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Höchste Zeit zum Sonnetanken

Kathrin Eickworta setzt auf Ingwer-Tee und Kiwis.
Kathrin Eickworta setzt auf Ingwer-Tee und Kiwis. FOTO: aml
Weißwasser. Die Vögel trillern, die Sonne scheint, die Natur erwacht – doch viele Menschen fühlen sich dieser Tage matt. Die RUNDSCHAU ist der Frühjahrsmüdigkeit nachgegangen und hat gefragt, wie man munter in den Frühling startet. Anja M. Lehmann

Die Dunkelheit der Wintermonate steckt vielen noch in den Knochen. Dem Körper fällt es schwer, sich auf die neuen Licht- und Temperaturverhältnisse einzustellen. Allgemeinmediziner Dr. Karl-Heinz Dreier aus Weißwasser rät, nun viel Sonne zu tanken und sich vitaminreich zu ernähren.

Vor allem in Nüssen und Fleisch stecke viel Vitamin D, dessen Reserven im Frühjahr erschöpft sind. Vitamin D ist ein Prohormon und wird nicht nur über die Nahrung aufgenommen, sondern bei direkten Sonnenstrahlen auf der Haut auch vom Körper gebildet. Doch dessen Großteil ist trotz frühlingshafter Temperaturen von Kleidung bedeckt, für Shorts und T-Shirts ist es zu kühl. "Windgeschützt, auf dem Balkon oder der Terrasse kann man sich schon sonnen", so Karl-Heinz Dreier. Hinter geschlossenem Fenster, wie etwa im Wintergarten oder während einer Autofahrt, wird weniger Vitamin D gebildet. Von künstlicher Sonne im Solarium rät der Mediziner ab: "Das ist Schwachsinn."

"Bei der Umstellung von der kalten zur warmen Jahreszeit geraten die Hormone durcheinander", erklärt Marina Reider. Der Körper stellt den Hormonhaushalt um. Das Glückshormon Endorphin, aber auch Testosteron und Östrogen werden vermehrt ausgeschüttet. Die Personal-Trainerin und Ernährungsberaterin empfiehlt viel Bewegung an der frischen Luft. "Zwei bis dreimal in der Woche sollte man sich 30 Minuten bewegen." Joggen oder längere Spaziergänge stärken das Immunsystem und bringen den Kreislauf in Schwung. Wer die Frühlingssonne im Büro verpasst, sollte die Pausen nutzen. "Durchlüften und leichte Dehnübungen helfen, sich zu entspannen", sagt Marina Reider und erklärt eine einfache Übung, die den Nacken dehnt: "Den Kopf nach rechts legen, dann nach links und anschließend auf die Brust, dabei gleichmäßig atmen."

"Und jetzt beginnt die Fastenzeit", erinnert sie. Wenig Fleisch- und Milchprodukte, dafür viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und Mineralwasser unterstützen den Körper zu entschlacken. Regelmäßige Saunagänge und Wechselduschen sorgen für körperliches Wohlbefinden. Kaltes Abbrausen nach dem Duschen regt die Durchblutung an: "Ich fange an den Beinen an und wandere dann nach oben", erläutert Marina Reider.

Tobias Leydow geht als Ausgleich zum Stress der Abitur-Vorbereitungen regelmäßig joggen. Frühjahrsmüdigkeit fühlt der 19-Jährige nicht. "Ich höre beim Laufen Musik, am liebsten Tech-House", so der Boxberger.

Auch Kathrin Eickworta nutzt lange Spaziergänge, um keine Frühjahrsmüdigkeit aufkommen zu lassen. Regelmäßig geht die 32-Jährige mit ihrem Dackel-Spitz-Mischling Else eine große Runde. Der Geheimtipp der Weißwasseranerin gegen Mattigkeit: Kiwis und Ingwer-Tee.

"Ein Apfel hilft meistens auch gegen die Müdigkeit", sagt Tabea Herschmann und verrät dann ihr probates Mittel gegen den Frühjahrs-Blues: "Sich einfach ein bisschen selbst aufheitern, vor den Spiegel stellen und lächeln."