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Hochschule Zittau/Görlitz sieht sich gestärkt

Rektor Friedrich Albrecht (2.v.l.), hier umrahmt vom Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (li.), Bundesstaatssekretär Thomas Rachel (2.v.r.) und Prorektor Roland Giese (r.).
Rektor Friedrich Albrecht (2.v.l.), hier umrahmt vom Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer (li.), Bundesstaatssekretär Thomas Rachel (2.v.r.) und Prorektor Roland Giese (r.). FOTO: ume1
Görlitz/Zittau. Die Hochschule Zittau/Görlitz soll ein Angebot im Studienfach "Pflegewissenschaft/-management" entwickeln. Gleichzeitig fällt das Grundlagenstudienfach Chemie an der ostsächsischen Einrichtung weg. Dies geht aus dem Eckwertepapier zum Hochschulentwicklungsplan für den Freistaat Sachsen hervor. Uwe Menschner / ume1

Der Rektor der Hochschule Zittau/Görlitz, Professor Friedrich Albrecht, sieht die Entwicklungsperspektiven seiner Einrichtung unter den Prämissen des aktuellen Hochschulentwicklungsplanes positiv. "Das Eckpunktepapier beinhaltet ein klares Bekenntnis und eine Stärkung des Hochschulstandortes Zittau/Görlitz", schätzt er ein. Und weiter: "Es werden keine Kapazitäten reduziert, die Hochschule bleibt sowohl mit Blick auf ihre Größe, ihr breites Fächerangebot als auch ihren eingeschlagenen Profilierungsweg unangetastet." Insbesondere freut sich der Rektor über die langfristige Planungssicherheit, die seine Einrichtung nunmehr erhält. "Dies ist besonders wichtig, da wir uns in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess befinden und uns als Impulsgeber verstehen, der wichtige Beiträge für einen regionalen Wissens- und Technologietransfer leistet", wie Albrecht betont.

Auch den Umstand, dass die Chemie als Grundlagenfach in den nächsten fünf Jahren auslaufen soll, sieht der Rektor wenig dramatisch: "Mitnichten kann man hier das Verschwinden der Chemie an der Hochschule Zittau/Görlitz herauslesen." Vielmehr werde die Ausrichtung auf die eigenen fachlichen Schwerpunkte, zum Beispiel die Kunststofftechnik, fokussiert. Eine Ausprägung "in der ganzen Breite des Faches", wie bisher, sei hingegen eher für Universitäten geeignet als für eine anwendungsorientierte Hochschule.

Erfreut zeigt sich Professor Albrecht über die Aufforderung, das Fach Pflegewissenschaften als Studienangebot aufzubauen. "Dies ergänzt hervorragend bereits bestehende Bereiche wie Management im Gesundheitswesen und wird darüber hinaus ein wichtiger Baustein sein, um den neuen interdisziplinären Forschungsbereich Gesundheit-Alter-Technik zu stärken." Noch in diesem Jahr sei beabsichtigt, ein Forschungsinstitut zu gründen, das sich mit diesem Thema befasst. Für die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) steht der Hochschulentwicklungsplan unter der Prämisse, "ein attraktives Studienangebot mit einem breiten Fächerkanon zu erhalten, aber auch Kompetenzen zu bündeln." Dafür sollen sich die einzelnen Hochschulen weiter profilieren und untereinander abstimmen. Gleichzeitig freut sie sich, dass "der ursprünglich geplante Abbau von 754 Stellen im Hochschulbereich vom Tisch ist, wenn wir diesen Plan auf den Weg bringen." Demgegenüber geht der Plan davon aus, dass sich die Zahl der Studenten in Sachsen von 105 000 auf circa 95 000 verringern wird.