 16. September ist um 17 Uhr ein Barock-Cello-Abend mit dem Künstler Ludwig Frankmar geplant. Am 11. November soll das traditionelle Martinsfest mit einem Lampionumzug gefeiert werden.

Das heutige Gotteshaus entstand im Jahr 1780. Damit ist es das älteste seiner Art in der Lausitz.