Eigentlich war es jüngst nur eine Stippvisite für Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) im Atelier von Holzkünstler Thomas Schwarz in Schleife. Doch die Ministerin wäre am liebsten dort geblieben. Denn im ehemaligen Kultursaal des russischen Militärs auf dem ehemaligen Muna-Gelände kann man sich nicht nur im Duft von Holz verlieren – „mein Opa war Tischler“, so Klepsch – sondern auch andächtig den Geschichten lauschen, die Thomas Schwarz von jedem seiner Kunstwerke erzählen kann.
Geradezu andächtig berichtet er von seiner Arbeitsgrundlage: der rund 500-jährigen Eiche, die am Grünen Weg am Jagdschloss stand, oder den Mooreichen, die bis zum Hochwasser 2010 an der Neiße luftdicht eingeschlossen waren.
Ihnen allen verhilft Thomas Schwarz zu einem neuen Leben. Er schält sozusagen Kunst heraus. Das im wahrsten Wortsinn, denn ein starker Wasserstrahl ist eines seiner wichtigsten Werkzeuge.

Thomas Schwarz lässt Sagen lebendig werden

So lässt er Sagen lebendig werden, wie jüngst die Irrlichter für den Schleifer Hort, oder kombiniert Holzkunst mit Stahl und Glas. In jüngster Zeit sind Figuren namens „Phantasie“, „Sinnlichkeit“ oder „Erleuchtung“ entstanden.
Sie und noch viel mehr können Besucher beim Tag des offenen Ateliers erleben. Dieser findet am Sonntag, 13. November, von 10 bis 16 Uhr statt. „Endlich, nach zwei Jahren wieder“, freut sich Thomas Schwarz auf möglichst viele interessierte Besucher in seiner Galerie und im Skulpturengarten.
Wer auf sein Atelier an der Spremberger Straße 45 aufmerksam wird, der zeige sich meistern erstaunt, welche Vielfalt sich hinter den Toren offenbart und noch mehr, „dass man von der Holzkunst hier in der Region leben kann.“
Schwarz bleibt dann oft nicht nur bei seiner Holzkunst stehen, sondern offenbart sich auch als guter Kenner der Region und kann die Touristen mit Tipps versorgen.
Neben der Holzkunst, die man durchaus auch mit nach Hause nehmen kann, gibt es auch wieder einen Jahreskalender. Er steht unter dem Titel „Skulpturen 2023“ und kostet 25 Euro.