| 18:18 Uhr

Hilfsaktion
Großartige Hilfe für krebskrankes Mädchen

Mitarbeiter vom Team Weißwasser der Mobilen Hauskrankenpflege Jeanett Spretz haben gestern Blut  gespendet. Das Dankeschön-Geld geht an Michelles Familie.
Mitarbeiter vom Team Weißwasser der Mobilen Hauskrankenpflege Jeanett Spretz haben gestern Blut  gespendet. Das Dankeschön-Geld geht an Michelles Familie. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Weißwasser. Weißwasseraner Mitschüler spielen für Michelle Theater, Pflegedienst-Mitarbeiterinnen spenden Blut. Von Gabi Nitsche

Das Mitgefühl der Weißwasseraner mit dem krebskranken Mädchen Michelle und ihrer Familie ist enorm. Auf die verschiedenste Art und Weise helfen Menschen und starten Hilfsaktionen. Vor allem ihre Mitschüler an der Astrid-Lindgren-Schule sind nicht nur gedanklich immer an der Seite der 17-Jährigen, sagt Schulleiterin Christiane Burges. „Wir spielen für Michelle Theater“, berichtet diese. Die Einnahmen sollen die Eltern erhalten. Um möglichst viele Besucher zum Stück „Leon und seine Freunde“ begrüßen zu können und somit eine stolze Summe für den guten Zweck einzunehmen, hat die Schule Flyer angefertigt und diese in zahlreichen Geschäften ausgelegt.

„Die Resonanz ist riesengroß. Wir haben so viele Anmeldungen, dass wir eine zweite Vorstellung machen müssen“, freut sich die Schulleiterin. Morgen, am Donnerstag, um 9 und 10 Uhr wird das Stück gespielt. „Aber wir haben wirklich nur noch vereinzelte Plätze frei. Weitere Schulklassen oder Kita-Gruppen können wir nicht mehr berücksichtigen.“ Zehn bis zwölf Kinder aus der Förderschule für geistig behinderte Schüler schlüpfen in die verschiedenen Rollen des Stückes. „Wir zeigen nicht nur das Theaterspiel, sondern werden zwischendurch auch über Michelle erzählen“, kündigt Christiane Burges an.

Die 17-jährige Michelle lebt normalerweise mit ihren Eltern und Geschwistern in Niesky, besucht aber von kleinauf an die Weißwasseraner Schule. „Im Sommer ist sie von jetzt auf gleich sozusagen an Krebs erkrankt.“ Wie die Schulleiterin berichtet, hatten sich die Eltern gewundert, weil die Tochter überall blaue Flecken bekommen hatte, und konsultierten den Arzt. „Von ihm erfuhren sie, dass es Leukämie ist, Michelle musste sorfort in die Uniklinik Dresden. Und dort ist sie noch immer.“ Mit dem Ziel, den Krebs aus dem Körper des Mädchens zu verbannen, werde eine sehr aggressive Chemotherapie angewendet, weiß die Lehrerin. Das Resultat: „Ihr geht es besch... Sie ist sehr anfällig auf sämtliche Keime.“

Mit den Spenden von den Aufführungen am Donnerstag – jeder Besucher gibt so viel Geld wie er möchte – will die Schule die Familie unterstützen. Denn so eine Krankheit mit allem ringsherum ist nicht nur emotional schwer zu verkraften, sondern auch finanziell eine enorme Belastung für die Angehörigen. Dank des Sonnenstrahl-Vereins Dresden, dessen Schirmherrin Helma Orsoz ist – vor 15 Jahren OB in Weißwasser, später Sozialministerin und OB von Dresden – kann die Mutter von Michelle fast immer bei ihr in Dresden sein. Denn dort stellt der Verein Elternwohnungen für betroffene Familien zur Verfügung, die nicht aus der näheren Umgebung kommen. Der Vater ist derweil mit den anderen drei Geschwistern in Niesky.

Um ihre Tochter in der behandlungsfreien Zeit nach Hause holen zu können und sie aufgrund ihres geschwächten Immunsystems nicht zusätzlichen Gefahren auszusetzen, wurde die Wohnung der Familie komplett saniert und renoviert, jetzt braucht es noch Möbel. Dazu hat die Schule über die Internetseite www.leetchi.com eine Geldsammelaktion gestartet und bittet: „Für uns alle ist dies eine Herzensangelegenheit, doch um dieses Vorhaben unterstützen zu können, benötigen wir Eure Unterstützung“, rufen Schulleiterin, Kollegen und Kinder auf. Der Spendenpool  ist zu finden unter: https://www.leetchi.com/c/soziales-von-michelle-wenzel-24803269.  

Christiane Burges Resümee: „Ja, bei der Familie hat es richtig reingehauen. Michelle ist mit dem Downsyndrom geboren, und nun auch noch die Leukämie.“

Von der Schule hat Michelle natürlich schon Besuch erhalten. „Und vom Sonnenstrahl-Verein war jemand bei uns und hat den Kindern alles erklärt. Das war sehr gut.“ Christiane Burges erwähnt in diesem Zusammenhang zwei Lehrer aus ihrem Team, die einen intensiven Kontakt zu Michelle und der Familie halten.

Doch nicht nur die Mitschüler wollen der betroffenen Familie helfen. In einigen Geschäften in Weißwasser stehen Spendenbüchsen. Und gestern waren Mitarbeiter  und die Chefin selbst vom Team Weißwasser der Hauskrankenpflege Jeannett Spretz Blut spenden. Die 20 Euro, die jeder von ihnen dafür erhält, geht an die Familie.

Anfragen für Restkarten für das Theaterstück: Tel. 03576 243157 oder per E-Mail Kontakt@als-wsw.de